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	<title>Kommentar &#8211; risControl</title>
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	<description>Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation</description>
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	<title>Kommentar &#8211; risControl</title>
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	<item>
		<title>EZB unter Zugzwang</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/06/18/kommentar/ezb-unter-zugzwang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 07:58:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Die EZB-Leitzinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte bei allen drei Leitzinsen war für den 11. Juni allgemein erwartet worden. Nachdem Eurostat am 2. Juni einen Anstieg der vorläufigen Inflationsrate des Euroraums von April auf Mai von 3,0 auf 3,2 % veröffentlichte, stieg der 3-Monats-Euribor seit Monatsbeginn bis zur EZB-Entscheidung am 11. Juni von 2,245 auf 2,401 %. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="isselectedend"><span style="font-size: 11.0pt;,sans-serif;color: black">Die EZB-Leitzinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte bei allen drei Leitzinsen war für den 11. Juni allgemein erwartet worden. Nachdem Eurostat am 2. Juni einen Anstieg der vorläufigen Inflationsrate des Euroraums von April auf Mai von 3,0 auf 3,2 % veröffentlichte, stieg der 3-Monats-Euribor seit Monatsbeginn bis zur EZB-Entscheidung am 11. Juni von 2,245 auf 2,401 %. Somit preist er bereits die nächste Leitzinsanhebung ein, zumal die Volkswirte des Eurosystems gegenüber März ihre Inflationsprognosen anhoben:</span></p>
<p class="isselectedend"><span style="font-size: 11.0pt;,sans-serif;color: black">Im Basisszenario der neuen Projektionen wurden die Inflationsprognosen für 2026 und 2027 um 0,4 bzw. 0,3 Prozentpunkte auf 3,0 bzw. 2,3 % angehoben, während die BIP-Wachstumsprognosen für den Euroraum um jeweils 0,1 Prozentpunkte auf 0,8 bzw. 1,2 % nach unten revidiert wurden. Der Trend geht in Richtung Stagflation. Der Preisdruck nimmt zu und Zweitrundeneffekte werden mit der Dauer des Irankriegs und anhaltend hohen Energiepreisen zunehmend wahrscheinlicher. Zudem schmälern höhere Energiepreise die Realeinkommen und der Krieg belastet das Vertrauen der Wirtschaft.</span></p>
<p class="isselectedend"><b><span style="font-size: 11.0pt;,sans-serif;color: black">Noch zwei weitere Leitzinsanhebungen eingepreist</span></b></p>
<p class="isselectedend"><span style="font-size: 11.0pt;,sans-serif;color: black">Die EZB steht somit in einem Spannungsfeld zwischen ihrem Stabilitätsziel einer mittelfristigen Inflationsrate von 2 % und der Rücksichtnahme auf eine sich abschwächende Konjunktur. Doch vorerst ist Inflationsbekämpfung angesagt, zumal die EZB in der Erklärung ihrer Leitzinsanhebung von folgendem Szenario ausging: „Durch den Anstieg der Energiepreise wird sich die Inflation im Laufe des Sommers weiter erhöhen und bis in die erste Jahreshälfte 2027 deutlich über dem Zielwert halten. Dieser Energiepreisanstieg wird sich auch auf die Inflation bei Nahrungsmitteln, Waren und Dienstleistungen auswirken.“ Erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 sollte die Inflation, gestützt durch fallende Energiepreise und eine langsamere Erhöhung anderer Preise, wieder zum Zielwert zurückkehren. Abgeleitet aus den Futures-Daten sollte der 3-Monats-Euribor bis Juni 2027 einen Peak von 2,74 % erreichen (Quelle: econforecasting.com). Das würde bis dahin noch zwei weitere Leitzinsanhebungen implizieren. Danach wird ein mehrjähriges Zinsplateau eingepreist, was allerdings auch eine gewisse Verunsicherung der Marktteilnehmer durch unberechenbare geopolitische Szenarien widerspiegelt.</span></p>
<p class="isselectedend"><span style="font-size: 11.0pt;,sans-serif;color: black">Auch die geldpolitischen Entscheidungsträger der EZB sind im aktuellen Umfeld mit ihren Aussagen vorsichtig. Nicht umsonst wiederholte EZB-Präsidentin Christine Lagarde in der Pressekonferenz zur Leitzinsentscheidung vom 11. Juni folgende Aussage bezüglich weiterer Maßnahmen: „Die Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses wird von der Datenlage abhängen und von Sitzung zu Sitzung erfolgen. Unsere Zinsbeschlüsse werden auf unserer Beurteilung der Inflationsaussichten und der damit verbundenen Risiken, vor dem Hintergrund aktueller Wirtschafts- und Finanzdaten, sowie der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission basieren. Wir legen uns nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.“</span></p>
