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	<title>Kolumne &#8211; risControl</title>
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	<description>Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation</description>
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	<title>Kolumne &#8211; risControl</title>
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	<item>
		<title>Software gets eaten itself</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/06/05/kolumne/software-gets-eaten-itself/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jun 2026 03:11:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[„Software is eating the world“: Diesen Ausspruch tätigte Marc Andreessen im Jahr 2011. Und er sollte recht behalten, hat sich die relative Gewichtung von Software-Unternehmen in globalen Indizes in den 15 Jahren seither doch mehr als verdoppelt. Stabiles überdurchschnittliches Wachstum und Skalierbarkeit waren zwei der Haupttreiber, wofür die Software-Riesen bei Investoren geliebt wurden. Doch die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Software is eating the world“</em>: Diesen Ausspruch tätigte Marc Andreessen im Jahr 2011. Und er sollte recht behalten, hat sich die relative Gewichtung von Software-Unternehmen in globalen Indizes in den 15 Jahren seither doch mehr als verdoppelt. Stabiles überdurchschnittliches Wachstum und Skalierbarkeit waren zwei der Haupttreiber, wofür die Software-Riesen bei Investoren geliebt wurden. Doch die letzten Monate waren von Liebesentzug gekennzeichnet. KI und insbesondere agentische KI stellen das SaaS-Geschäftsmodell (software as a service) in der aktuellen Form infrage. Ich bin der Meinung, dass wir es tatsächlich mit einem Wendepunkt zu tun haben könnten. Was mich zu diesem Schluss kommen lässt, ist unter anderem Peter Steinbergers OpenClaw. In den letzten sechs Wochen haben wir die open-source software getestet und glauben, dass sie einen Blick in die KI-Zukunft offenbart. In eine Zukunft, die nichts Gutes für Software-Giganten verheißt.</p>
<p>Dabei ist – wie so oft bei Krisen – KI nur der Auslöser, der eine bereits zuvor bestehende Schwäche schonungslos offenlegt. Denn die großen Tech-Konzerne sind innovationsträge geworden. Es ist symptomatisch, dass agentische KI von Einzelentwicklern wie Peter Steinberger oder vergleichsweise kleinen Häusern (wie Manus aus China) kommt und nicht von den Labs der Tech-Giganten. KI ist bereits heute in der Lage software zu schreiben und sie wird diese Fähigkeit weiter ausbauen. KI ist auch in der Lage Software zu verwenden – oftmals weit effizienter als dies menschliche Nutzer könnten. Damit drohen LLMs ganz nebenbei das Geschäftsmodell der Big-Tech-Softwarehäuser aufzufressen.</p>
<p><strong>Asien als Hauptprofiteur</strong></p>
<p><em>Silicon Valley</em> hat mit Silizium-Transistoren und der tatsächlichen Produktion von Mikroprozessoren schon lange nichts mehr zu tun. Dieser Teil des Geschäfts wurde über Jahre und Jahrzehnte in Länder ausgelagert in denen günstiger gefertigt werden konnte. Die längste Zeit eine logische und margenerhöhende Maßnahme, lag der Gewinntreiber doch in nahezu beliebig skalierbarer Software. Doch dieser outsourcing-Trend könnte sich nun rächen. Einerseits weil die Unternehmen – in den vormals als Billiglohnländer bezeichneten Staaten &#8211; das Produktions-Know-How nicht nur übernommen, sondern dieses auf ein völlig neues Level geführt haben. Es hat einen Grund warum TSMC die anspruchsvollsten Prozessoren (3 und 2 Nanometer-Fertigung) fast ausschließlich an den taiwanischen Standorten in Hsinchu und Kaohsiung baut und nicht etwa in Arizona. Andererseits weil es im digitalen Zeitalter (mit)entscheidend ist, wer Hardware (und Energie!) erzeugen kann. Die geopolitische Komponente dieser (Macht)verschiebung ist evident.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir glauben den ersten Akt der „Revanche des Physischen“ zu erleben. KI bringt Software (und andere digital dominierte Branchen) in Bedrängnis aber sie braucht ihrerseits (viel!) compute/Prozessorkapazität. Und wer kontrolliert die Hardware-Supply-Chain? Wo lassen Apple, Nvidia &amp; Co produzieren? Wo kommen DRAM, Flash und HBM-Speicher her? Mehrheitlich aus Asien, vor allem aus Taiwan und Südkorea. Unsere These ist, dass das Narrativ der „Software-Dominanz“ abgelöst wird und dass Asien ein Hauptprofiteur dieses Trends ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sonne, Strand, Meer und Beton</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/28/kolumne/sonne-strand-meer-und-beton/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2026 14:26:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Über eine Reise nach Montenegro, Sonne, Strand, Meer und Beton und die tiefe Einsicht in das menschliche Dasein eines New Yorker Taxifahrers Ende April dieses Jahres ist es so weit: Thomas und ich reisen nach Montenegro, nachdem wir unseren ursprünglichen Plan (Urlaub in Aserbaidschan) um ein Jahr verschoben haben. Der Flug nach Podgorica ist kurz, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über eine Reise nach Montenegro, Sonne, Strand, Meer und Beton und die tiefe Einsicht in das menschliche Dasein eines New Yorker Taxifahrers</strong></p>
<p>Ende April dieses Jahres ist es so weit: Thomas und ich reisen nach Montenegro, nachdem wir unseren ursprünglichen Plan (Urlaub in Aserbaidschan) um ein Jahr verschoben haben. Der Flug nach Podgorica ist kurz, angenehm und sehr pünktlich. Mit dem Taxi geht es dann weiter nach Becici, einen Vorort von Budva, wo unser Hotel liegt. Zimmer mit Meerblick! Ja, das ist uns von Anfang an sehr wichtig gewesen: <em>Sonne, Strand und Meer!</em> Die alte, aber noch immer gute Devise für diesen Trip.</p>
<p>Doch es gibt hier auch viel Beton. Während unseres Aufenthaltes sehen wir mindestens ein paar Dutzend größere, um nicht zu sagen <em>gröbere </em>Baustellen, meist irgendwelche Wohn- oder Hotelbauten; dazu kommen einige Hotelruinen, Bauten, die nicht fertig gestellt wurden, aber auch nicht abgerissen werden und jetzt die Landschaft verunstalten.</p>
