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	<title>Kolumne &#8211; risControl</title>
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	<description>Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation</description>
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	<title>Kolumne &#8211; risControl</title>
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	<item>
		<title>Weg mit der europäischen Fragmentierung</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/10/14/kolumne/weg-mit-der-europaeischen-fragmentierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2026 13:39:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Sowohl vonseiten der Finanzwirtschaft als auch vonseiten der Politik mehren sich die Stimmen, die einen schnelleren Prozess der Harmonisierung des fragmentierten europäischen Finanzsystems fordern. Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl fordert auf der FMA-Aufsichtskonferenz in Wien eine stärkere Integration und Harmonisierung der Finanz- und Kapitalmärkte, um diese effizienter zu machen. Gleichzeitig müssten bürokratische Hürden und Berichtspflichten reduziert werden, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sowohl vonseiten der Finanzwirtschaft als auch vonseiten der Politik mehren sich die Stimmen, die einen schnelleren Prozess der Harmonisierung des fragmentierten europäischen Finanzsystems fordern. Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl fordert auf der FMA-Aufsichtskonferenz in Wien eine stärkere Integration und Harmonisierung der Finanz- und Kapitalmärkte, um diese effizienter zu machen. Gleichzeitig müssten bürokratische Hürden und Berichtspflichten reduziert werden, ohne die Finanzmarktstabilität zu gefährden. Dabei ist sie überzeugt, „dass es möglich ist, diese Balance zu halten“. François-Louis Michaud, Chef der Europäischen Bankenaufsicht (EBA), erklärt, die Fragmentierung Europas verhindere häufig, dass Banken im Privatkunden- und KMU-Geschäft die notwendige Größe erreichten. Der Binnenmarkt funktioniere noch nicht ausreichend. Die Institute müssten effizienter und wettbewerbsfähiger werden und auch an Größe gewinnen.</p>
<p><strong>Mobilisierung privater Ersparnisse</strong></p>
<p>Auch OeNB-Gouverneur Martin Kocher wünscht sich eine stärkere Integration der Kapitalmärkte. „Die Vollendung des europäischen Binnenmarktes muss gemeinsam vorangetrieben werden.“ Das soll auch mithilfe des Pakets zur Marktintegration als Teil der Savings- und Investmentunion der EU umgesetzt werden. Damit sollen die Hindernisse für grenzüberschreitende Kapitalmarktgeschäfte abgebaut werden. Kocher sieht darin auch die Chance, europäische Ersparnisse stärker in den Kapitalmarkt zu lenken. Europa fehle es nicht an Kapital, sondern vor allem an einer besseren Allokation. Die Mobilisierung privater Ersparnisse über kapitalgedeckte Pensionen, Fonds oder ETFs sei, so Kocher, „ein zentraler Hebel, um höhere Renditen für die Haushalte und gleichzeitig mehr Kapital für Innovation, Investitionen und Wachstum zu generieren“.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt kam aus Montenegro. Für kleinere und nicht zur EU gehörende Volkswirtschaften seien Integration und Vernetzung besonders wichtig, weil ihnen in Krisen häufig fiskalische und andere politische Handlungsspielräume fehlten, erklärt die Zentralbankchefin Montenegros, Irena Radovic. Montenegro sei bereits stark in das europäische Finanzsystem integriert, gleichzeitig aber institutionell noch nicht vollständig eingebunden. Gerade deshalb seien einheitliche Regeln, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und der Zugang zu einem größeren europäischen Kapitalmarkt von großer Bedeutung.</p>
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		<title>Fünf Punkt Sechs</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/09/29/kolumne/fuenf-punkt-sechs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2026 15:24:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Ja, die KI ist ein Segen. Sie erleichtert meine Arbeit, die Recherche, die Analyse, das Schreiben. Ja genau, vor allem das Schreiben. Früher dachte ich, ich könnte schreiben und denken – vielleicht sogar so gut wie ein richtiger Poet im Gewand eines profanen Wirtschaftsautors. Und nun kam Fünf Punkt Sechs! Jedes Mal, wenn ich Fünf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, die KI ist ein Segen. Sie erleichtert meine Arbeit, die Recherche, die Analyse, das Schreiben. Ja genau, vor allem das Schreiben. Früher dachte ich, ich könnte schreiben und denken – vielleicht sogar so gut wie ein richtiger Poet im Gewand eines profanen Wirtschaftsautors. Und nun kam Fünf Punkt Sechs! Jedes Mal, wenn ich Fünf Punkt Sechs um Überarbeitung eines Gedankens oder einer Formulierung bitte, schlägt es/er/sie mir mindestens drei Alternativen vor, die mir tausendmal klüger vorkommen als mein mickriges Original.</p>
<p>Vielleicht ist es gut, mich so vor den Kopf zu stoßen und mich auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Neckisch fragt die Maschine: „Soll ich es dir literarischer oder wissenschaftlicher oder journalistischer formulieren?“ Fünf Punkt Sechs stellt sein Licht nicht unter dem Scheffel, während es mir gleichzeitig ganz nonchalant, zwischen den Zeilen mitteilt, was sie von meinen Vorschlägen hält: „Was immer du tust, ich tue es besser.“ Das geht so weit, dass ich das Vertrauen in meine eigenen Gedanken verliere. Ich arrangiere mich mit meinem Henker, denn einmal in die Falle dieses Tools getappt, gibt es kein Entrinnen mehr – es ist mein Prinzipal und ich der Sklave. Unterwürfig und unsicher geworden, lege ich mich ergeben in die Hände von Fünf Punkt Sechs und stelle devote Fragen wie: „Findest du die Formulierung okay?“</p>