<p><strong><span style="font-size: 11.0pt;,sans-serif;color: black">Fazit:</span></strong><span style="font-size: 11.0pt;,sans-serif;color: black"><br />
Die EZB bleibt wegen steigender Inflation und geopolitischer Risiken auf Straffungskurs, obwohl sich die Konjunktur abschwächt. Doch wohin die kurz- und langfristigen Zinsen bis 2027 tatsächlich gehen werden, kristallisiert sich erst als Reaktion auf die weitere Geopolitik und zukünftige Wirtschaftsdaten heraus.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nachfolge sichern, Werte erhalten: Wie die Betriebsübergabe für Versicherungsvermittler gelingt.</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/06/18/kommentar/nachfolge-sichern-werte-erhalten-wie-die-betriebsuebergabe-fuer-versicherungsvermittler-gelingt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 07:33:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Versicherungsbranche steht seit Jahren vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits nimmt das Durchschnittsalter der Vermittler stetig zu, andererseits gestaltet sich die Suche nach qualifiziertem Nachwuchs immer schwieriger. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig und vorausschauend mit dem Thema Betriebsübergabe auseinanderzusetzen. Nur so lässt sich ein geeigneter Nachfolger finden und diesen gut bei den Kunden einführen, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Versicherungsbranche steht seit Jahren vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits nimmt das <strong>Durchschnittsalter der Vermittler stetig zu</strong>, andererseits gestaltet sich die <strong>Suche nach</strong> <strong>qualifiziertem Nachwuchs immer schwieriger. </strong>Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig und vorausschauend mit dem Thema Betriebsübergabe auseinanderzusetzen. Nur so lässt sich ein geeigneter Nachfolger finden und diesen gut bei den Kunden einführen, damit möglichst viele Bestandskunden erhalten bleiben – ein Faktor, der sich letztlich auch positiv auf den Verkaufswert des Unternehmens auswirkt.</p>
<p><strong>Gibt es ein Erfolgsrezept für eine gelungene Übergabe?</strong> Wahrscheinlich nicht. Sehr wohl gibt es bestimmte Faktoren, die eine erfolgreiche Nachfolge deutlich begünstigen. Darüber informiert Sie dieser Fachbeitrag und erklärt die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen, die es dabei zu beachten gilt. Insbesondere die <strong>Unterschiede zwischen Agenten und Maklern</strong> spielen im Nachfolgeprozess eine zentrale Rolle.</p>
<p><strong>Betriebsübergabe frühzeitig planen</strong></p>
<p>Eine Betriebsübergabe ist kein spontaner Akt, sondern ein sorgfältig zu planender, strategischer Prozess. Wer frühzeitig damit beginnt – idealerweise <strong>drei bis fünf Jahre</strong> vor dem geplanten Ausstieg – schafft die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Übergang und erhöht den Verkaufspreis.</p>
<p>Schon früh sollten <strong>zentrale Fragen geklärt</strong> werden. Dazu gehört, wer den Betrieb künftig übernehmen soll – ob ein Familienmitglied, ein Mitarbeiter oder ein externer Interessent. Ebenso wichtig ist die Überlegung, ob und in welchem Umfang externe Experten wie Steuerberater oder spezialisierte Rechtsanwälte eingebunden werden. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die <strong>strukturierte Einarbeitung des Nachfolgers</strong>, damit Wissen, Erfahrung und Unternehmenskultur erhalten bleiben. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie bestehende Kunden langfristig an den Betrieb gebunden werden können, also dem Nachfolger treu bleiben.</p>
<p><strong>Tipp: Eine offene und frühzeitige Kommunikation</strong> mit Kunden, Geschäftspartnern und relevanten Stakeholdern schafft Vertrauen und verhindert unangenehme Überraschungen. Besonders für Agenten gilt: Der Versicherer sollte so früh wie möglich in den Übergabeprozess eingebunden werden, um alle vertraglichen und organisatorischen Aspekte optimal abzustimmen.</p>
<p><strong>Regelmäßige Frage: Sind das nicht meine Kunden? </strong></p>
<p>Eine Frage, die im Rahmen der Betriebsnachfolge immer wieder gestellt wird, lautet: „Lassen sich Kunden überhaupt weitergeben oder sogar „vererben“? Die Realität ist nüchtern, aber wichtig zu verstehen: Grundsätzlich gehört der Kunde niemandem. Dennoch haben Makler in der Praxis deutlich bessere Möglichkeiten als Agenten, ihren Kundenbestand im Zuge einer Übergabe weiterzugeben. Der Grund dafür liegt in den juristischen Unterschieden zwischen beiden Vermittlerformen.</p>