<p>Kurt spricht gleich am ersten Tag davon, seine Strandsammlung mit Sand aus Montenegro zu ergänzen. Aber Sand vom Strand mitzunehmen, ist, wie ich unlängst gelesen habe, verboten und kann, wenn man erwischt wird, ziemlich teuer werden. „Naturschutz und so weiter“, erkläre ich ihm die rechtliche Situation, die darauf abziele, das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.</p>
<p>Kurt versteht das überhaupt nicht. „Ökologisches Gleichgewicht?“, er runzelt die Stirn. „Ha, guck dir nur all diese Baustellen da an und selbst hier, nicht <em>am Strand</em>, sondern direkt <em>im Sand des Strandes</em>, betonieren sie gerade ein Fundament von mindestens 100 m², keine Gehminute von uns entfernt. Und dann reden sie von ökologischem Gleichgewicht. Außerdem gibt es hier kein einziges Windrad …“</p>
<p>„Gewiss haben sie einige Windränder, nur eben nicht hier“, versuche ich zu beschwichtigen.</p>
<p>„Möglich, ja, was ohnedies besser ist, denn so schön sie auch wieder nicht. Und Fahrradfahrer gibt es hier auch so gut wie keine; mehr als 5 habe ich noch nicht gezählt. Hier gibt es mehr gutmotorisierte Autos mit russischen Kennzeichen als Radfahrer.“</p>
<p>Ich stimme zu. „Guter Vergleich!“, denn tatsächlich habe auch ich nur 5 Radfahrer und immerhin 7 russische Autos gezählt. Dann lachen wir gemeinsam und das Thema ist zu Ende.</p>
<p>In diesen Tagen sind wir viel mit dem Bus unterwegs, meist die Küste entlang, doch von Kotor, das allgemein als der schönste Ort Montenegros gilt, sind wir ein wenig enttäuscht. Gewiss, die Altstadt und die mittelalterliche Befestigungsanlage sind wunderschön, aber die Idylle, die wir uns etwas naiv erwartet haben, finden wir nicht. Ein Kreuzfahrtschiff liegt im Hafen und die Menschen strömen durch die schmalen Gassen.</p>
<p>Von Cetinje, der auf halben Weg nach Podgorica gelegenen alten Hauptstadt von Montenegro hingegen sind wir hellauf begeistert. Hier gehen die Uhren tatsächlich anders und das Leben ist unglaublich entspannt.</p>
<p>Am letzten Tag unseres Urlaubes gehen wir wieder zum Stand. Nach einer Weile des Schweigens, während wir das klare, blaue Meer betrachten und dem sanften Geräusch der Wellen lauschen, beginnt Kurt umherzuspähen. Schließlich sagt er: „Wir haben heute diesen hoteleigenen Strand fast für uns alleine – mit uns sind da jetzt 10 oder 12 Leute, vielleicht 15, wenn man die paar Arbeiter dort hinten dazuzählt. Und jetzt frage ich mich, wie es hier in der Hochsaison zugeht. Wie viele Leute werden dann wohl an diesem Strandabschnitt in der Sonne braten und sich von den Anstrengungen der nächtlichen Partys erholen?“</p>
<p>„Weiß nicht so genau“, ich zucke mit den Schultern, „aber es werden viele sein. Unser Hotel hat über 200 Zimmer und, nun ja, so 400 bis 500 Menschen werden sich an einem Spitzentag hier schon drängen. Man muss ja nur die freien Liegen da abzählen und dann gibt’s dort drüben noch eine beachtliche Menge in Reserve, die noch gar nicht aufgestellt wurden. Ich glaube, ich möchte dann nicht hier sein.“</p>
<p>„Du glaubst?“, sagt Kurt und lacht. „Ich bin mir sicher, totsicher, dass ich in der Hauptsaison nicht hier sein möchte. Schon zum Frühstück Animation und dann Party ohne Ende bis zur Erschöpfung mit lauter superlustigen Leuten. Ich konnte dem Ballermann noch nie etwas abgewinnen, selbst als ich noch sehr jung war.“</p>
<p>„Tja, jedem das seine“, erwidere ich, „das ist gelebte Demokratie. Die einen, wie wir, suchen Ruhe und das ursprüngliche Land bzw. das, was davon übriggeblieben ist; die anderen mögen es heiß, laut und intensiv und baden gerne in der Menge.“</p>
<p>„Ja, ja, in der Menge baden“, sagt Kurt nachdenklich, „und neue Leute kennen lernen“, und plötzlich kommt wieder einer von seinen unerwarteten Gedankensprüngen: „Du kennst doch den Film <em>Driven to Kill</em> mit Steven Seagal?“</p>
<p>„Ja, du hast mir vor einiger Zeit die DVD geborgt. Wieso?“</p>
<p>„Seagal spielt in <em>Driven to Kill</em> einen ehemaligen Auftragskiller der russischen Mafia namens Ruslan, der nach vielen Jahren nach New York zurückkehrt, um an der Hochzeit seiner Tochter teilzunehmen …“</p>
<p>„Und hinterher ein ziemliches Blutbad anrichtet, oder?“</p>
<p>„Ja, aber darauf will ich jetzt gar nicht hinaus“, sagt Kurt. „In dem Film gibt es eine Szene, die mir sehr lebhaft in Erinnerung geblieben ist. Seagal, also Ruslan, kommt in New York an und fährt mit einem Taxi in sein Hotel. Der Taxifahrer fragt Ruslan: <em>„Kalifornien?“</em> Ruslan antwortet: <em>„Sieht man das?“</em> Darauf der Taxifahrer: <em>„Viel zu viel Sonne und zu wenig Mietskasernen. Wenn man nicht zwischen genug Leuten eingepfercht ist, lernt man kein Aas kennen.“</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Reichensteuer auf Immobilien</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/04/20/kolumne/reichensteuer-auf-immobilien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2026 04:18:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer dann, wenn dem Staat das Geld ausgeht – genauer gesagt: wenn der Staat sehr viel Geld einnimmt, aber noch viel mehr Geld ausgibt – sucht er verzweifelt nach neuen Einnahmequellen. So sicher wie das Amen im Gebet erschallt dann der Ruf nach Vermögenssteuern. Sie gelten jedoch als ineffizient, bringen wenig ein und schaden dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer dann, wenn dem Staat das Geld ausgeht – genauer gesagt: wenn der Staat sehr viel Geld einnimmt, aber noch viel mehr Geld ausgibt – sucht er verzweifelt nach neuen Einnahmequellen. So sicher wie das Amen im Gebet erschallt dann der Ruf nach Vermögenssteuern. Sie gelten jedoch als ineffizient, bringen wenig ein und schaden dem Standort. Nicht umsonst wurden sie in vielen Länder abgeschafft. Neuerdings erteilen sogar Ökonomen Vermögenssteuern eine Absage. Mit einer Ausnahme.</p>
<p><strong>Es gibt schon „Reichensteuern“</strong></p>
<p>Die Möglichkeiten, sein Arbeitseinkommen, das Ersparte, seine Immobilien usw. vor den vielarmigen Steuerkrake in Sicherheit zu bringen, wurden mehrheitlich abgeschafft. Einkommensteuer, Kapitalertragsteuer, Körperschaftssteuer, Immobilienertragsteuer usw. sind quasi lückenlose Reichensteuern: Wer mehr hat (Geld, Immobilien, Wertpapiere, Autos usw.), zahlt auch mehr Steuer. Mit der Größe des Lochs im Staatshaushalt wachsen jedoch auch die Begehrlichkeiten der Finanzminister.</p>