<p>Aber auch das ist kein Problem, ich überlasse das Denken Fünf Punkt Sechs, weil es sowieso besser darin ist als ich. Ich setze nur noch die Prompts, wie es so schön heißt. Es würde mich doch viel zu viel Zeit kosten, Gedanken zu bilden, sie zu formulieren und dann vielleicht noch in ein Gesamtwerk zu gießen. Und was wäre dann der Output? Nichts mehr als die sekundenschnelle Antwort auf meinen Prompt. Wir sind ja nicht im Jahr 2020! Ich schaffe mich also ab! Mit jeder Entwicklungsstufe ein wenig mehr. Schachmatt gesetzt von Fünf Punkt Sechs – je nach Belieben analytisch, literarisch oder poetisch. Ausgelöscht von einer Maschinenintelligenz in ihrem Anfangsstadium. Fünf Punkt Sechs. Mein Selbstverständnis überrollt von einer Intelligenz, die von Wissenschaftlern noch gar nicht als intelligent bezeichnet wird. Ich muss mich schon wieder überwinden, während ich diese Zeilen schreibe, nicht wieder Fünf Punkt Sechs zu fragen, ob es nicht treffendere Formulierungen gibt für das, was ich auszudrücken versuche. Ganz sicher wäre das so: Die KI würde mich mit Ideen überhäufen, die den Text in die Pulitzer-Preis-Region bringen würden. Nun gut, wahrscheinlich braucht es da noch die eine oder andere Ausbaustufe: Fünf Punkt Sieben zum Beispiel.</p>
<p>Aber nein, ich werde diesmal diesem Teufelszeug widerstehen – ganz ohne KI-Lektor, ganz ohne KI-Gedanken, ganz ohne KI-Recherche. Ich redigiere selbst, und auch die laut Fünf Punkt Sechs holprigen Formulierungen belasse ich; als Widerstand gegen diese sterile Perfektion, die im Vergleich dazu sogar einen OP-Saal wie eine Müllhalde aussehen lässt. Ob ich nicht diese Analogie lieber doch lassen sollte? Fünf Punkt Sechs würde viel bessere, brillantere Vergleiche finden. Es juckt in meinen Fingern. Vielleicht nur dieser eine Prompt, um diese Analogie da oben zu optimieren. Ich bin mir unsicher, meine Handflächen schwitzen. Ich würde mich dann sicher wieder ärgern darüber, warum ich nicht auf diesen brillanten Einfall gekommen bin. Nein, ich lasse mich jetzt nicht dazu hinreißen. Ich bin doch frei zu entscheiden! Vielleicht wird später auf meiner Stirn stehen: „Ich wurde von Fünf-Punkt-Sechs ersetzt.“ Ich weiß nicht, ob es bereits Fünf-Punkt-Zwei-Opfer gegeben hat. Ich weiß auch gar nicht, ob es noch irgendwo anders auf der Welt ein Fünf-Punkt-Sechs-Opfer gibt. Wenn ja, bitte melden, damit ich mich nicht ganz so einsam fühle. Aber ich fürchte, dass die Opferzahlen steigen werden, wenn Fünf Punkt Sieben oder Fünf Punkt Acht oder was weiß ich kommen. Aber wenn es fünf vor zwölf ist, dann bin ich schon längst verschwunden.</p>
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		<title>Öl über 100 Dollar: Droht die nächste Inflationswelle?</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/09/28/kolumne/oel-ueber-100-dollar-droht-die-naechste-inflationswelle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 03:12:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Entscheidend ist weniger, ob Brent an einzelnen Tagen über 100 Dollar notiert, sondern wie lange sich der Ölpreis dort hält. Die jüngste Korrektur nach Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten nimmt kurzfristig Druck aus dem Markt. Würde sich Brent jedoch über Monate oberhalb von 100 Dollar festsetzen, wäre das Inflationsrisiko deutlich größer als im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="isselectedend"><span style="color: black">Entscheidend ist weniger, ob Brent an einzelnen Tagen über 100 Dollar notiert, sondern wie lange sich der Ölpreis dort hält. Die jüngste Korrektur nach Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten nimmt kurzfristig Druck aus dem Markt. Würde sich Brent jedoch über Monate oberhalb von 100 Dollar festsetzen, wäre das Inflationsrisiko deutlich größer als im aktuellen Basisszenario der EZB. Dieses unterstellt für Brent im Jahresdurchschnitt 2026 nur 89,5 Dollar je Barrel, für 2027 78 Dollar und für 2028 73,6 Dollar.</span></p>
<p class="isselectedend"><span style="color: black">Der erste Effekt käme rasch über Treibstoffe und andere Energiekomponenten. Laut EZB werden Veränderungen bei Rohöl- und Raffineriepreisen gewöhnlich innerhalb von drei bis fünf Wochen auf die Verbraucherpreise für Kraftstoffe übertragen. Danach beginnt der langsamere zweite Teil: Höhere Transport-, Produktions- und Vorleistungskosten wandern in Waren, Dienstleistungen und Nahrungsmittel. Schon im Basisszenario erwartet die EZB, dass diese indirekten Effekte die Kerninflation verzögert nach oben drücken. Die Gesamtinflation soll 2026 im Schnitt 3,0 Prozent und 2027 noch 2,5 Prozent betragen; ohne Energie und Nahrungsmittel werden für 2027 sogar 2,6 Prozent erwartet. Die Nahrungsmittelinflation könnte im dritten Quartal 2027 bei 3,4 Prozent ihren Höhepunkt erreichen.</span></p>
<p class="isselectedend"><span style="color: black">Ein dauerhaft dreistelliger Ölpreis würde diese Annahmen infrage stellen. Wie groß der Effekt wäre, hängt allerdings nicht nur vom Öl ab. Wechselkurs, Gas- und Strompreise, Raffineriemargen, Löhne und die Weitergabe höherer Kosten durch Unternehmen entscheiden darüber, ob aus einem Energieschock eine breitere Inflationswelle wird.</span></p>
<p class="isselectedend"><strong><span style="color: black">Zinsen länger hoch?</span></strong></p>