<p><strong>Für Agenten gilt,</strong> dass der Kundenbestand rechtlich dem Versicherer zuzuordnen ist. Eine Übergabe an einen Nachfolger ist daher <strong>nur mit ausdrücklicher Zustimmung der jeweiligen Versicherung </strong>möglich und sollte in jedem Fall schriftlich fixiert werden. Hintergrund ist, dass der Agent gemäß § 43 ff VersVG im Auftrag des Versicherers handelt. Die Kunden werden somit Vertragspartner des Versicherers und nicht des Agenten selbst. Infolgedessen kann ein Agent seinen Kundenbestand ohne Einverständnis der Versicherer weder verkaufen, noch vererben oder anderweitig übertragen.</p>
<p><a href="https://issuu.com/riscontrol/docs/riscontrol_2026_06">Lesen Sie mehr in der aktuellen risControl Print Ausgabe 06 2026</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Solvency II: Mehr Spielraum für Versicherer</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/06/08/kommentar/solvency-ii-mehr-spielraum-fuer-versicherer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 03:40:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Die neuen Solvency-II-Regeln treten am 30. Jänner 2027 offiziell in Kraft. Das neue Rahmenwerk könnte Aktienallokation, Kapitaleffizienz sowie Investitionen in öffentliche und private Märkte deutlich verbessern, wie James Budenberg, Senior Director – Strategic Insurance Group bei Aberdeen Investments, in einer Analyse schreibt. Ein zentraler Punkt der Reform ist die Reduktion der notwendigen Rückstellungen für Versicherungsverträge. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die neuen Solvency-II-Regeln treten am 30. Jänner 2027 offiziell in Kraft. Das neue Rahmenwerk könnte Aktienallokation, Kapitaleffizienz sowie Investitionen in öffentliche und private Märkte deutlich verbessern, wie James Budenberg, Senior Director – Strategic Insurance Group bei Aberdeen Investments, in einer Analyse schreibt.</p>
<p>Ein zentraler Punkt der Reform ist die Reduktion der notwendigen Rückstellungen für Versicherungsverträge. Der regulatorische Kapitalkostensatz zur Berechnung dieser Risikomarge sinkt von 6,0 auf 4,75 Prozent. Zudem reduziert ein Abschmelzungsfaktor bei langlebigen Verträgen, etwa Lebensversicherungen, die künftige Risikorückstellung. „Es werden EU-weit geschätzte Milliardenbeträge an Eigenkapital frei, die direkt investiert werden können“, schreibt Budenberg.</p>
<p>Auch für langfristige Aktieninvestments, sogenannte Long-Term Equity Investments (LTEI), gibt es Neuerungen. Bisher ging der günstige Risikopuffer von 22 Prozent verloren, sobald eine Aktie verkauft wurde. Ab Jänner 2027 können Fondsmanager flexibler umschichten, während der niedrigere Kapitalpuffer grundsätzlich erhalten bleibt. Bis dahin müssen Gesellschaften in der Standardformel rund 39 Prozent Eigenkapital für börsennotierte Aktien und 49 Prozent für Private Equity vorhalten.</p>
<p><strong>Versicherer begrüßen Änderungen</strong></p>
<p>„Eine geringere Kapitalunterlegung kann langfristige Aktieninvestments und ausgewählte Private-Equity-Exposures relativ attraktiver machen. Daraus folgt aber keine automatische oder gar kurzfristige Umschichtung des Portfolios“, erklärt die Vienna Insurance Group in einer Stellungnahme gegenüber risControl. Die Reform könne den Versicherern zusätzliche Handlungsspielräume eröffnen, „die potenziell auch langfristig positive Auswirkungen auf Ertragschancen und Kapitaleffizienz haben können“, heißt es weiter.</p>
<p>Auch Generali begrüßt auf Anfrage die verbesserten Rahmenbedingungen für Long-Term Equity Investments. „Die reduzierte Eigenkapitalunterlegung kann den effizienten Einsatz von Kapital fördern und dazu beitragen, Aktien- und Private-Market-Investitionen weiter zu attraktiveren.“ Mittelfristig erwartet Generali positive Impulse für Kapitalrenditen und die Eigenkapitalrendite im europäischen Versicherungssektor.</p>