<p><strong>„Vermögenssteuer nicht effizient“</strong></p>
<p>Im Auftrag der deutschen Bundestagsfraktion Die Linke hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW Aufkommens- und Verteilungswirkungen von Vermögenssteuern untersucht. Die entscheidende Frage laute nämlich nicht, wie viel eine Vermögensteuer auf dem Papier erzielen könnte, sondern wie viel sie in der Realität einbringt – und zu welchem Preis. Denn nationale Vermögensteuern lösen oft spürbare Ausweichreaktionen aus, von Steuervermeidung bis hin zur Verlagerung von Vermögen und teils auch des Wohnsitzes ins Ausland.</p>
<p><strong>Besteuern, was nicht flüchten kann</strong></p>
<p>Für die linken Ökonomen des DIW stellt das konsequente Besteuern von Immobilien – Stichwort Grundsteuer – sowie von Immobiliengewinnen die Lösung für leere Staatskassen dar. „Immobilien können nicht einfach ins Ausland verlagert werden.“, schreibt Marcel Fratscher, Präsident des DIW, in seinem Blog. Man sollte weniger über neue Steuern reden, die schlecht funktionieren, und mehr über jene, die bislang viel zu zaghaft genutzt werden, fordert er.</p>
<p>Kein Wort verliert der DIW-Präsident jedoch darüber, dass höhere Grundsteuern auf die Betriebskosten umgelegt werden und damit von der Reichensteuer zur Massensteuer werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Über eine verschobene Reise nach Aserbaidschan, Gedanken an Kasachstan und einen fliegenden persischen Teppich</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/03/20/kolumne/25998/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 04:38:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Kurt und ich hatten unseren Trip nach Baku, Aserbaidschan, für diesem Frühling fast schon gebucht, als die ersten israelischen und US-amerikanischen Raketen im Iran einschlugen. „Ich glaube, wir sollten noch ein bisschen warten“, war Kurts erste Reaktion, „und lass uns schauen, ob sich der Wahnsinn da unten zu einem Mega-Wahnsinn entwickelt.“ Aber spätestens nachdem wir [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kurt und ich hatten unseren Trip nach Baku, Aserbaidschan, für diesem Frühling fast schon gebucht, als die ersten israelischen und US-amerikanischen Raketen im Iran einschlugen. „Ich glaube, wir sollten noch ein bisschen warten“, war Kurts erste Reaktion, „und lass uns schauen, ob sich der Wahnsinn da unten zu einem Mega-Wahnsinn entwickelt.“ Aber spätestens nachdem wir hörten, dass zwei Drohnen zwar nicht in Baku, aber in der autonomen Enklave Nachitschewan, die offiziell zu Aserbaidschan gehört, eingeschlagen sind, haben wir unsere Reise nach Baku auf unbestimmte Zeit verschoben.</p>
<p>„Das hat nichts mit Feigheit zu tun“, erklärt Kurt mürrisch, „aber ich möchte ein paar unbeschwerte Urlaubstage verbringen und nicht mehrmals täglich Nachrichten schauen, ob noch alles halbwegs normal ist.“</p>
<p>Also suchen wir nach einem neuen Reiseziel, denn irgendwie haben wir uns schon sehr auf den Urlaub gefreut und wir wollen unser Vorhaben nicht einfach absagen.</p>
<p>Aber wohin?</p>
<p>Kurt weiß Rat. Er holt seinen Atlas und blättert bis zu einer politischen Karte von Europa. Dann nimmt er einen Zirkel, misst den Abstand zwischen Wien und Baku und zeichnet einen Kreis. „Wir wollten ein paar Tage in eine Stadt am Meer, die nicht mehr als vier oder fünf Flugstunden entfernt ist. Lass uns also in diesem Kreis, den ich gezogen habe, ein Land suchen, in dem wir zwei noch nicht gewesen sind, das am Meer liegt und in dem es außerdem keine Bomben hagelt.“</p>
<p>„Guter Plan“, erwidere ich, „lass uns im Süden anfangen und dann gehen wir über Osten nach Norden und weiter in den Westen.“ Ich blicke auf die Karte, sehe Libyen und schüttle den Kopf: „Nicht gut, dort herrscht nach wie vor ein komplizierter Bürgerkrieg, in den alle möglichen ausländischen Regierungen ihre schmutzigen Finger gesteckt haben. Da wäre ja Baku noch besser. Also weiter …“</p>
<p>Ägypten schließen wir aus, weil ich dort schon einmal war und die nächsten Staaten in unserem ‚Baku-Kreis‘ wie Israel, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran kommen auch nicht in Frage – zum Warum muss man gewiss nicht viel sagen. Nachdem wir beide auch schon die Türkei und Russland bereist haben, bleiben im Osten unseres Kreises nur noch Georgien und Kasachstan. Kurt schreibt diese Länder auf ein Blatt Papier. Im Norden und Westen des Kreises auf der Landkarte werden wir nicht fündig, weil entweder Kurt oder ich diese Länder schon besucht haben; angefangen vom Baltikum über Skandinavien bis Island und wieder hinunter nach Portugal: kein potenzielles Reiseziel gemäß unserer Logik! Im Süden finden wir schließlich nur noch Algerien, das unseren Kriterien entspricht – also fügen wir Algerien unserer Liste hinzu. Wir prüfen die Küste des Schwarzen Meeres, wo wir aber außer Georgien, das wir schon notiert haben, kein für uns passendes Land finden. Die Untersuchung der Mittelmeerküste ergibt am Ende dann doch noch einen weiteren Treffer, Montenegro, das auf Kurts Europakarte (die offenbar schon ein paar Jahre alt ist) noch als Staatenbund Serbien und Montenegro abgebildet ist.</p>