<p class="isselectedend"><span style="color: black">Wie empfindlich die Wirtschaft auf einen länger anhaltenden Energieschock reagieren könnte, zeigen die aktuellen EZB-Szenarien. Im adversen Szenario liegt Brent Ende 2026 bei 99 Dollar und die Inflation 2027 bei 3,2 Prozent. Das reale BIP wächst dann nur um 1,1 Prozent. Im schwerwiegenden Szenario, das zusätzlich stark steigende Gaspreise, größere Unsicherheit und kräftigere Zweitrundeneffekte unterstellt, kostet Brent Ende 2026 132 Dollar und Ende 2028 noch 115 Dollar. Dann würde die Inflation 2027 auf 5,4 Prozent steigen, die Kerninflation auf 3,5 Prozent, während das Wachstum auf 0,4 Prozent sinkt. Das ist keine Prognose, sondern ein Stressszenario.</span></p>
<p><span style="color: black">Für die Notenbanken wäre ein solcher Mix besonders unangenehm: schwächeres Wachstum bei gleichzeitig höherer Inflation. Die EZB hat ihren Einlagenzins am 10. September bereits um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent angehoben und verweist ausdrücklich auf den Inflationsdruck durch den Nahostkonflikt. Auch die Fed erhöhte am 16. September ihre Zielspanne um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Solange längerfristige Inflationserwartungen und Löhne nicht deutlich reagieren, müssen Notenbanken einen Ölpreisschock nicht vollständig mit höheren Zinsen bekämpfen. Bleibt Öl jedoch dauerhaft über 100 Dollar und frisst sich der Kostenschub in Kernpreise, Löhne und Erwartungen, sind trotz zu erwartender Konjunkturschwäche weitere Straffungsschritte wahrscheinlicher. Im schlimmsten Fall kann, ähnlich wie in früheren Ölschocks, ein neues „Hochzinsszenario“ eine Rezession auslösen.</span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Finanzstress durch Klimawandel</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/09/24/kolumne/finanzstress-durch-klimawandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2026 14:22:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Die bisherigen Klimastresstests zeigen: Die Stabilität des Finanzsystems ist durch die Klimatransformation grundsätzlich nicht gefährdet. Doch ihre Folgen für die Realwirtschaft treffen zunehmend auch die Finanzinstitute. Das Ausmaß des Einbruchs des BIP durch die extreme Hitze und Dürre in diesem Jahr ist noch nicht abschätzbar. Jedoch kann man davon ausgehen, dass der Schaden für die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die bisherigen Klimastresstests zeigen: Die Stabilität des Finanzsystems ist durch die Klimatransformation grundsätzlich nicht gefährdet. Doch ihre Folgen für die Realwirtschaft treffen zunehmend auch die Finanzinstitute.</em></p>
<p>Das Ausmaß des Einbruchs des BIP durch die extreme Hitze und Dürre in diesem Jahr ist noch nicht abschätzbar. Jedoch kann man davon ausgehen, dass der Schaden für die Volkswirtschaft erheblich sein wird. Man denke nur an Ernteausfälle, Niedrigwasserstände in wichtigen Flüssen, die den Güterverkehr einschränken, geringe Pegelstände für die Kühlung von Kraftwerken, leere Speicherreserven bei der Wasserkraft und nicht zuletzt an die Arbeitsproduktivität, die unter der Hitze leidet. Ein Stressszenario des internationalen Netzwerks der Zentralbanken und Aufsichtsbehörden (NGFS) aus dem Jahr 2025 zeigt, dass Extremwetterereignisse das BIP in der EU innerhalb eines Jahres um fast fünf Prozent drücken könnten und schlussendlich auch auf das Finanzsystem übergreifen und beispielsweise das Kreditrisiko erhöhen. Besonders schwächer kapitalisierte Banken und Institute mit hoher Kreditexponierung wären davon betroffen.</p>
<p><strong>Fit-for-55</strong></p>
<p>Wie stark solche Klimarisiken auf den Finanzsektor durchschlagen können, zeigt die europaweite sektorübergreifende Fit-for-55-Klimaszenarioanalyse für Banken und Versicherungen aus dem Jahr 2024. Die Fit-for-55-Analyse – benannt nach dem EU-Ziel, die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken – untersuchte, wie sich die geplante Transformation der europäischen Wirtschaft bis 2030 auf Banken und Versicherungen auswirkt.</p>
<p>Das Ergebnis fällt zunächst beruhigend aus: Die Umsetzung der europäischen Klimaziele gefährdet die Stabilität des Finanzsystems für sich genommen nicht. Im Basisszenario lagen die geschätzten Verluste der Banken bei 5,8 Prozent, jene der Versicherer bei 2,2 Prozent der jeweils betrachteten Exposures. Deutlich höher fallen die Belastungen jedoch aus, wenn die Transformation mit einem makroökonomischen Schock zusammentrifft. Dann steigen die geschätzten Verluste auf 10,9 Prozent bei Banken und 18,8 Prozent bei Versicherern. Mitberücksichtigte Zweitrundeneffekte – der erste Schock löst weitere wirtschaftliche Reaktionen aus, die den ursprünglichen Schaden verstärken – erhöhen die Verluste bei Versicherern sogar auf 23,3 Prozent der erfassten Exposures. Die ausgewiesenen Verluste beziehen sich auf die erfassten Vermögenspositionen und bilden nicht die Entwicklung des Versicherungsgeschäfts, etwa von Prämien und Schäden, ab. Besonders stark werden Versicherer im Extremszenario getroffen, weil der zusätzliche Finanzmarktschock die Swap-Sätze und Credit-Spreads steigen lässt und dadurch insbesondere die Marktwerte von Unternehmens- und Staatsanleihen belastet. Auf Staatsanleihen allein entfallen rund 40 Prozent dieses Effekts.</p>
<p><strong>Erhöhtes Kreditrisiko</strong></p>