<p>Kurt Svoboda, CFO der UNIQA, begrüßt die Maßnahmen zur Erhöhung der Kapitaleffizienz und die Unterstützung langfristiger Investitionen – insbesondere in produktive Realwerte. „Wir werden die sich aus den Reformen ergebenden Spielräume im Rahmen unserer Strategie berücksichtigen.“ Dank eines internen Solvency-II-Modells für Marktrisiken sei das Unternehmen von Änderungen an der Standardformel jedoch unabhängig.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Fast niemand will auf Bargeld verzichten</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/26/kommentar/fast-niemand-will-auf-bargeld-verzichten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 03:47:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Die aktuellen Ergebnisse der Zahlungsmittelumfrage 2025 der Österreichischen Nationalbank OeNB zeigen, dass das digitale Bezahlen bei kleinen Beträgen weiter an Bedeutung gewinnt, aber 94 % der Befragten trotzdem nicht auf Bargeld verzichten wollen. Stationär vs. online In Geschäften geht die Bargeldnutzung langsam zurück, macht aber weiterhin 55 % aller Zahlungen (2022: 63 %) und 45 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuellen Ergebnisse der Zahlungsmittelumfrage 2025 der Österreichischen Nationalbank OeNB zeigen, dass das digitale Bezahlen bei kleinen Beträgen weiter an Bedeutung gewinnt, aber 94 % der Befragten trotzdem nicht auf Bargeld verzichten wollen.</p>
<p><strong>Stationär vs. online</strong></p>
<p>In Geschäften geht die Bargeldnutzung langsam zurück, macht aber weiterhin 55 % aller Zahlungen (2022: 63 %) und 45 % des Umsatzes (2022: 48 %) aus. Trotz vieler digitaler Bezahlmethoden trägt Bargeld fast die Hälfte des gesamten Umsatzes im stationären Handel. Insbesondere kleine Beträge unter 10 Euro werden mittlerweile häufiger mit Wallets wie ApplePay, GooglePay usw. bezahlt (von 4 % 2022 auf 8 % 2025).</p>
<p>67 % aller Befragten kaufen auch im Internet ein. Hier wird meist mit Karten (35 %) und Wallets (30 %) bezahlt, wobei zwei Drittel der elektronischen Zahlungen in Europa über US-Anbieter laufen. 13 von 21 Euro-Ländern sind im Handel vollständig von nicht-europäischen Zahlungssystemen abhängig, darunter auch Österreich. Diese Abhängigkeit hofft die EU mit dem digitalen Euro zu beenden.</p>
<p><strong>Umso jünger, desto digitaler</strong></p>
<p>Personen unter 50 Jahren zahlen lieber elektronisch (59 % aller Zahlungen). 16- bis 29-Jährige bezahlen nur mehr 38 % ihrer Zahlungen im stationären Handel bar und bereits 62 % digital. Doch auch 76 % der Jungen nutzen Bargeld zumindest einmal pro Woche. Alle Altersgruppen schätzen Wahlfreiheit zwischen bar und digital (81 %).</p>
<p><strong>Liebling Bargeld</strong></p>
<p>Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil jener Befragten, für die Bargeld „seine derzeitige Bedeutung behalten“ soll, sogar auf 66 % gestiegen (2024: 61 %). Immerhin 28 % geben an, dass sie nicht „ganz ohne Bargeld“ leben möchten. Bargeld ist und bleibt bei den Österreichern also beliebt. „In einer Zeit, in der Flexibilität und Sicherheit gefragt sind, ist Bargeld einfach eine kluge Wahl, weil es immer funktioniert“, betont OeNB-Direktor Thomas Steiner.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachruf</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/20/kommentar/nachruf-6/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2026 07:14:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Wolfgang Steinmayr ist eine Persönlichkeit verstorben, die in Österreich weit über den Radsport hinaus Spuren hinterlassen hat. Der Tiroler war einer der erfolgreichsten heimischen Radrennfahrer seiner Zeit, vierfacher Sieger der Österreich-Rundfahrt, Bergspezialist und Olympia-Teilnehmer. Ausdauer, Disziplin und Kampfgeist prägten seinen Lebensweg — Eigenschaften, die auch sein späteres Wirken als Unternehmer und Interessenvertreter bestimmten. 1970 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Wolfgang Steinmayr ist eine Persönlichkeit verstorben, die in Österreich weit über den Radsport hinaus Spuren hinterlassen hat. Der Tiroler war einer der erfolgreichsten heimischen Radrennfahrer seiner Zeit, vierfacher Sieger der Österreich-Rundfahrt, Bergspezialist und Olympia-Teilnehmer. Ausdauer, Disziplin und Kampfgeist prägten seinen Lebensweg — Eigenschaften, die auch sein späteres Wirken als Unternehmer und Interessenvertreter bestimmten.</p>
<p>1970 gründete Wolfgang Steinmayr sein Versicherungsmaklerunternehmen in Innsbruck und wurde damit zu einem frühen Gestalter der unabhängigen Maklerschaft in Österreich. Als Gründungsmitglied des österreichischen Maklerringes, dem Vorläufer des heutigen ÖVM, als Bundesobmann der österreichischen Versicherungsmakler und von 2000 bis 2002 als erster Fachverbandsobmann der Versicherungsmakler in der Wirtschaftskammer Österreich gehörte er zu jenen Persönlichkeiten, die den Berufsstand nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgeformt haben.</p>