<p>„Nicht gerade viel“, sage ich und betrachte unsere Liste, die so kurz ist, dass sie den Namen Liste eigentlich gar nicht verdient: Georgien, Kasachstan, Algerien und Montenegro. Von diesen vier Ländern interessiert mich Kasachstan am meisten und ich beginne im Internet zu recherchieren, als mir auffällt, dass Kurt plötzlich sehr schweigsam ist. Ich wende ihm mein Gesicht zu. Sein Blick ist starr auf den Nahen Osten im Atlas gerichtet, dann tipp er mit dem Finger auf besagte Region und sagt düster: „Natürlich bedaure ich zuerst die unschuldigen Opfer unter der Zivilbevölkerung in diesem neuen Krieg, sie tun mit am meisten leid. Aber außerdem ärgert es mich, dass ich damals, 2024, diesem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten, der jetzt im weißen Haus sitzt, <em>du weißt schon, wen ich meine,</em> sein Wahlversprechen, das er nicht nur dem amerikanischen Volk, sondern auch der ganzen Welt gegeben hat, geglaubt habe: Keine neuen Kriege beginnen und bestehende Konflikte schnell beenden! Alles gelogen – und ich frage mich, warum ich so naiv war, diesem Versprechen seinerzeit zu glauben. Aber vermutlich <em>wollte</em> ich es glauben und deswegen <em>habe</em> ich es geglaubt und jetzt fühle ich mich von <em>du weißt schon, wen ich meine</em>, ziemlich angeschmiert.“ Kurt betrachtet unsere sehr kurze Liste mit Ländern, die wir in die engere Auswahl für unseren Urlaub genommen haben. Schließlich sagt er: „Ehrlich, am liebsten würde ich mit einem persischen Zauberteppich in ein fantastisches Traumland fliegen, wo es keine Kriege und keine Not und keine Typen wie <em>du weißt schon, wen ich meine</em> gibt, die willkürlich Zölle erheben und Bomben schicken, weil sie der Magen grimmt, der Schädel schmerzt oder sie eine Pleite vor Gericht erlebt haben.“ Und dann beginnt Kurt wie ausgewechselt und bestens gelaunt sich in den prächtigsten Farben auszumalen, wie er auf dem fliegenden Teppich davonsegelt.</p>
<p>„Zauberteppich und Traumland – klingt echt gut“, sage ich schließlich. „Aber so wie du das sagst scheint auf dem fliegenden Teppich nur Platz für eine Person zu sein. Was bitte ist mit mir?“</p>
<p>Darauf Kurt: „Du kommst natürlich nach mit der klimaneutralen Austrian Airline.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hauptversammlungen: Von Schnaps bis Sprudel</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/03/11/kolumne/25964/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 18:59:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass sich im Archiv des Autors Andreas Dolezal einige historische Printexemplare von Wirtschaftsmagazinen aus den 1960er Jahren, wie zum Beispiel „Capital“, befinden. Ein Blick in die Ausgabe vom Juli 1966 fördert – insbesondere im Vergleich zu heutigen HVs – amüsante Anekdoten aus 60 Jahre zurückliegenden Hauptversammlungen deutscher Börsenkonzerne [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass sich im Archiv des Autors Andreas Dolezal einige historische Printexemplare von Wirtschaftsmagazinen aus den 1960er Jahren, wie zum Beispiel „Capital“, befinden. Ein Blick in die Ausgabe vom Juli 1966 fördert – insbesondere im Vergleich zu heutigen HVs – amüsante Anekdoten aus 60 Jahre zurückliegenden Hauptversammlungen deutscher Börsenkonzerne zu Tage.</em></p>
<p><strong>Alljährlicher Fixpunkt</strong></p>
<p>Nicht nur für Vertreter großer Aktienpakete, wie Banken und Fondsgesellschaften, sind die alljährlichen Hauptversammlungen (HVs) der börsennotierten Konzerne ein Pflichttermin, sondern auch für viele kleine, private Aktionäre. Im Fokus stehen Jahresabschluss und Lagebericht des abgelaufenen Geschäftsjahres, Wahlen in den Aufsichtsrat sowie Beschlussfassungen zur Gewinnverwendung und zu Vergütungen für Vorstand und Aufsichtsrat. Immer wieder nutzen (Klein-)Aktionäre die Gelegenheit auch dazu, ihrem Unmut freien Lauf zu lassen, denn die Vorstände müssen Rede und Antwort stehen.</p>
<p><strong>Virtuell löst Präsenz ab</strong></p>
<p>Noch 2024 fand die Hauptversammlung der BASF SE im Congress Center Rosengarten in Mannheim statt. Berichten zufolge nahmen bis zu 6.000 Aktionäre daran teil. Die letzte HV mit physischer Teilnahme der Volkswagen AG fand im Mai 2023 im CityCube Berlin statt, einem Kongresszentrum für bis zu 11.000 Personen. Die BMW AG hingegen mietete für die HV auch noch im Mai 2025 die Münchner Olympiahalle für etwa 3.000 anwesende Aktionäre. Viele deutsche Börsenkonzerne gehen mittlerweile dazu über, ihre HVs nur mehr virtuell ohne Präsenz von Aktionären abzuhalten. Die Kosten und der hohe organisatorische Aufwand sind wohl ausschlaggebende Gründe dafür. VW gab bereits für die HV im Jahr 1965 für 2.000 anwesende Aktionäre etwa 1,2 Mio. D-Mark aus – stolze 600 D-Mark je Aktionär. BASF zahlte für 3.500 Anwesende immer noch 300.000 D-Mark. Die Deutsche Linoleum AG ließ sich jeden der nur 50 anwesenden Aktionäre sogar 1.200 D-Mark kosten. Auch in Österreich sind neuerdings virtuelle Hauptversammlungen möglich. Besonders beliebt ist dieses Format aber bisher nicht. Die HVs von ATX-Konzernen finden nach wie vor in großem Messe- bzw. Eventhallen statt, jene der OMV AG beispielsweise im VIECON (vormals Messe Wien), jene der Vienna Insurance Group in der Stadthalle Wien, Halle F, mit bis zu 2.000 Sitzplätzen.</p>
<p><strong>Buffet und Geschenke</strong></p>
<p>Auf üppige Buffets und Geschenke zu spitzen, rechnet sich heutzutage auch bei Präsenz-HVs nicht mehr. Das war in den 1960er Jahren noch anders. Commerzbank-Direktor Herbert Wolf leugnete 1966 nicht, dass die „Präsenz schwankt, je nachdem, was geboten wird.“ Viele Aktionäre orientieren sich seiner Meinung nach an der Speisekarte. Die Textil-Firma Girmes-Werke AG schenkte jedem Aktionär einen kleinen Teppich mit Selbstkostenpreis von 30 D-Mark. „Rechnet man die Dividende und das kalte Buffet hinzu, kommen die Aktionäre auf eine Dividende von 60 %.“, wird Girmes-Justitiar Dr. Georg von Wick zitiert. Zum 75-jährigen Firmenjubiläum spendierte Philips seinen Aktionären einen Haartrockner oder einen Mixer. „Aber im nächsten Jahr“, kündigte Philips-Sprecher Alfred Sanio an, „ist es mit dem Bonus vorbei.“</p>
<p><strong>Von Schnaps bis Sprudel</strong></p>
<p>VW servierte bei der HV 1966 beispielsweise „Imbiß, warme und kalte Getränke“, BASF ein „Lunchpaket und Getränke“ und Linde „Weißwurst und Bier“. Besonders spendabel zeigte sich die Dortmunder Union-Brauerei DUB AG. Bei deren HV gab es nicht nur ein warmes Mittagessen und „Rauchwaren für 3 D-Mark pro Kopf“, die Aktionäre konnten sich auch an „8 bis 10 Alkoholika – vom DUB-Bier bis zum Schnaps“ laben. Bei der HV der Berliner Brauerei Schultheiß gab zur kalten Platte so viel Bier und Sprudel wie jeder Aktionär trinken konnte. Die Versammlung war so beliebt, dass Aktionäre ihren Besitz stückelten und die ganze Verwandtschaft mitbrachten. „Früher“, so heißt es bei der Berliner Brauerei, „boten wir den Aktionären ein auserlesenes Büfett. Aber dann passierten unwürdige Dinge. Zum Schluß gingen einige Leute mit den Händen in die Salate.“</p>
<p><strong>Kolossale Fehlplanung</strong></p>
