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	<title>Kommentar &#8211; risControl</title>
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	<description>Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 20 May 2026 14:44:13 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Kommentar &#8211; risControl</title>
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	<item>
		<title>Fast niemand will auf Bargeld verzichten</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/26/kommentar/fast-niemand-will-auf-bargeld-verzichten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 03:47:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Die aktuellen Ergebnisse der Zahlungsmittelumfrage 2025 der Österreichischen Nationalbank OeNB zeigen, dass das digitale Bezahlen bei kleinen Beträgen weiter an Bedeutung gewinnt, aber 94 % der Befragten trotzdem nicht auf Bargeld verzichten wollen. Stationär vs. online In Geschäften geht die Bargeldnutzung langsam zurück, macht aber weiterhin 55 % aller Zahlungen (2022: 63 %) und 45 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuellen Ergebnisse der Zahlungsmittelumfrage 2025 der Österreichischen Nationalbank OeNB zeigen, dass das digitale Bezahlen bei kleinen Beträgen weiter an Bedeutung gewinnt, aber 94 % der Befragten trotzdem nicht auf Bargeld verzichten wollen.</p>
<p><strong>Stationär vs. online</strong></p>
<p>In Geschäften geht die Bargeldnutzung langsam zurück, macht aber weiterhin 55 % aller Zahlungen (2022: 63 %) und 45 % des Umsatzes (2022: 48 %) aus. Trotz vieler digitaler Bezahlmethoden trägt Bargeld fast die Hälfte des gesamten Umsatzes im stationären Handel. Insbesondere kleine Beträge unter 10 Euro werden mittlerweile häufiger mit Wallets wie ApplePay, GooglePay usw. bezahlt (von 4 % 2022 auf 8 % 2025).</p>
<p>67 % aller Befragten kaufen auch im Internet ein. Hier wird meist mit Karten (35 %) und Wallets (30 %) bezahlt, wobei zwei Drittel der elektronischen Zahlungen in Europa über US-Anbieter laufen. 13 von 21 Euro-Ländern sind im Handel vollständig von nicht-europäischen Zahlungssystemen abhängig, darunter auch Österreich. Diese Abhängigkeit hofft die EU mit dem digitalen Euro zu beenden.</p>
<p><strong>Umso jünger, desto digitaler</strong></p>
<p>Personen unter 50 Jahren zahlen lieber elektronisch (59 % aller Zahlungen). 16- bis 29-Jährige bezahlen nur mehr 38 % ihrer Zahlungen im stationären Handel bar und bereits 62 % digital. Doch auch 76 % der Jungen nutzen Bargeld zumindest einmal pro Woche. Alle Altersgruppen schätzen Wahlfreiheit zwischen bar und digital (81 %).</p>
<p><strong>Liebling Bargeld</strong></p>
<p>Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil jener Befragten, für die Bargeld „seine derzeitige Bedeutung behalten“ soll, sogar auf 66 % gestiegen (2024: 61 %). Immerhin 28 % geben an, dass sie nicht „ganz ohne Bargeld“ leben möchten. Bargeld ist und bleibt bei den Österreichern also beliebt. „In einer Zeit, in der Flexibilität und Sicherheit gefragt sind, ist Bargeld einfach eine kluge Wahl, weil es immer funktioniert“, betont OeNB-Direktor Thomas Steiner.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachruf</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/20/kommentar/nachruf-6/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2026 07:14:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Wolfgang Steinmayr ist eine Persönlichkeit verstorben, die in Österreich weit über den Radsport hinaus Spuren hinterlassen hat. Der Tiroler war einer der erfolgreichsten heimischen Radrennfahrer seiner Zeit, vierfacher Sieger der Österreich-Rundfahrt, Bergspezialist und Olympia-Teilnehmer. Ausdauer, Disziplin und Kampfgeist prägten seinen Lebensweg — Eigenschaften, die auch sein späteres Wirken als Unternehmer und Interessenvertreter bestimmten. 1970 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Wolfgang Steinmayr ist eine Persönlichkeit verstorben, die in Österreich weit über den Radsport hinaus Spuren hinterlassen hat. Der Tiroler war einer der erfolgreichsten heimischen Radrennfahrer seiner Zeit, vierfacher Sieger der Österreich-Rundfahrt, Bergspezialist und Olympia-Teilnehmer. Ausdauer, Disziplin und Kampfgeist prägten seinen Lebensweg — Eigenschaften, die auch sein späteres Wirken als Unternehmer und Interessenvertreter bestimmten.</p>
<p>1970 gründete Wolfgang Steinmayr sein Versicherungsmaklerunternehmen in Innsbruck und wurde damit zu einem frühen Gestalter der unabhängigen Maklerschaft in Österreich. Als Gründungsmitglied des österreichischen Maklerringes, dem Vorläufer des heutigen ÖVM, als Bundesobmann der österreichischen Versicherungsmakler und von 2000 bis 2002 als erster Fachverbandsobmann der Versicherungsmakler in der Wirtschaftskammer Österreich gehörte er zu jenen Persönlichkeiten, die den Berufsstand nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgeformt haben.</p>