<p>Wolfgang Steinmayr stand für Unternehmergeist, klare Worte und Handschlagqualität. Er war ein Netzwerker im besten Sinn: verbindlich, präsent, interessiert und stets mit dem Blick auf das, was für die Branche wichtig war. Auch die Anfänge von risControl hat er als Wegbegleiter mitverfolgt und unterstützt — in einer Zeit, in der persönliche Kontakte, Vertrauen und Überzeugungsarbeit entscheidend waren, um neue Ideen in der Branche sichtbar zu machen.</p>
<p>Wer Wolfgang Steinmayr begegnete, traf auf einen Menschen mit Haltung und Humor. Einen, der wusste, was Leistung bedeutet. Einen, der Verantwortung übernahm und sich mit Überzeugung für die Interessen der Versicherungsmakler einsetzte. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>AK prangert „Geldfallen im Netz“ an</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/18/kommentar/ak-prangert-geldfallen-im-netz-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 13:35:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://riscontrol.at/?p=26664</guid>

					<description><![CDATA[Dubiose Geldgeschenke und Erbschaften versprechen schnellen Reichtum, fragwürdige Kreditangebote locken Private und Unternehmer, gefakte Mails von Banken fordern zur Dateneingabe auf, Anlagetipps von selbsternannten Finanzprofis vulgo Finfluencern verführen gutgläubige Anleger. Internet, soziale Medien und Posteingänge sind voll mit Betrug und Abzocke. Betrügerische Maschen werden, auch mithilfe von ChatGPT und ähnlichen KI-Tools, immer zahlreicher und professioneller. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dubiose Geldgeschenke und Erbschaften versprechen schnellen Reichtum, fragwürdige Kreditangebote locken Private und Unternehmer, gefakte Mails von Banken fordern zur Dateneingabe auf, Anlagetipps von selbsternannten Finanzprofis vulgo Finfluencern verführen gutgläubige Anleger. Internet, soziale Medien und Posteingänge sind voll mit Betrug und Abzocke. Betrügerische Maschen werden, auch mithilfe von ChatGPT und ähnlichen KI-Tools, immer zahlreicher und professioneller.</p>
<p><strong>AK Wien fordert mehr Sorgfalt von Banken</strong></p>
<p>Handeln Kunden nicht grob fahrlässig, haften Banken bei nicht autorisierten Zahlungen. In der Praxis wird Betroffenen jedoch oft vorgeworfen, Zahlungen selbst autorisiert oder grob fahrlässig gehandelt zu haben, kritisiert die AK Wien. Sie fordert von Banken mehr Sorgfalt, beispielsweise bei der Transaktionsüberwachung, und höhere bzw. kulantere Entschädigungszahlungen. Bei Online-Banking-Betrug sollen Banken das Geld unverzüglich erstatten und eventuelles grob fahrlässiges Verhalten von Kunden in einem gesonderten Verfahren beweisen müssen.</p>
<p><strong>Zuerst denken, dann klicken!</strong></p>
<p>Eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Maßnahmen, um sich vor Betrug und Abzocke im Internet und Posteingang zu schützen, lautet: Zuerst DENKEN, dann klicken. Warum verschenkt jemand seine Millionen Euro ausgerechnet an mich? Habe ich überhaupt ein Konto bei der Bank, die mir vermeintlich schreibt? Warum sollte mir jemand tausende Euro ohne jede Sicherheit borgen? Selbst wenn Kriminelle immer professioneller und dreister werden, sind viele Nachrichten bereits auf den ersten oder zweiten Blick als Phishing oder potentieller Betrug zu entlarven. Oftmals reicht der schon der eigene Hausverstand – wenn man ihn einschaltet und benutzt.</p>
<p><strong>Eigenverantwortung statt Schuldzuweisung</strong></p>
<p>Die AK Wien sucht die Schuld dafür, dass Menschen auf Betrug und Abzocke hereinfallen, bei den Banken und sogar Behörden. Sie sollen entstandenen Schaden begleichen und besser zusammenarbeiten. Fakt ist, dass Betrug und Abzocke im Internet, in sozialen Medien und via E-Mail nicht zu stoppen ist. Die Täter sitzen irgendwo in fernen Landen und sind weder greifbar noch verantwortlich zu machen. Der beste Schutz ist und bleibt mehr Eigenverantwortung. Und mehr Finanzbildung.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>FATF setzt Österreich nicht auf die Graue Liste</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/11/kommentar/fatf-setzt-oesterreich-nicht-auf-die-graue-liste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 04:26:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Financal Action Task Force FATF hat 2024/2025 Österreichs Systeme im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung geprüft. Die Nervosität der beteiligten Ministerien und Behörden war lange Zeit spürbar hoch. Österreich drohte auf der „Grey List“ der FATF zu landen und sich zu Ländern wie Syrien, Libanon und Südsudan zu gesellen – was alles andere als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die <em>Financal Action Task Force FATF</em> hat 2024/2025 Österreichs Systeme im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung geprüft. Die Nervosität der beteiligten Ministerien und Behörden war lange Zeit spürbar hoch. Österreich drohte auf der „Grey List“ der FATF zu landen und sich zu Ländern wie Syrien, Libanon und Südsudan zu gesellen – was alles andere als ein Renommee gewesen wäre.</p>