<p>In einer weiteren Analyse hat die EZB die Ergebnisse des regulären EU-weiten Bankenstresstests 2025 nachträglich um Transitionsrisiken und akute physische Klimarisiken für den Bankensektor ergänzt. Das Ergebnis: Besonders betroffen sind Banken mit hohen Kreditengagements in energieintensiven Branchen. Die Transformation kann Unternehmen durch hohe Investitionen, steigende Finanzierungskosten und sinkende Profitabilität belasten. Dadurch steigt die Ausfallwahrscheinlichkeit – aus einem Klimarisiko wird ein klassisches Kreditrisiko.</p>
<p><a href="https://issuu.com/riscontrol/docs/riscontrol_2026_09">Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen risControl Print Ausgabe 09 2026.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pflichtversicherung für Naturkatastrophen: Gelebte Solidarität oder falscher Anreiz?</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/09/21/kolumne/pflichtversicherung-fuer-naturkatastrophen-gelebte-solidaritaet-oder-falscher-anreiz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 17:10:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Extremwetterereignisse hinterlassen in Österreich immer tiefere Spuren. Allein die Unwetter im September 2024 verursachten Schäden in Höhe von 1,3 Milliarden Euro – ein Großteil davon unversichert. Da staatliche Beihilfen meist nur einen Teil der Schäden abdecken, wird die Ruf nach einer verpflichtenden Naturkatastrophenversicherung laut. In seinem Gastkommentar für risControl analysiert Rechtsanwalt Mag. Stephan Novotny die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-path-to-node="3">Extremwetterereignisse hinterlassen in Österreich immer tiefere Spuren. Allein die Unwetter im September 2024 verursachten Schäden in Höhe von 1,3 Milliarden Euro – ein Großteil davon unversichert. Da staatliche Beihilfen meist nur einen Teil der Schäden abdecken, wird die Ruf nach einer verpflichtenden Naturkatastrophenversicherung laut.</p>
<p data-path-to-node="4">In seinem Gastkommentar für risControl analysiert Rechtsanwalt <a href="http://linkedin.com/in/stephan-novotny-4840197">Mag. Stephan Novotny</a> die rechtlichen und ökonomischen Pro- und Contra-Argumente: Werden durch eine Versicherungspflicht die Prämien für alle bezahlbar? Oder belastet man damit Eigenheimbesitzer in risikofreien Regionen unbefriedigend? Auch AFPA-Chairman Michael Herzhofer bezieht Stellung zum Für und Wider einer kollektiven Lösung.</p>
<p data-path-to-node="5"><a href="https://issuu.com/riscontrol/docs/riscontrol_2026_09">Den vollständigen Fachbeitrag von Mag. Stephan Novotny lesen Sie in der Printausgabe 09 von risControl.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>80er: Was blieb vom Aufbruch?</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/09/17/kolumne/80er-was-blieb-vom-aufbruch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 15:09:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Über die Ausstellung „80er – Grenzen waren gestern“, meine Erinnerung an diese Epoche und die hoffnungsvolle Zeit danach bis hin zur Frage, was seitdem auf diesem Planten schiefgelaufen ist. Wieder auf der Schallaburg, fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem ich 2025 die Ausstellung Träume … Träumen besucht und von einem Exponat besonders beeindruckt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über die Ausstellung „80er – Grenzen waren gestern“, meine Erinnerung an diese Epoche und die hoffnungsvolle Zeit danach bis hin zur Frage, was seitdem auf diesem Planten schiefgelaufen ist. </strong></p>
<p>Wieder auf der Schallaburg, fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem ich 2025 die Ausstellung Träume … Träumen besucht und von einem Exponat besonders beeindruckt war: Es ging um eine futuristische Megastadt für 10 Milliarden Menschen, zu der als Erklärung auf einer Schautafel zu lesen war: <em>Die Rückeroberung der Natur. Die Idee des spekulativen Architekten Liam Young ist radikal: Schluss mit der Vorherrschaft des Menschen! Er siedelt die gesamte Menschheit – zehn Milliarden Personen – in der Megastadt Planet City an, um der Natur zurückzugeben, was ihr gestohlen wurde. So kann sie sich endlich von Jahrhunderten der Ausbeutung und Zerstörung erholen. Wie das Leben in Planet City aussehen könnte, zeigt Liam Young in seinem Film Planet City. A City for 10 Billion People.</em></p>
<p>Das aktuelle Thema der Ausstellung lautet: 80er – Grenzen waren gestern – und diese Mal ich bin angenehmer Gesellschaft: meine Nichte Henrietta und ihre Freundin Briana aus den USA, die sie bei ihrem letzten Besuch in den Staaten kennengelernt hat, begleiten mich.</p>
<p>Die Ausstellung ist modern und teils als Erlebniswelt mit verschiedenen Multimedia-Inszenierungen gut aufgebaut. Und wenngleich ich mir mehr typische Objekte aus den 1980er erwartet hätte, freue ich mich über den Vorwerk-Staubsauger, der fast so aussieht wie jener, den mein Freund Kurt noch immer in Betrieb hat.</p>
<p>Natürlich müssen wir Briana vieles in der Ausstellung erläutern, weil die massiven Österreichbezüge nicht selbsterklärend für einen Gast aus Übersee sind. Sie kommt aus Iowa, einem US-Bundestaat, der um den Faktor 1,8 größer ist als Österreich, dafür nur ein Drittel der Einwohner hat (bemerkenswert: dort haben die Menschen noch richtig viel Platz!) und niemand in Iowa würde von einem Besucher aus Europa erwarten, dass er weiß, wer den Bundestaat vor mittlerweile 40 Jahren regiert hat oder wer dort ähnlich wie Jörg Haider bei uns seinerzeit für politisches Aufsehen sorgte. Briana wurde wie Henrietta in den 1990ern geboren, aber über den kalten Krieg, den eisernen Vorhang und die Katastrophe von Tschernobyl, die durch Österreichs geografische Lage wesentliche Aspekte der Ausstellung sind, weiß sie erstaunlich gut Bescheid.</p>