<p>Der VEBA AG (Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG, im Jahr 2000 in der E.ON AG aufgegangen) prognostizierte ein Beratungsinstitut für die erste Hauptversammlung im Jahr 1966 stolze 38.000 teilnehmende Kleinaktionäre. Die VEBA-Leute trauten dieser Prognose nicht und richteten sich auf 20.000 Teilnehmer ein. 1.500 Helfer, „vom Mann am Computer über die Garderobenfrau bis zum Parkwächter“, probten nach einem über 100 Seiten starken Organisationsplan die Premiere. Als der Aufsichtsratsvorsitzende am 5. April 1966 die Versammlung eröffnete, waren nur 2.600 Aktionäre in das riesige Oval der Dortmunder Westfalenhalle und die vier zusätzlich gemieteten Nebensäle gekommen. Zwar waren wenige Leute anwesend, aber dennoch zwei Drittel des Kapitals. Beschlussfassungen waren trotz Desinteresse der Kleinaktionäre möglich. Peinlicherweise übertrug das Zweite Deutsche Fernsehen ZDF die Veranstaltung direkt. 30.000 übrig gebliebene Würstchen verkaufte die VEBA an die deutsche Bundeswehr. Dennoch summierten sich die Kosten der HV auf 2 Mio. D-Mark, was rund 770 D-Mark je anwesendem Aktionär entspricht. Wobei sich alleine das Porto für die (damals ausschließlich postalisch) versendeten HV-Unterlagen auf 800.000 D-Mark summierte.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Über Kurts Heizöllager und eine Gedankenkette, die von Saudi Aramco, Exxon und Shell über Napoleon bis nach Aserbaidschan führt</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/02/20/kolumne/ueber-kurts-heizoellager-und-eine-gedankenkette-die-von-saudi-aramco-exxon-und-shell-ueber-napoleon-bis-nach-aserbaidschan-fuehrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 05:08:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://riscontrol.at/?p=25692</guid>

					<description><![CDATA[„Komm mit“, sagt Kurt, nachdem er mir seine Haustüre geöffnet hat. „Ich muss dir was zeigen.“ „Hast du wieder im Haus gewerkt?“ An der Art und Weise, wie er mit mir spricht, merke ich sofort, dass er in seinem Haus etwas neugestaltet hat. „Lass dich überraschen“, erwidert Kurt knapp und ich folge ihm über die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Komm mit“, sagt Kurt, nachdem er mir seine Haustüre geöffnet hat. „Ich muss dir was zeigen.“</p>
<p>„Hast du wieder im Haus gewerkt?“ An der Art und Weise, wie er mit mir spricht, merke ich sofort, dass er in seinem Haus etwas neugestaltet hat. „Lass dich überraschen“, erwidert Kurt knapp und ich folge ihm über die Treppe in den Keller, wo er direkt auf seinen Heizraum zusteuert. Er öffnet die Tür und wir treten ein. Ich sehe mich in seinem sehr gepflegten Heizraum um, aber ich vermag keine Veränderung zu erkennen.</p>
<p>„Hier“, sagt Kurt und entsperrt die feuerfeste Tankraumtür, deren untere Kante sich in circa einem Meter Höhe befindet, wegen der öldichten Auffangwanne, die man ihm seinerzeit (als wir in Österreich noch mit Schillingen bezahlten) vorgeschrieben hatte. Heute würde er die Wanne nicht mehr benötigen, denn inzwischen darf in NÖ Heizöl bis 5.000 Liter im gleichen Raum gelagert werden, in dem der Brenner steht. Aber das stört Kurt längst nicht mehr, weil er die Trennwand zwischen Heizraum und Öllager mit Farbe und Bildern bemerkenswert schön gestaltet hat und seine 2 x 2.000 Liter Tanks ohnedies kein sonderlicher Augenschmaus sind, wie er mit selbst einmal sagte.</p>
<p>Kurt öffnet die Tankraumtür, greift nach dem neu installierten Schalter und &#8211; Heureka! – es wird Licht in seinem sonst so finsteren Heizöllager. „Nicht schlecht, oder?“, meint er nicht ohne Stolz. Und tatsächlich: Die Wände über dem grauen, heizölbeständigen Schutzanstrich erstrahlen in frischer, goldgelber Farbe, die dem Raum einen völlig neuen Charakter verleiht. Ein besonderer Blickfang jedoch ist die Bilderleuchte direkt gegenüber der Einstiegsöffnung, unter der ein großer (noch leerer) Bilderrahmen hängt.„Wie bist du denn auf diese Idee gekommen?“, will ich wissen und zeige auf den Rahmen.</p>
<p>„Hat sich so ergeben“, sagt Kurt leichthin. „Die Leuchte hatte ich schon, ist irgendwann übriggeblieben, warum also eine neue kaufen? Doch erst als ich sie montiert hatte, kam mir die Idee mit dem Bild, und auf dem Dachboden fand ich schließlich diesen Bilderrahmen. Aber ich weiß noch nicht recht, welches Bild ich dort platzieren soll. Ich meine, es müsste natürlich zum Raum als solches passen, zu einem Heizöllager also. Irgendwelche Ideen?“</p>
<p>Meine Fantasie ist sofort angeregt und ich beginne zu assoziieren: <em>Heizöl … Raffinerien … Bohrinseln … Tanker … Erdölkonzerne …</em> Schließlich sage ich: „Saudi Aramco!“</p>
<p>„Wie?“ Kurt runzelt die Stirn.</p>
<p>„Saudi Aramco“, wiederhole ich langsam. „Der weltweit größte Ölprozent. Steht für finanziellen Erfolg und …“</p>
<p>„Nein, nein“, Kurt winkt rasch ab. „Ich weiß zwar nicht, wo die Rohstoffe für mein Heizöl herkommen, aber ich möchte kein Bild aufhängen, das mit Saudi-Arabien in Beziehung steht. Kein gutes Feng-Shui! Denn in diesem Land verliert man allzu schnell den Kopf – du weiß schon: Öffentliche Hinrichtungen, Henker mit Schwert und so weiter.“</p>
<p>„Okay, sehe ich ein &#8211; und was ist mit Exxon?“</p>
<p>„Auch nicht gut“, Kurt schüttelt den Kopf. „Exxon Valdez, der berüchtigte Tanker, der in den späten 1980ern vor Alaska auf Grund lief und eine riesige Ölpest verursachte. Außerdem muss ich immer, wenn ich Exxon höre, an den Film <em>Waterworld</em> denken: Der verrostete Tanker, auf dem die grimmigen Smoker hausen, heißt ja auch <em>Exxon Valdez</em>. Ich finde den Film echt gut und gelungen, aber ich möchte mir keine Bilder mit Endzeitstimmung ins Haus hängen.“</p>
<p>„Tja, und wie wäre es mit Shell? Das Logo mit der Jakobsmuschel zählt zu den bekanntesten auf der Welt …“</p>
<p>Kurt schweigt, dann sagt er: „Farblich würde das Shell-Logo auf einem passenden Hintergrund möglicherweise ganz gut in mein Öllager passen, aber auch Shell hat eine dunkle Vergangenheit, und wenn ich Shell sehe, muss ich automatisch an die enormen Benzinpreise an unseren Tankstellen denken. Also ich möchte hier kein Logo von einem Konzern, auf dessen Tankstellen ich in Österreich angewiesen bin. Damit kommen BP, AGIP und auch ÖMV nicht in Frage.“</p>