<p><strong>Prüfbericht veröffentlicht</strong></p>
<p>Am 30. April 2026 veröffentlichte die FATF ihren 316-seitigen Länderbericht (<em>Mutual Evaluation of Austria</em>). Was schon im Vorfeld durchgesickert ist, bestätigt sich: Österreich hat die Länderprüfung bestanden und kommt nicht auf die Graue Liste. Über die Leaks im Vorfeld zeigte sich die FATF übrigens ganz und gar nicht begeistert, denn die inoffiziellen Vorberichte gelten als geheim.</p>
<p><strong>Gemischtes Ergebnis</strong></p>
<p>Die Ergebnisse haben sich im Vergleich zur letzten FATF-Länderprüfung 2015/2016 in vier (von elf) Bereichen verbessert, wie etwa (Dank unseres WiEReG-Registers) bei der Transparenz wirtschaftlicher Eigentümer und im Finanzsektor, sind in fünf Bereichen unverändert und verschlechterten sich in zwei Teilbereichen (internationale Kooperation sowie Proliferationsfinanzierung).</p>
<p><strong>FMA sieht sich „eindrucksvoll bestätigt“</strong></p>
<p>Der Bericht bescheinigt dem heimischen Finanzsektor ein „substantial“-Rating – die zweithöchste erreichbare Bewertung – und damit das beste Ergebnis in dem von der FMA beaufsichtigten Bereich für Österreich seit Beginn der Länderprüfungen. „In der aktuell laufenden fünften FATF-Prüfrunde setzt Österreich damit auch im europäischen Vergleich einen Maßstab.“, schreibt sich die FMA stolz auf die Fahnen. Das gute Ergebnis ist jedenfalls auch den aktiven Marktteilnehmern wie u.a. Banken, Krypto- und Wertpapierdienstleistern zu verdanken, denn sie sind es, die unermüdlich die operative Präventionsarbeit leisten.</p>
<p><strong>Weiterhin Verbesserungsbedarf</strong></p>
<p>Wie auch die FMA erkennt, ist die gute Bewertung durch die FATF kein Anlass zur Selbstzufriedenheit. Denn die FATF erkennt weiterhin einige Mängel und gibt unter anderem auch der Behörde Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg. Mehr dazu in einem ausführlichen Bericht in der Juni-Ausgabe von risControl.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>EU-Geldwäsche-Behörde befragt Versicherungsvermittler</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/06/kommentar/eu-geldwaesche-behoerde-befragt-versicherungsvermittler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 12:50:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Mitte April 2026 wurden österreichweit etwa 100 vom Wirtschaftsministerium zufällig ausgewählte Versicherungsvermittler eingeladen, sich an einer vorbereitenden Maßnahme der EU-Geldwäsche-Behörde (Anti-Money Laundering Authority AMLA) zu beteiligen. Die Einladung dürfte bei den betroffenen Vermittlern – darunter auch Ein-Personen-Unternehmen – für große Überraschung gesorgt haben, denn die höchst komplexen und noch dazu englischsprachigen Excel-Fragebögen europäischer Aufsichtsbehörden sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitte April 2026 wurden österreichweit etwa 100 vom Wirtschaftsministerium zufällig ausgewählte Versicherungsvermittler eingeladen, sich an einer vorbereitenden Maßnahme der EU-Geldwäsche-Behörde (<em>Anti-Money Laundering Authority AMLA</em>) zu beteiligen. Die Einladung dürfte bei den betroffenen Vermittlern – darunter auch Ein-Personen-Unternehmen – für große Überraschung gesorgt haben, denn die höchst komplexen und noch dazu englischsprachigen Excel-Fragebögen europäischer Aufsichtsbehörden sind für kleine Gewerbetreibende absolutes Neuland.</p>
<p><strong>Grundlage für risikobasierte Aufsicht</strong></p>
<p>Die AMLA mit Sitz in Frankfurt am Main bereitet sich auf ihre im Jahr 2027 startende Aufsichtstätigkeit vor. Dazu erhebt sie testweise sowie im Zuge der Erstellung von technischen Regulierungsstandards jene Datenpunkte, die in den ab 10. Juli 2027 anzuwendenden Geldwäsche-Bestimmungen festgelegt sind. Dass die AMLA dazu Marktteilnehmer aus der Praxis befragt, macht durchaus Sinn – und ist auch dringend notwendig, denn die Fragestellungen lassen erkennen, dass die Behörde noch viel über die alltägliche Geschäftstätigkeit kleiner Versicherungsvermittler lernen sollte.</p>