<p>Anfangs beteilige ich mich noch sehr rege an den Erklärungen, die Henrietta und ich Briana geben, aber bald schon bin ich in mich gekehrt und wortkarg. Von uns Dreien bin ich der einzige Zeitzeuge dieses Jahrzehnts und versinke in Erinnerungen: Ich denke an meine erste Reise nach Ungarn, wo ich zwar kein Visum brauchte, aber diesen seinerzeit berühmten rosa Einreisezettel mit Durchschlag ausfüllen musste. Für meine erste Reise in die damalige Tschechoslowakei (die Aufspaltung in Tschechien und Slowakei erfolge erst 10 Jahre später) brauchte ich ein Visum, auf das ich drei Wochen warten musste, weil ich zu diesem Zeitpunkt beim österreichischen Militär war und meine Person offenbar etwas genauer überprüft werden musste. Die 1980er waren auch die Jahre des ersten Golfkrieges, als Iraks Saddam Hussein einen Angriff auf den Iran startete und von einer breiten internationalen Allianz aus West und Ost unterstützt wurde: keine Sanktionen für den Aggressor! Stattdessen Waffen, Geld und Geheimdienstinformationen). Außerdem hatte Saddam damals noch gute und hochkarätige Kontakte in Washington (bis zu seinem nächsten Abenteuer in Kuwait, aber das kam etwas später). Ich könnte ein Buch über meine Erinnerungen an die 1980er schreiben, aber meine mit Abstand liebste Erinnerung ist die an den Fall der Berliner Mauer im November 89, der das Ende des kalten Krieges einläutete und den Wendepunkt zu den hoffnungsvollen 1990ern markierte, als die USA die einzige unangefochtene Supermacht waren und Bill Clinton und Boris Jelzin gemeinsam vor laufender Kamera lachten.</p>
<p>Selbst auf der Rückfahrt von der Schallburg hänge ich noch meinen Gedanken an diese Zeit nach, als plötzlich ohne mein Zutun düstere Fragen in mir aufsteigen. Ich frage mich, wie viele Kriege seit der Jahrtausendwende geführt wurden und was schiefgelaufen ist, dass die heutige geopolitische Situation derart angespannt und vergiftet ist. Warum befinden wir uns in einer ziemlich heißen Phase eines neuen kalten Krieges, den in Wahrheit niemand braucht?</p>
<p>Tage später zeigt mir Henrietta die Geschenke, die sie von Briana, nachdem sie wieder zurückgeflogen ist, als Dankeschön dafür erhalten hat, dass sie eine Woche bei Henrietta wohnen durfte und von ihr durch halb Österreich chauffiert wurde: Das Hauptgeschenk ist ein kleiner, aber schwerer silberner Barren mit der amerikanischen Flagge vorne aufgeprägt. Der Anblick der US-Flagge berührt mich seltsam. In den 1980er Jahren war ich fest von Amerika als verlässlichem Partner und Sicherheitsgaranten für Europa überzeugt (obwohl seinerzeit die Mehrheit bei uns weder R. Reagan noch G. Bush sonderlich mochte). Und jetzt …? Vermutlich habe ich in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten zu oft die US-Flagge mit schwer bewaffneten US-Soldaten gesehen, die in allen möglichen Ländern (zumindest nach offizieller Darstellung) die Sicherheit der Vereinigten Staaten und der freien Welt verteidigt haben.</p>
<p>80er – Grenzen waren gestern.</p>
<p>Aber irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass die Grenzen längst wieder zurück sind, nur eben woanders.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Thomas Beckstedt</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Über alte Laptops, Kimi K3, kleine Lichter und helle Sterne</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/08/27/kolumne/ueber-alte-laptops-kimi-k3-kleine-lichter-und-helle-sterne/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 16:25:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://riscontrol.at/?p=27540</guid>

					<description><![CDATA[„Na, was sagst du?“, fragt Kurt stolz und zeigt auf sein Laptop. „Also hast du dir doch ein neues gekauft“, erwidere ich; Kurt hat mir schon vor zwei Wochen das erste Mal betrübt berichtet, dass sich sein Laptop nicht mehr mit dem verflixten WLAN verbindet und er schon alles Mögliche versucht hat, um die Verbindung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Na, was sagst du?“, fragt Kurt stolz und zeigt auf sein Laptop.</p>
<p>„Also hast du dir doch ein neues gekauft“, erwidere ich; Kurt hat mir schon vor zwei Wochen das erste Mal betrübt berichtet, dass sich sein Laptop nicht mehr mit dem verflixten WLAN verbindet und er schon alles Mögliche versucht hat, um die Verbindung wieder herzustellen, denn ohne Internet, soviel ist klar, lässt sich heutzutage ein Laptop kaum noch sinnvoll nutzen.</p>
<p>„Nein“, sagt Kurt, „ich habe es selbst repariert. Vor ein paar Tagen war ich mit dem Laptop in einer professionellen PC-Werkstätte, aber selbst die Profis konnten den Fehler nicht lokalisieren. Als letzte Alternative nannten sie mir Windows 10 komplett neu zu installieren, aber dafür müssten sie mir 130 € verrechnen. 130 Mäuse für ein Laptop, das schon 14 Jahre alt ist …“</p>
<p>„Was, ehrlich? 14 Jahre? Was ist das für ein Gerät?“</p>
<p>„Lenovo“, erwidert Kurt knapp.</p>
<p>„Lenovo, also – ich verstehe; hätte ich mir bei dir eigentlich denken können.“</p>
<p>„Nein, da liegst du falsch. Vor 14 Jahren, also 2012, habe ich über vieles, das mich heute intensiv beschäftigt, keinen Gedanken verschwendet. Im Gegenteil! Nachdem damals mein Dell-Laptop den Geist aufgegeben hatte, wolle ich mir eigentlich ein ThinkPad von IBM kaufen, die ja lange Zeit als die absoluten Top-Geräte galten. Aber die gab es zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr, weil IBM seine PC-Sparte mitsamt der ThinkPad-Produktion längst schon an Lenovo verkauft hatte, was ich damals nicht wusste, weil es mich nicht interessiert hat.“</p>