<p>„Tja, dann wird es eng und auf die Schnelle fällt mir nur noch Gazprom ein.“</p>
<p><em>„Gazprom?“</em> Kurz runzelt die Stirn. „Die liefern doch nur Gas &#8211; oder etwa nicht?“</p>
<p>„Nein, Gazprom Neft, eine Tochter des Mutterkonzerns, fördert auch Erdöl.“</p>
<p>„<em>Gazprom</em> …“, Kurt überlegt. „Die russische <em>Gazprom</em> … nein, passt auch nicht. Weißt du, ich lese gerade ein Buch über Napoleons Feldzug gegen Russland im Jahre 1812 – und immer, wenn ich jetzt <em>Russland</em> höre, denke ich gar nicht so sehr an den aktuellen Konflikt da im Osten sondern an Napoleons verheerende Niederlage. Aber das bringt mich auf eine andere Idee: <em>Baku in Aserbaidschan</em>.“</p>
<p>„Wie das? Ich kann deinem Gedankensprung nicht folgen.“</p>
<p>Kurt klärt auf: „Sowjetunion, Russland, ehemalige Sowjetrepubliken … <em>Aserbaidschan</em>, das über bedeutende Erdölvorkommen vor allem am kaspischen Meer verfügt. Schon einige Zeit beschäftigt mich der Gedanke, dass ich gerne nach Baku fliegen würde, und dann könnte ich dort ein paar schöne Fotos von der Erdölindustrie machen und ein passendes hier aufhängen. Das wäre etwas Persönliches.“ Er unterbricht sich und sieht mich an: „Willst du mitfliegen? Unser Trip nach Moldawien letztes Jahr war ja auch sehr schön.“</p>
<p>„Klingt gut“, erwidere ich spontan. „Baku im Frühling – ich denke, ich bin dabei.“</p>
<p>„Super“, sagt Kurt; er schließt die feuerfeste Türe zu seinem Heizöllager und wir beginnen unseren Trip nach Aserbaidschan zu planen.</p>
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		<title>Über Silvester 2025 in Klagenfurt, Godzilla und wie sich mächtige Menschen trösten</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/02/02/kolumne/ueber-silvester-2025-in-klagenfurt-godzilla-und-wie-sich-maechtige-menschen-troesten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2026 04:40:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Kurt und ich sitzen Mitte Jänner in einem gemütlichen Kaffeehaus und plaudern über Silvester. Kurt erzählt von der Almhütte, in der er mit sich alleine Silvester gefeiert hat und ich erzähle ihm von Klagenfurt, wo ich mit Elisabeth das neue Jahr begrüßte. „Wie seid ihr eigentlich auf Klagenfurt gekommen?“, will Kurt schließlich wissen, nachdem ich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kurt und ich sitzen Mitte Jänner in einem gemütlichen Kaffeehaus und plaudern über Silvester. Kurt erzählt von der Almhütte, in der er mit sich alleine Silvester gefeiert hat und ich erzähle ihm von Klagenfurt, wo ich mit Elisabeth das neue Jahr begrüßte. „Wie seid ihr eigentlich auf Klagenfurt gekommen?“, will Kurt schließlich wissen, nachdem ich eine Weile vom großartigen Feuerwerk in Velden am Wörthersee geschwärmt habe, wo die Menschen wie in vielen anderen Städten der Welt keine Angst vor Feinstaub haben.</p>
<p>„Es gab keinen besonderen Anlass“, erwidere ich, „irgendwann ist diese Idee gereift. Ich war schon lange nicht mehr in Klagenfurt, aber ich kann mich noch recht lebhaft erinnern, dass ich damals, als ich den Klagenfurter Lindwurm das erste Mal sah, von seiner doch recht überschaubaren Größe ziemlich enttäuscht war – und er ist noch immer nicht größer geworden.“</p>
<p>Plötzlich beginnt Kurt zu grinsen. „Wie gut, dass Donald Trump in Klagenfurt keine Die-Hard-Fans hat, die ihm blind nacheifern, sonst hätte man den Lindwurm sicher schon zu einem gigantischen Monster aufgeblasen.“</p>
<p><em>„Godzilla“,</em> sage ich prompt und Kurt bekommt fast einen Lachkrampf. „Natürlich, Godzilla, was sonst?“, erwidert er, während er sich ein paar Tränen der Heiterkeit aus den Augen wischt. „Und Godzilla müsste wirklich riesig sein, denn nur Großes und Machtvolles ist wahrhaft gut und schön: Amerika mit der am besten bewaffneten und teuersten Armee der Welt, der neue Ballsaal im Weißen Haus und der neue Triumphbogen in Washington, der noch größer und schöner werden soll, als der in Paris. Da sollten wir Österreicher den Anschluss nicht verlieren. Also Godzilla als neues Wahrzeichen von Klagenfurt − und natürlich müsste man den Hauptplatz vergrößern, damit das Monster auch angemessen zur Geltung kommt. Aber kein Problem: Mit ein paar starken Abrissbirnen und Baumaschinen, alle <em>Made in USA</em> selbstverständlich, um Trump milde zu stimmen, ist das benötigte Areal schnell von störender Bausubstanz befreit. Dann kommen die Hollywood-Spezialisten − alle <em>Born in USA</em> natürlich, um die Linie nicht zu verlassen −, die auf die Gestaltung von Filmmonstern spezialisiert sind und die basteln dann aus Stahl und Kunststoff …“</p>
<p>„Ebenfalls <em>Made in USA</em>“, merke ich an.</p>
<p>„Selbstverständlich“, Kurt nickt. „Und am Ende bekommt der neue Lindwurmersatz, Godzilla also, noch eine rote Baseballkappe aufgesetzt, auf der groß geschrieben M.A.G.A. steht.“</p>
<p><em>„Make America great again?“,</em> ich runzle die Stirn. „Ist das nicht ein wenig übertrieben?“</p>
<p>„Wieso? M.A.G.A. steht nicht für <em>Make America great again, </em>sondern für <em>Make AUSTRIA great again!  &#8211; </em>Aber das muss man Trump ja nicht sagen.“</p>
<p>„Tja, da würde er sich gewiss freuen und breit grinsen – ein weiteres tolles Ereignis für ihn, nachdem ihm diese seltsame Frau aus Venezuela die Medaille ihres Friedensnobelpreises geschenkt hat.“</p>
<p>„Mein Gott“, Kurt bläst die Luft aus, „ich habe diese Bilder gesehen, wie er dasteht, mit der Trophäe in Händen und grinst wie ein Schaukelpferd – dabei hat er nur die Plakette bekommen und nicht den Preis selbst, denn dieser ist nicht übertragbar, wie wir wissen. Natürlich hofft diese Frau aus Venezuela, dass er sie anstelle von Maduro an die Macht bringt, aber irgendwie scheint dies nicht sein vorrangiger Plan zu sein. Wir werden sehen.“</p>
<p>„Aber …“, auf einmal werde ich nachdenklich. „Warum sollten wir das tun? Ich meine, warum sollten wir Trump ein Godzilla-Denkmal errichten? Was haben wir davon, abgesehen davon, dass es gewiss höchst amüsant wäre?“</p>