<p>Wolfgang Steinmayr stand für Unternehmergeist, klare Worte und Handschlagqualität. Er war ein Netzwerker im besten Sinn: verbindlich, präsent, interessiert und stets mit dem Blick auf das, was für die Branche wichtig war. Auch die Anfänge von risControl hat er als Wegbegleiter mitverfolgt und unterstützt — in einer Zeit, in der persönliche Kontakte, Vertrauen und Überzeugungsarbeit entscheidend waren, um neue Ideen in der Branche sichtbar zu machen.</p>
<p>Wer Wolfgang Steinmayr begegnete, traf auf einen Menschen mit Haltung und Humor. Einen, der wusste, was Leistung bedeutet. Einen, der Verantwortung übernahm und sich mit Überzeugung für die Interessen der Versicherungsmakler einsetzte. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>AK prangert „Geldfallen im Netz“ an</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/18/kommentar/ak-prangert-geldfallen-im-netz-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 13:35:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Dubiose Geldgeschenke und Erbschaften versprechen schnellen Reichtum, fragwürdige Kreditangebote locken Private und Unternehmer, gefakte Mails von Banken fordern zur Dateneingabe auf, Anlagetipps von selbsternannten Finanzprofis vulgo Finfluencern verführen gutgläubige Anleger. Internet, soziale Medien und Posteingänge sind voll mit Betrug und Abzocke. Betrügerische Maschen werden, auch mithilfe von ChatGPT und ähnlichen KI-Tools, immer zahlreicher und professioneller. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dubiose Geldgeschenke und Erbschaften versprechen schnellen Reichtum, fragwürdige Kreditangebote locken Private und Unternehmer, gefakte Mails von Banken fordern zur Dateneingabe auf, Anlagetipps von selbsternannten Finanzprofis vulgo Finfluencern verführen gutgläubige Anleger. Internet, soziale Medien und Posteingänge sind voll mit Betrug und Abzocke. Betrügerische Maschen werden, auch mithilfe von ChatGPT und ähnlichen KI-Tools, immer zahlreicher und professioneller.</p>
<p><strong>AK Wien fordert mehr Sorgfalt von Banken</strong></p>
<p>Handeln Kunden nicht grob fahrlässig, haften Banken bei nicht autorisierten Zahlungen. In der Praxis wird Betroffenen jedoch oft vorgeworfen, Zahlungen selbst autorisiert oder grob fahrlässig gehandelt zu haben, kritisiert die AK Wien. Sie fordert von Banken mehr Sorgfalt, beispielsweise bei der Transaktionsüberwachung, und höhere bzw. kulantere Entschädigungszahlungen. Bei Online-Banking-Betrug sollen Banken das Geld unverzüglich erstatten und eventuelles grob fahrlässiges Verhalten von Kunden in einem gesonderten Verfahren beweisen müssen.</p>
<p><strong>Zuerst denken, dann klicken!</strong></p>
<p>Eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Maßnahmen, um sich vor Betrug und Abzocke im Internet und Posteingang zu schützen, lautet: Zuerst DENKEN, dann klicken. Warum verschenkt jemand seine Millionen Euro ausgerechnet an mich? Habe ich überhaupt ein Konto bei der Bank, die mir vermeintlich schreibt? Warum sollte mir jemand tausende Euro ohne jede Sicherheit borgen? Selbst wenn Kriminelle immer professioneller und dreister werden, sind viele Nachrichten bereits auf den ersten oder zweiten Blick als Phishing oder potentieller Betrug zu entlarven. Oftmals reicht der schon der eigene Hausverstand – wenn man ihn einschaltet und benutzt.</p>
<p><strong>Eigenverantwortung statt Schuldzuweisung</strong></p>
<p>Die AK Wien sucht die Schuld dafür, dass Menschen auf Betrug und Abzocke hereinfallen, bei den Banken und sogar Behörden. Sie sollen entstandenen Schaden begleichen und besser zusammenarbeiten. Fakt ist, dass Betrug und Abzocke im Internet, in sozialen Medien und via E-Mail nicht zu stoppen ist. Die Täter sitzen irgendwo in fernen Landen und sind weder greifbar noch verantwortlich zu machen. Der beste Schutz ist und bleibt mehr Eigenverantwortung. Und mehr Finanzbildung.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>FATF setzt Österreich nicht auf die Graue Liste</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/11/kommentar/fatf-setzt-oesterreich-nicht-auf-die-graue-liste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 04:26:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Financal Action Task Force FATF hat 2024/2025 Österreichs Systeme im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung geprüft. Die Nervosität der beteiligten Ministerien und Behörden war lange Zeit spürbar hoch. Österreich drohte auf der „Grey List“ der FATF zu landen und sich zu Ländern wie Syrien, Libanon und Südsudan zu gesellen – was alles andere als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die <em>Financal Action Task Force FATF</em> hat 2024/2025 Österreichs Systeme im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung geprüft. Die Nervosität der beteiligten Ministerien und Behörden war lange Zeit spürbar hoch. Österreich drohte auf der „Grey List“ der FATF zu landen und sich zu Ländern wie Syrien, Libanon und Südsudan zu gesellen – was alles andere als ein Renommee gewesen wäre.</p>