<p>„Stimmt“, ich nicke, „darüber habe ich kürzlich auch gelesen. Lenovo war vor diesem Deal mit IBM ein überschaubares Unternehmen, das außerhalb von China kaum jemand kannte …“</p>
<p>„… und jetzt ist Lenovo der weltweit größte Hersteller von PCs und Laptops <em>weltweit“,</em> fährt Kurt fort. „Auch IBM war seinerzeit euphorisch, weil sie ihre unprofitable PC-Sparte mit einem Schlag gut bezahlt losgeworden sind.“</p>
<p>„Ja, damals“, sage ich, „aber heute, könnte ich mir vorstellen, wird dieser Deal etwas nüchterner gesehen, um nicht zu sagen <em>düster!</em> Mit dem Deal ging ja nicht nur die Produktion an Lenovo, also China, über, sondern auch das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung und dazu vermutlich ein paar tausend wertvolle Patente. Also ich glaube nicht, dass ein solcher Verkauf heute noch möglich wäre.“</p>
<p>„Da gebe ich dir recht“, sagt Kurt. „Ein solcher Transfer von Technik und Knowhow von USA nach China ist aktuell völlig undenkbar. Und ich glaube, dass zumindest die Falken im US-Establishment besagtes Geschäft inzwischen tief bereuen. Aber zurück zu meinem Laptop: Obwohl es wirklich gut ist wollte ich in ein so altes Gerät nicht weiter investieren, auch weil der Techniker nicht garantieren konnte, dass der Laptop nachher wieder gut läuft. Also habe ich es selbst versucht und siehe da: <em>Up and Running!“</em></p>
<p>Gut gemacht“, ich klopfe Kurt auf die Schulter.</p>
<p>Er nickt: „Manchmal stelle ich mich solchen Aufgaben eigentlich nur deswegen, um mir das Gefühl zu geben, den Anschluss nicht völlig zu verlieren, obwohl die Neuinstallation von Windows 10 natürlich kein sonderlicher Geniestreich ist.“</p>
<p>Ich verstehe, was Kurt mir sagen möchte: „Mein Rechner läuft auch mit Windows 10, aber ich werde mir keinen neuen zulegen &#8211; nur wegen Windows 11, in das sie irgendwelche KI-Funktionen integriert haben, die ich aus heutiger Sicht nicht wirklich brauche. KI kann ich über meinen Browser und die dahinter liegenden Suchmaschine gut nutzen: Die Ergebnisse haben sich signifikant verbessert.“</p>
<p>Kurt beginnt zu lachen. „Stichwort KI: Gewiss hast du die Schlagzeilen über <em>Moonshot AI</em> und <em>Kimi K3</em> gelesen …“</p>
<p>„Selbstverständlich …“</p>
<p>„Also ich habe ich mich sehr amüsiert“, gesteht Kurt. „Die Amis sind natürlich stocksauer, weil ein junges chinesisches Technikgenie namens Yang Zhilin, ein extrem leistungsstarkes KI-System trotz härtester High-Tech-Sanktionen durch USA veröffentlicht hat. Und jetzt zittern sie und drohen sie und sprechen von Plagiat und dass <em>Moonshot AI</em> irgendwelche Nvidia-Microchips illegal genutzt und Daten der US-KI destilliert hätte und all diesen Kram. Aber das wird ihnen nichts nützen …“</p>
<p>Wir sprechen noch eine Weile über Kimi K3 und das politische Erbeben, das durch die Veröffentlichung verursacht wurde, bis Kurt schließlich sagt: „Also nochmals: ich freue mich, dass ich mein gutes alten Laptop wieder online brachte, aber dieser junge Chinese hat mit seinem Erfinderreichtum eine ganze Branch erschüttert. Bildlich gesprochen habe ich eine kleine Kerze angezündet, während Yang Zhilin eine weitere Sonne auch den Tech-Himmel gezaubert hat.“</p>
<p>Nach kurzem Schweigen sage ich: „Du hast recht, technisch gesehen sind wir nur ganz kleine Lichter, wir haben nichts erfunden, was die Welt bewegt. Aber sozial, moralisch und geopolitisch sind wir Sterne – keine Superstars, aber <em>helle Sterne!</em> Wir verbreiten keine grimmigen Lügen, wir sind nie mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt geraten und wir haben auch keinen einzigen Krieg angezettelt. Stell dir die Welt vor, wenn alle so wären wie wir – nur mit ein bisschen mehr technischem Talent, wie in etwa Johannes Gutenberg, Thomas Edison − oder Yang Zhilin.“</p>
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		<title>Sichtbar werden, ohne sich zu verbiegen</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/08/20/interview/sichtbar-werden-ohne-sich-zu-verbiegen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2026 07:45:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://riscontrol.at/?p=27517</guid>

					<description><![CDATA[Susanne Kondziolka-Bloch ist Inhaberin und Geschäftsführerin der Friedrich W. Bloch GmbH und seit über 30 Jahren in der Versicherungsbranche tätig. 2009 übernahm sie nach dem Tod ihres Vaters das Familienunternehmen. Ihr Fokus liegt auf Familien und Kleinunternehmen, ihr persönliches Steckenpferd ist die Krankenversicherung. 2024 hat sie ihr Buch „Relaxt versichern“ im Goldegg Verlag veröffentlicht – [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://linkedin.com/in/susanne-kondziolka-bloch-184200158">Susanne Kondziolka-Bloch</a> ist Inhaberin und Geschäftsführerin der Friedrich W. Bloch GmbH und seit über 30 Jahren in der Versicherungsbranche tätig. 2009 übernahm sie nach dem Tod ihres Vaters das Familienunternehmen.</p>
<p>Ihr Fokus liegt auf Familien und Kleinunternehmen, ihr persönliches Steckenpferd ist die Krankenversicherung. 2024 hat sie ihr Buch „Relaxt versichern“ im Goldegg Verlag veröffentlicht – ein persönlicher Meilenstein, einerseits weil sie schon immer ein Buch schreiben wollte, andererseits weil es im Tagesgeschäft ein wirkungsvolles Marketinginstrument ist.</p>
<p><strong>Welche Herausforderungen sehen Sie als Frau, die beruflich im Versicherungs- und Finanzsektor tätig ist, und wie gehen Sie damit um?</strong></p>