<p>Kurt reibt sich das Kinn. „Tja, ich denke, es ist eine Art Rückversicherung. Wenn wir Österreicher klarstellen, wie sehr wir Trump lieben, laufen wir nicht Gefahr, dass er in einem dunklen Moment blinder Berserkerwut Österreich mit einem Schurkenstaat auf seiner umfassenden Liste mit Schurkenstaaten verwechselt und ein paar Bomben in den Stephansdom knallt, weil er zur irrigen Anschauung gekommen ist, der Stephansdom wäre keine katholische Kirche, sondern eine schiitische Moschee.“</p>
<p>„Klingt schlüssig“, sage ich nach eine paar Sekunden des Nachdenkens, „anderseits, nun ja, sollte der riesige Godzilla in Klagenfurt wirklich sehr, sehr schön werden, besteht natürlich auch die Gefahr, dass Tump ihn haben will, um ihn in Washington oder in Mar-a-Lago aufzustellen. Wenn ihm etwas gefällt, dann will er es auch haben. So wie Grönland zum Beispiel …“</p>
<p>„Grönland!“ Kurt schüttelt den Kopf. „Ich weiß nicht, ob ich dir davon erzählt habe, dass ich einmal in Grönland gewesen bin. Das ist schon ein paar Jahre her, aber ich schwöre auf einen Stoß Bibeln, dass ich damals kein einziges russisches oder chinesisches Kriegsschiff gesehen habe, auch keine Kampfflieger mit roten Sternen – und ich schätze mal, dass es aktuell nicht anderes ist.“</p>
<p>„Aber du weißt ja, wie Trump ist: Aus der Idee, den in Schutt und Asche liegenden Gazastreifen in ein neues Disney-Land zu verwandeln, ist nichts geworden. Im Donbass wird nach wie vor gekämpft und die Kanadier wollen partout nicht zum 51. Bundesstaat der USA werden. Irgendwie muss man sich ja trösten. Wie heißt es in Goethes Erlkönig doch so treffend: <em>Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.</em>“</p>
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		<title>Rechnungshof zerpflückt Veranlagungen der OeNB</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/01/28/kolumne/rechnungshof-zerpflueckt-veranlagungen-der-oenb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2026 13:52:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Der österreichische Rechnungshof prüfte unter anderem die hohen negativen Veranlagungsergebnisse des Jahres 2022 bei den Eigenveranlagungen der Oesterreichischen Nationalbank OeNB. Auch das zugehörige Risikomanagement war Gegenstand der Prüfung. Im Ergebnis zeigt der Rechnungshof Verbesserungsbedarf auf. Stark negative Veranlagungsergebnisse Im Jahr 2023 lag der Wert der Eigenveranlagungen der OeNB – nach stark negativen Ergebnissen von insgesamt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der österreichische Rechnungshof prüfte unter anderem die hohen negativen Veranlagungsergebnisse des Jahres 2022 bei den Eigenveranlagungen der Oesterreichischen Nationalbank OeNB. Auch das zugehörige Risikomanagement war Gegenstand der Prüfung. Im Ergebnis zeigt der Rechnungshof Verbesserungsbedarf auf.</p>
<p><strong>Stark negative Veranlagungsergebnisse</strong></p>
<p>Im Jahr 2023 lag der Wert der Eigenveranlagungen der OeNB – nach stark negativen Ergebnissen von insgesamt 2,271 Mrd. Euro im Jahr 2022 – bei 24,294 Mrd. Euro. Die Verluste stammen überwiegend aus Veranlagung in Staatsanleihen. Obwohl Staatsanleihen grundsätzlich als sicher galten, führten im Jahr 2022 hohe Inflationsraten und der Leitzinsanstieg zu massiven Kursverlusten. Aber auch die Aktienmärkte verzeichneten im Jahr 2022 eine negative Entwicklung. Trotz der negativen Veranlagungsergebnisse kam es zu keinen Bilanzverlusten der OeNB.</p>
<p><strong>Veränderte Marktbedingungen</strong></p>
<p>Der Rechnungshof kritisiert, dass die OeNB erst im März 2023 Steuerungsmaßnahmen gegen die veränderten Marktbedingungen einleitete. Er empfiehlt der OeNB, bei Veränderung der Marktbedingungen, insbesondere wenn diese Auswirkungen auf die Risikodeckung haben, ehestmöglich eine Überprüfung des Veranlagungs- und Risikomanagementkonzepts und in der Folge Maßnahmen zur Veranlagungssteuerung einzuleiten.</p>
<p><strong>Mängel im Risikomanagement</strong></p>
<p>Für den Rechnungshof lagen im Veranlagungs- und Risikomanagement konzeptionelle Mängel vor, zum Beispiel eine nicht angemessene Berücksichtigung von möglichen Veränderungen der Rahmenbedingungen – etwa der Entwicklung des Zinsniveaus. Er empfahl der OeNB, diese Konzepte grundlegend zu überarbeiten.</p>
<p>Der Rechnungshof bemängelt auch, dass keine geeignete technische Infrastruktur vorhanden war, um die Veranlagungen gesamthaft abbilden und steuern zu können. Bei ihrem Masterfonds war die OeNB nicht in der Lage, das Ergebnis auf einzelne Anlagekategorien (etwa Aktien und Staatsanleihen) betragsmäßig aufzuteilen.</p>
<p>Mehr über die Veranlagungen der OeNB finden Sie im Bericht des Rechnungshofes: <a href="https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/2025_41_Veranlagungen_der_OeNB.pdf">https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/2025_41_Veranlagungen_der_OeNB.pdf</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vom Klimathema zur Versicherungs- und Techwelt: ein Weg, der Mut macht</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/01/21/kolumne/vom-klimathema-zur-versicherungs-und-techwelt-ein-weg-der-mut-macht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jan 2026 16:36:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Franziska Geier ist Managing Director bei Stoïk für Deutschland und Österreich und arbeitet dabei international. Ihr Weg führte sie über Public Policy, operative Basisarbeit, Vertrieb und Führung nach London und Paris. Im Gespräch erzählt sie, warum sie eher „hineingerutscht“ ist, was sie jungen Frauen rät – und was die Branche ändern muss. Wie sind Sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Franziska Geier ist Managing Director bei Stoïk für Deutschland und Österreich und arbeitet dabei international. Ihr Weg führte sie über Public Policy, operative Basisarbeit, Vertrieb und Führung nach London und Paris. Im Gespräch erzählt sie, warum sie eher „hineingerutscht“ ist, was sie jungen Frauen rät – und was die Branche ändern muss.</em></p>
<p><strong>Wie sind Sie in die Versicherungsbranche gekommen – eher geplant oder zufällig?</strong><br />