<p><strong>Verständlicher Unmut</strong></p>
<p>Die zur Beantwortung eingeladenen Versicherungsvermittler zeigten sich in einer Online-Besprechung wenig begeistert. Zwar gibt es zum auszufüllenden englischsprachigen Excel-Fragebogen eine deutsche Übersetzung, doch auch nach eingehendem Studium des 116-seitigen (!) Leitfadens dürfte das Beantworten einige Stunden in Anspruch nehmen. Nicht zuletzt deshalb, weil u.a. detaillierte Angaben zu geografischen Wohnsitzen von Kunden und wirtschaftlichen Eigentümern zu machen sind. Die äußerst knappe Frist zur Abgabe bis 8. Mai 2026 sorgt zusätzlich für Frust.</p>
<p><strong>Heuer freiwillig, ab 2027 Pflicht</strong></p>
<p>Die Teilnahme an der Befragung ist grundsätzlich noch freiwillig, trotzdem ersuchten Vertreter des Wirtschaftsministeriums in der Online-Besprechung darum, sich möglichst zahlreich zu beteiligen. Je mehr Rückmeldungen, auch kritische, bei der AMLA einlangen, desto größer sei die Chance, dass die Fragebögen verbessert und praxisnaher gestaltet werden. Denn ab 2027 wird das Beantworten von AMLA-Fragebögen für alle Verpflichteten zur gesetzlichen Pflicht werden.</p>
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		<title>Wenn Öl und Zinsen gleichzeitig beißen</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/05/kommentar/wenn-oel-und-zinsen-gleichzeitig-beissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 15:37:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[An den Märkten wird es nicht dann gefährlich, wenn Schlagzeilen laut werden, sondern wenn Liquidität knapper wird, Risikoaufschläge steigen und Öl die Inflation antreibt. Kritisch wird es meist dann, wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig auftreten: hohe Bewertungen, straffe Geldpolitik, steigende Risikoaufschläge, eine flache bis inverse Zinskurve sowie anziehende Volatilität. In den USA schrumpfte von März 2022 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><span style="font-size: 11.0pt;font-family: 'Arial',sans-serif;color: black">An den Märkten wird es nicht dann gefährlich, wenn Schlagzeilen laut werden, sondern wenn Liquidität knapper wird, Risikoaufschläge steigen und Öl die Inflation antreibt.</span></b></p>
<p>Kritisch wird es meist dann, wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig auftreten: hohe Bewertungen, straffe Geldpolitik, steigende Risikoaufschläge, eine flache bis inverse Zinskurve sowie anziehende Volatilität. In den USA schrumpfte von März 2022 bis Oktober 2023 die Geldmenge M2 um 4,8 %, während die Fed die Zinsen von 0,00 bis 0,25 % auf 5,25 bis 5,50 % anhob. Der S&amp;P 500 gab vom 4. März 2022 bis 27. Oktober 2023 um 4,9 % nach.</p>
<p>Ein Gradmesser für Risikofreude sind <strong>High Yield Spreads</strong>. Der US-High-Yield-Spread lag per 23. April 2026 bei niedrigen 2,86 Prozentpunkten. Springt ein solches Niveau binnen Tagen oder Wochen um ein Viertel nach oben, wäre das ein klares Alarmzeichen. Ergänzend lohnt der Blick auf die <strong>Volatilität:</strong> Der VIX lag am 24. April bei 18,71 Punkten und signalisiert noch keinen Panikmodus. Mehren sich Vola-Spitzen und fließt Geld aus Aktienfonds, EM-Bond- und HY-Bond-Funds ab, deutet dies auf Nervosität hin.</p>
<p>Auch eine <strong>Verflachung bis Invertierung der Zinskurve</strong> bleibt kritisch, vor allem wenn 3-Monats-Treasury Bills höher rentieren als zehnjährige US-Treasuries. Zwar lieferte die inverse Zinskurve von Oktober 2022 bis Dezember 2024 ein Fehlsignal, historisch bleibt sie aber wichtig.</p>
<p><strong>Zinsen als Krisenverstärker</strong></p>
<p>Zinsanstiege sind selten alleiniger Auslöser, aber häufig jener Co-Faktor, der Verwundbarkeit in eine Krise dreht. Vor dem Crash vom 19. Oktober 1987, als der Dow Jones an einem Tag 22,6 % verlor, war die Federal Funds Effective Rate von Jahresanfang bis Anfang Oktober von 6,43 auf 7,29 % gestiegen. Vor der Asienkrise 1997/98 hob die Fed am 25. März 1997 ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 5,50 % an. In Asien selbst stiegen laut IWF die realen Zinsen in Korea auf über 20 % und in Thailand auf rund 15 %. Vor der Bankenkrise 2008/09 hatte die Fed den Leitzins von 1,0 % auf 5,25 % angehoben. Nach Pandemie und Ukrainekrieg folgte ab 2022 erneut der härteste Zinszyklus seit Jahrzehnten.</p>