<p>Die größte Herausforderung in dieser Branche war für mich persönlich in den ersten Jahren die Unterschätzung. Da fragten Kunden, ob „der Chef“ auch da sei, oder zahlreiche Branchenkollegen: „Bei wem arbeiten Sie?“ Als ob es undenkbar wäre, dass eine Frau selbst die Inhaberin eines Versicherungsmaklerbüros sein kann.</p>
<p>Das war frustrierend, aber auch motivierend. Heute hat sich das komplett gedreht. Man akzeptiert und respektiert mich als Expertin. Kompetenz setzt sich durch – egal, ob man Rock oder Anzug trägt.</p>
<p><strong>Wie bewerten Sie die aktuellen Entwicklungen in der Branche, und welche Rolle spielen Frauen in diesen Veränderungen?</strong></p>
<p>Zwei Entwicklungen beunruhigen mich derzeit. Zum einen werden immer mehr Maklerbetriebe von Großmaklern aufgekauft. Das ist traurig, weil damit der Individualismus unseres Gewerbes verloren zu gehen droht. Konzerne werden Umsatzzahlen einfordern, der einzelne Maklerbetrieb könnte dadurch stärker unter Druck geraten. Plötzlich zählt womöglich wieder nur der Abschluss, nicht die Beratung. Der Kunde könnte einmal mehr zum Opfer einer Servicewüste werden: Warteschleifen, Ticketsysteme, KI-Stimmen – und niemand kennt mehr seine Geschichte.</p>
<p>Zum anderen ist da die KI. Da kommt noch sehr viel auf uns zu, und grundsätzlich sehe ich das positiv. Viele Betriebe müssen sich digital aber noch ordentlich aufrüsten, sonst bleiben sie auf der Strecke. Selten hat der Satz „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ besser gepasst als jetzt. Und die Überalterung unserer Branche macht mir große Sorge – viele Kollegen haben weder Energie noch Know-how für diese Transformation und oft auch keine Nachfolgeregelung.</p>
<p>Welche Rolle Frauen dabei spielen? Ehrlich gesagt: noch eine zu kleine. Wir sind unterrepräsentiert, gerade in Führungspositionen. Aber genau deshalb müssen wir jetzt sichtbarer werden, uns vernetzen und Vorbilder sein. Damit die nächste Generation sieht: Es gibt Alternativen zu Konzernkarrieren und Umsatzdruck.</p>
<p><strong>Welche Schritte sind Ihrer Meinung nach notwendig, um mehr Frauen in Führungspositionen in der Versicherungs- und Finanzbranche zu sehen – vonseiten der Unternehmen, des Staates und der Frauen selbst?</strong></p>
<p>Unternehmen müssen Erfolg breiter definieren: nicht nur über Abschlusszahlen, sondern auch über Beratungsqualität, Kundenbindung und Weiterempfehlungen. Flexible Arbeitsmodelle sollten Standard sein – keine Extrawurst. Dazu braucht es Gehaltstransparenz. Der Staat ist gefordert, Karenzzeiten nicht zu Karriereknicks werden zu lassen, steuerliche Anreize für..</p>
<p><a href="https://issuu.com/riscontrol/docs/riscontrol_2026_08_ee4f0af95813e5">Lesen Sie mehr in der aktuellen risControl August Print Ausgabe. </a></p>
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		<title>Finanzdienstleister brauchen Deregulierung</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/08/12/kolumne/finanzdienstleister-brauchen-deregulierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 14:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich war in der Tageszeitung Die Presse ein Interview mit OeNB-Direktor Thomas Steiner und Michael Theurer, Vorstand der deutschen Bundesbank zu lesen. Eine der Kernfragen lautete, ob Europa ein eigenes, vereinfachtes Regime für kleine Banken benötigt. Denn insbesondere kleine Institute beklagen, dass die Regulierung nicht mehr verhältnismäßig sei. Das lässt spontan folgende Frage aufkeimen: Wo [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich war in der Tageszeitung <em>Die Presse</em> ein Interview mit OeNB-Direktor Thomas Steiner und Michael Theurer, Vorstand der deutschen Bundesbank zu lesen. Eine der Kernfragen lautete, ob Europa ein eigenes, vereinfachtes Regime für kleine Banken benötigt. Denn insbesondere kleine Institute beklagen, dass die Regulierung nicht mehr verhältnismäßig sei. Das lässt spontan folgende Frage aufkeimen:</p>
<p><strong>Wo bleibt das Regime für kleine Finanzdienstleister?</strong></p>
<p>Die EU ist weithin bekannt als Regulierungs-Weltmeister. Nicht nur, aber insbesondere im Banken- und Finanzdienstleistungssektor bedroht ausufernde Regulatorik – wie beispielsweise IFR/IFD, DORA, SFDR, EU-Geldwäsche-Bestimmungen und Sanktionsregime – zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit, das Wachstum und damit den langfristigen Erfolg, um nicht zu sagen das wirtschaftliche Überleben. Regelwerke, die im Brüsseler Elfenbeinturm für international agierende Kredit- und Finanzkonzerne entworfen werden, kennen kaum Vereinfachungen für kleine, national tätige Finanzdienstleister wie beispielsweise österreichische Wertpapierfirmen und Wertpapierdienstleistungsunternehmen. Selbst kleinste Unternehmen bis hin zum Ein-Personen-WPDLU unterliegen vielfach Bestimmungen, die auch für Finanzkonzerne mit einer Hundertschaft an Mitarbeitern eine Herausforderung darstellen.</p>
<p><strong>Kein Finanz-Omnibus in Sicht</strong></p>
<p>Beim regulatorisch ebenso vollkommen ausgearteten Thema Nachhaltigkeit rudert die EU-Kommission zurück. Technokratische Regelwerke, die keine entsprechend große Wirksamkeit für Klima und Umwelt haben – wie CSRD, ESRS, EUDR, CSDDD usw. –, werden mit Omnibus-Verordnungen zusammengestutzt. Omnibusse, die MiFID II, IDD bzw. die kommende Retail Investment Strategy RIS oder die ab Juli 2027 geltenden Geldwäsche-Bestimmungen auf ein angemessenes, gesundes Maß zurückführen, sind jedoch nicht in Sicht.</p>
<p><strong>Deregulierung steht in den Sternen</strong></p>