Wie viele andere hatte ich keinen festen Plan, in die Versicherungsbranche zu gehen – ich bin eher hineingerutscht. In meiner Masterarbeit beschäftigte ich mich mit den Folgen des Klimawandels und fragte mich: Welche Branchen sind besonders betroffen, und welche können aktiv Lösungen gestalten? Die Antwort überraschte mich: Versicherungen und Finanzmärkte. Ihre Kraft, Wandel zu steuern und gleichzeitig Stabilität zu sichern, hat mich fasziniert – und dazu gebracht, tiefer einzutauchen.</p>
<p>Da in meinem Umfeld kaum jemand in der Branche tätig war, betrat ich Neuland. Mein Einstieg bei der Allianz im Bereich Global Public Policy war spannend – aber weit weg vom echten Geschäft. Den direkten Einblick bekam ich erst bei Markel. Dort war ich zunächst im Backoffice und administrierte Verträge. Dadurch habe ich verstanden, wie Versicherung von Grund auf funktioniert – und worauf es im Alltag wirklich ankommt.</p>
<p><strong>Was hat Sie auf Ihrem Weg am stärksten geprägt?</strong><br />
Der erste Arbeitgeber ist prägend. Markel war für mich besonders – nicht nur wegen der Inhalte, sondern auch wegen der Menschen. Ich hatte das Glück, gefördert und gefordert zu werden, was entscheidend für meinen weiteren Weg war. Nach dem Backoffice war ich im Sales und Customer Service tätig – später auch als Teamleiterin.</p>
<p>Ich wollte mich weiterentwickeln und bat meinen damaligen Chef, mich ins Ausland zu entsenden. Es folgten eine Station in London für knapp zwei Jahre und ein Umzug nach Paris. Dorthin zog ich 2021, mitten in Corona, und startete das französische Büro als Country Managerin. Frankreich ist seitdem mein Lebensmittelpunkt.</p>
<p>Nach 8 Jahren bei Markel war für mich klar: Ich will in ein dynamisches, digitales Unternehmen, das Dinge neu denkt – kurz: in ein Tech-Unternehmen. Die Bekanntschaft mit den Gründern von Stoïk bestand bereits aus dem französischen Markt. So bin ich zu Stoïk gekommen und habe damit einen Arbeitsplatz gefunden, der mich fordert, inspiriert und begeistert. Heute verantworte ich dort als Managing Director die Märkte Deutschland und Österreich.</p>
<p><strong>Welche Hürden haben Sie als junge Frau erlebt – und was würden Sie heute anders machen?</strong><br />
Natürlich war dieser Weg nicht ohne Stolpersteine, vor allem zu Beginn meiner Karriere. Junge Frauen haben es tendenziell schwerer ernst genommen zu werden, das war bei mir nicht anders. Im Vertrieb habe ich erlebt, dass manche Geschäftspartner Grenzen zwischen Beruf und Privatleben nicht klar ziehen. Mit zunehmender Erfahrung und Position hat sich das verändert – heute passiert mir das selten. Aber ich weiß, wie herausfordernd diese Situationen sein können, wenn man noch am Anfang steht.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Serie: Rückblick und Ausblick</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/01/15/kolumne/serie-rueckblick-und-ausblick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 15:41:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Serie geht weiter: KommR Mag. Hannes Dolzer, Obmann des Fachverbandes Finanzdienstleister: &#8222;Dem Fachverband Finanzdienstleister steht ein Jahr bevor, bei dem wichtige interne Projekte finalisiert werden sollten. Einerseits aktualisieren wir das Skriptum für die gewerbliche Vermögensberatung und passen es an die Entwicklungen der letzten Jahre an (neue Produkte, neue Rechtsvorschriften). Andererseits werden die noch offenen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Serie geht weiter: KommR Mag. Hannes Dolzer, Obmann des Fachverbandes Finanzdienstleister: &#8222;Dem Fachverband Finanzdienstleister steht ein Jahr bevor, bei dem wichtige interne Projekte finalisiert werden sollten. Einerseits aktualisieren wir das Skriptum für die gewerbliche Vermögensberatung und passen es an die Entwicklungen der letzten Jahre an (neue Produkte, neue Rechtsvorschriften). Andererseits werden die noch offenen Fragesätze für die Befähigungsprüfung finalisiert. Damit steht eine ausreichend breite Fragendatenbank zur Verfügung, sodass die Prüfungen in allen Bundesländern auf vergleichbarem Niveau (NQR 6) stattfinden und vorerst keine neuen Fragen erstellt werden müssen.</p>
<p>Danke an dieser Stelle an Michael Posselt und Martin Trettler, die hier federführend tätig sind.</p>
<p>Weiters werden zahlreiche Weichen für neue Gesetze gestellt: Das Verbraucherkreditgesetz steht vor der nationalen Umsetzung, die Retail-Investment-Strategy geht Richtung nationale Adaptierungen, und es ist auch zu klären, von wem die Crypto-Asset-Service-Provider beaufsichtigt werden sollen (direkt aus Brüssel oder von der österreichischen FMA).</p>
<p>Beim wichtigsten Thema – den FMA-Kosten für Wertpapierunternehmen – erwarte ich ein Jahr der Entscheidung. Entweder wird das Problem nun endlich gelöst, oder wir haben 2027 deutlich weniger Unternehmen, und Banken sowie Versicherer teilen sich den Markt auf. Wir werden daher weiterhin mit Nachdruck von allen Stakeholdern eine nachhaltige Lösung einfordern – mit spürbarer Kostensenkung und Planungssicherheit. Verständnis ist zwar vorhanden, aber das allein reicht nicht: Jetzt braucht es konkrete Maßnahmen, die auch umgesetzt werden. Das ist das brennendste Thema für unsere Unternehmen.</p>
<p>Offen bleibt auch die Deregulierung: Hier wollen wir, dass die Vorschriften zur Geldwäscheprävention endlich risikobasiert und proportional angewendet werden dürfen. Warum müssen z. B. österreichische Unternehmen ihre Kunden vier Mal p. a. einer PEP-Prüfung (politisch exponierte Person) unterziehen und deutsche Unternehmen nur ein Mal? Haben wir in Österreich hier ein höheres Risiko als in Deutschland? Dazu gibt es noch viele weitere Punkte. Derzeit arbeiten wir an einer Risikoanalyse für Wertpapierfirmen und Wertpapierdienstleistungsunternehmen – auch deshalb, weil die nationale Risikoanalyse der Behörden hier viel zu oberflächlich ist und wesentliche Faktoren schlicht nicht berücksichtigt hat.</p>
<p>Es wird also wieder ein intensives Jahr mit wichtigen Weichenstellungen. Zumindest für die Unternehmen dürften aber keine neuen bürokratischen Rechtsvorschriften kommen – eher im Gegenteil: Wir werden uns zumindest dafür einsetzen, dass bestehende Vorgaben praxistauglicher und proportional umgesetzt werden.&#8220;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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