<p><strong>Ölschock plus Zinsdruck</strong></p>
<p>Besonders gefährlich wird es, wenn der Zinsdruck mit einem Ölpreisschock zusammenhängt. Die Historie ist ernüchternd: Auf Yom-Kippur-Krieg und OPEC-Embargo 1973/74 folgte eine Rezession von November 1973 bis März 1975. Nach der Iranischen Revolution 1978 bis 1980 kam es zu zwei Rezessionen. Die Kuwaitkrise 1990/91 mündete in eine Rezession von Juli 1990 bis März 1991. Beim Nachfrageboom mit Brent-Peak von 147,40 $ je Barrel am 11. Juli 2008 lief die Rezession von Dezember 2007 bis Juni 2009. Ölschocks waren damit ein wichtiger Co-Faktor.</p>
<p>Die aktuelle Lage zeigt, warum Öl gefährlich bleibt. Die US-Energiebehörde EIA meldete Anfang April, dass die Ölströme durch die Straße von Hormus weiter eingeschränkt sind. Für März schätzt sie Produktionsausfälle von 7,5 Mio. Barrel pro Tag, für April 9,1 Mio. Barrel. Die Brent-Prognose für 2026 wurde von 79 auf 96 $ je Barrel angehoben; im zweiten Quartal erwartet die EIA einen Peak bei 115 $. Gleichzeitig verteuern sich Diesel und LNG, Lieferwege bleiben gestört und ein geopolitischer Risikoaufschlag bleibt im Markt.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Kritisch wird es nicht wegen eines einzelnen Indikators. Gefährlich wird die Lage, wenn straffe Geldpolitik, ausweitende Credit Spreads, Liquiditätsabflüsse und ein Ölpreisschock zusammenfallen. Dann kippt Risikofreude in Risikoaversion.</p>
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		<title>Reichensteuer auf Immobilien</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/04/kommentar/reichensteuer-auf-immobilien-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2026 13:41:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer dann, wenn dem Staat das Geld ausgeht – genauer gesagt: wenn der Staat sehr viel Geld einnimmt, aber noch viel mehr Geld ausgibt – sucht er verzweifelt nach neuen Einnahmequellen. So sicher wie das Amen im Gebet erschallt dann der Ruf nach Vermögenssteuern. Sie gelten jedoch als ineffizient, bringen wenig ein und schaden dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer dann, wenn dem Staat das Geld ausgeht – genauer gesagt: wenn der Staat sehr viel Geld einnimmt, aber noch viel mehr Geld ausgibt – sucht er verzweifelt nach neuen Einnahmequellen. So sicher wie das Amen im Gebet erschallt dann der Ruf nach Vermögenssteuern. Sie gelten jedoch als ineffizient, bringen wenig ein und schaden dem Standort. Nicht umsonst wurden sie in vielen Länder abgeschafft. Neuerdings erteilen sogar Ökonomen Vermögenssteuern eine Absage. Mit einer Ausnahme.</p>
<p><strong>Es gibt schon „Reichensteuern“</strong></p>
<p>Die Möglichkeiten, sein Arbeitseinkommen, das Ersparte, seine Immobilien usw. vor den vielarmigen Steuerkrake in Sicherheit zu bringen, wurden mehrheitlich abgeschafft. Einkommensteuer, Kapitalertragsteuer, Körperschaftssteuer, Immobilienertragsteuer usw. sind quasi lückenlose Reichensteuern: Wer mehr hat (Geld, Immobilien, Wertpapiere, Autos usw.), zahlt auch mehr Steuer. Mit der Größe des Lochs im Staatshaushalt wachsen jedoch auch die Begehrlichkeiten der Finanzminister.</p>
<p><strong>„Vermögenssteuer nicht effizient“</strong></p>
<p>Im Auftrag der deutschen Bundestagsfraktion Die Linke hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW Aufkommens- und Verteilungswirkungen von Vermögenssteuern untersucht. Die entscheidende Frage laute nämlich nicht, wie viel eine Vermögensteuer auf dem Papier erzielen könnte, sondern wie viel sie in der Realität einbringt – und zu welchem Preis. Denn nationale Vermögensteuern lösen oft spürbare Ausweichreaktionen aus, von Steuervermeidung bis hin zur Verlagerung von Vermögen und teils auch des Wohnsitzes ins Ausland.</p>
<p><strong>Besteuern, was nicht flüchten kann</strong></p>
<p>Für die linken Ökonomen des DIW stellt das konsequente Besteuern von Immobilien – Stichwort Grundsteuer – sowie von Immobiliengewinnen die Lösung für leere Staatskassen dar. „Immobilien können nicht einfach ins Ausland verlagert werden.“, schreibt Marcel Fratscher, Präsident des DIW, in seinem Blog. Man sollte weniger über neue Steuern reden, die schlecht funktionieren, und mehr über jene, die bislang viel zu zaghaft genutzt werden, fordert er.</p>
<p>Kein Wort verliert der DIW-Präsident jedoch darüber, dass höhere Grundsteuern auf die Betriebskosten umgelegt werden und damit von der Reichensteuer zur Massensteuer werden.</p>
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