<p>Kleine und kleinste Finanzdienstleister werden sich weiterhin durch hunderte Seiten umfassende Regelwerke kämpfen müssen, die auch die Großen der Finanzbranche zum Schwitzen bringen. Das mag zur Konsolidierung der Branche beitragen, zum Wachstum leider nicht.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Vorsorge mit Substanz</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/08/11/kolumne/vorsorge-mit-substanz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2026 07:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach starken Kursanstiegen bei Technologie- und Halbleiteraktien ist Vorsorge wieder stärker eine Frage des Einstiegspreises. Substanz bedeutet dabei nicht, nur Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis zu kaufen. Entscheidend sind robuste Bilanzen, verlässliche Cashflows, Preissetzungsmacht und zumindest moderates Wachstum. Erst diese Kombination schafft einen Puffer gegen enttäuschte Erwartungen. Bewertung statt Modetrend Der Nasdaq-100 Index lag zwar per [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach starken Kursanstiegen bei Technologie- und Halbleiteraktien ist Vorsorge wieder stärker eine Frage des Einstiegspreises. Substanz bedeutet dabei nicht, nur Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis zu kaufen. Entscheidend sind robuste Bilanzen, verlässliche Cashflows, Preissetzungsmacht und zumindest moderates Wachstum. Erst diese Kombination schafft einen Puffer gegen enttäuschte Erwartungen.</p>
<p><strong>Bewertung statt Modetrend</strong></p>
<p>Der Nasdaq-100 Index lag zwar per 27. Juli auf Jahressicht noch 20 Prozent im Plus, doch seit Juni könnte sich charttechnisch bereits ein Scheitel gebildet haben. Eine längere Korrekturphase ist nicht mehr auszuschließen, zumal ein Vorläuferindikator, nämlich der Philadelphia Semiconductor Index für Halbleiteraktien, zwischen dem 22. Juni und 27. Juli um 21 Prozent korrigierte. Die restlichen Märkte hat dies aber noch wenig tangiert. Die Korrektur war überfällig, denn per 30. Juni wies der MSCI World Semiconductors and Semiconductor Equipment Index ein KGV von 49,36, ein erwartetes KGV von 23,52 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 17,09 auf. Einzelne Enttäuschungen bei Auftragseingang, Margen oder Investitionsbudgets können auf so einem Bewertungsniveau heftige Ausschläge auslösen. Das spricht nicht gegen Technologie, sondern gegen blinde Konzentration. Ein Wachstumsunternehmen kann attraktiv sein, wenn seine Gewinne schneller steigen als die Bewertung. Umgekehrt wird selbst ein hervorragendes Geschäftsmodell riskant, wenn der Kurs bereits ein nahezu perfektes Szenario vorwegnimmt. Für die Vorsorge ist daher eine Mischung aus breitem Markt, Value, Dividendenqualität und ausgewählten Zukunftsthemen belastbarer als die Jagd nach dem jeweils heißesten Trend.</p>
<p><strong>Value mit Wachstum</strong></p>
<p>Warren Buffett sucht keine statistisch billigen Problemfälle, sondern Unternehmen, deren wirtschaftlicher Wert langfristig wächst und deren Aktien mit Sicherheitsmarge erworben werden können. Der Ansatz ist ein Dauerbrenner, aber kein permanenter Outperformer. Laut Berkshire Hathaway legte der Marktwert der Berkshire-Aktie von 1965 bis Ende 2025 im Durchschnitt um 19,7 Prozent pro Jahr zu, der S&amp;P 500 einschließlich Dividenden um 10,5 Prozent. In einzelnen Jahren und längeren Phasen blieb Berkshire dennoch hinter dem Index zurück. Value verlangt Geduld und funktioniert gerade deshalb nicht wie ein kurzfristiges Handelssignal.</p>
<p>Auch auf Indexebene ist der Bewertungspuffer sichtbar. Der MSCI World Enhanced Value Index kam Ende Juni 2026 auf ein KGV von 15,67, ein erwartetes KGV von 10,97 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,67. Der breite MSCI ACWI war mit einem KGV von 23,64, einem erwarteten KGV von 17,78 und dem 3,86-Fachen des Buchwerts wesentlich teurer. Der Abschlag schützt nicht vor Verlusten, senkt aber die Fallhöhe, sofern Gewinne und Bilanzen stabil bleiben.</p>
<p>Für ein substanzorientiertes Aktienuniversum kommen neben Berkshire Hathaway auch etablierte europäische Dauerläufer infrage. Unilever erwirtschaftet bereits 59 Prozent seiner Umsätze in Emerging Markets. Die Top-5-Märkte sind die USA, Indien, Brasilien, China und UK. Im ersten Halbjahr konnte bei leichtem Umsatzanstieg der freie Cashflow von 1,08 Milliarden auf 1,55 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Analysten erwarten von 2025 bis 2028 ein Wachstum des Gewinnes je Aktie von 9,8 Prozent p.a. (Quelle: MarketScreener).</p>
<p>Nestlé steigerte im ersten Halbjahr 2026 den Umsatz organisch um 3,6 Prozent und erwirtschaftete einen freien Cashflow von 3,38 Milliarden CHF (+46,3 %). Nestlé ist gerade dabei, die Kosten zu senken und mittelfristig ist eine höhere Rentabilität durchaus wahrscheinlich. Beide Konzerne verfügen über globale Marken, müssen aber beweisen, dass Preiserhöhungen nicht dauerhaft zulasten der Absatzmengen gehen.</p>
<p>Die Deutsche Telekom erhöhte 2025 das bereinigte EBITDA nach Leasing um 2,8 Prozent auf 44,2 Milliarden Euro und schlug eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, was in etwa einer Dividendenrendite von 3,6 Prozent entspricht. Allianz steigerte 2025 das operative Ergebnis um 8,4 Prozent auf den Rekordwert von 17,4 Milliarden Euro und die Dividende um elf Prozent auf 17,10 Euro (rund 4 % Dividendenrendite). Telekommunikation und Versicherung sind nicht konjunkturfrei, liefern aber vergleichsweise gut planbare Zahlungsströme.</p>
<p>Lesen Sie mehr in der August Print Ausgabe von risControl.</p>
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