<p><strong>Prüfbericht veröffentlicht</strong></p>
<p>Am 30. April 2026 veröffentlichte die FATF ihren 316-seitigen Länderbericht (<em>Mutual Evaluation of Austria</em>). Was schon im Vorfeld durchgesickert ist, bestätigt sich: Österreich hat die Länderprüfung bestanden und kommt nicht auf die Graue Liste. Über die Leaks im Vorfeld zeigte sich die FATF übrigens ganz und gar nicht begeistert, denn die inoffiziellen Vorberichte gelten als geheim.</p>
<p><strong>Gemischtes Ergebnis</strong></p>
<p>Die Ergebnisse haben sich im Vergleich zur letzten FATF-Länderprüfung 2015/2016 in vier (von elf) Bereichen verbessert, wie etwa (Dank unseres WiEReG-Registers) bei der Transparenz wirtschaftlicher Eigentümer und im Finanzsektor, sind in fünf Bereichen unverändert und verschlechterten sich in zwei Teilbereichen (internationale Kooperation sowie Proliferationsfinanzierung).</p>
<p><strong>FMA sieht sich „eindrucksvoll bestätigt“</strong></p>
<p>Der Bericht bescheinigt dem heimischen Finanzsektor ein „substantial“-Rating – die zweithöchste erreichbare Bewertung – und damit das beste Ergebnis in dem von der FMA beaufsichtigten Bereich für Österreich seit Beginn der Länderprüfungen. „In der aktuell laufenden fünften FATF-Prüfrunde setzt Österreich damit auch im europäischen Vergleich einen Maßstab.“, schreibt sich die FMA stolz auf die Fahnen. Das gute Ergebnis ist jedenfalls auch den aktiven Marktteilnehmern wie u.a. Banken, Krypto- und Wertpapierdienstleistern zu verdanken, denn sie sind es, die unermüdlich die operative Präventionsarbeit leisten.</p>
<p><strong>Weiterhin Verbesserungsbedarf</strong></p>
<p>Wie auch die FMA erkennt, ist die gute Bewertung durch die FATF kein Anlass zur Selbstzufriedenheit. Denn die FATF erkennt weiterhin einige Mängel und gibt unter anderem auch der Behörde Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg. Mehr dazu in einem ausführlichen Bericht in der Juni-Ausgabe von risControl.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>EU-Geldwäsche-Behörde befragt Versicherungsvermittler</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/06/kommentar/eu-geldwaesche-behoerde-befragt-versicherungsvermittler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 12:50:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Mitte April 2026 wurden österreichweit etwa 100 vom Wirtschaftsministerium zufällig ausgewählte Versicherungsvermittler eingeladen, sich an einer vorbereitenden Maßnahme der EU-Geldwäsche-Behörde (Anti-Money Laundering Authority AMLA) zu beteiligen. Die Einladung dürfte bei den betroffenen Vermittlern – darunter auch Ein-Personen-Unternehmen – für große Überraschung gesorgt haben, denn die höchst komplexen und noch dazu englischsprachigen Excel-Fragebögen europäischer Aufsichtsbehörden sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitte April 2026 wurden österreichweit etwa 100 vom Wirtschaftsministerium zufällig ausgewählte Versicherungsvermittler eingeladen, sich an einer vorbereitenden Maßnahme der EU-Geldwäsche-Behörde (<em>Anti-Money Laundering Authority AMLA</em>) zu beteiligen. Die Einladung dürfte bei den betroffenen Vermittlern – darunter auch Ein-Personen-Unternehmen – für große Überraschung gesorgt haben, denn die höchst komplexen und noch dazu englischsprachigen Excel-Fragebögen europäischer Aufsichtsbehörden sind für kleine Gewerbetreibende absolutes Neuland.</p>
<p><strong>Grundlage für risikobasierte Aufsicht</strong></p>
<p>Die AMLA mit Sitz in Frankfurt am Main bereitet sich auf ihre im Jahr 2027 startende Aufsichtstätigkeit vor. Dazu erhebt sie testweise sowie im Zuge der Erstellung von technischen Regulierungsstandards jene Datenpunkte, die in den ab 10. Juli 2027 anzuwendenden Geldwäsche-Bestimmungen festgelegt sind. Dass die AMLA dazu Marktteilnehmer aus der Praxis befragt, macht durchaus Sinn – und ist auch dringend notwendig, denn die Fragestellungen lassen erkennen, dass die Behörde noch viel über die alltägliche Geschäftstätigkeit kleiner Versicherungsvermittler lernen sollte.</p>
<p><strong>Verständlicher Unmut</strong></p>
<p>Die zur Beantwortung eingeladenen Versicherungsvermittler zeigten sich in einer Online-Besprechung wenig begeistert. Zwar gibt es zum auszufüllenden englischsprachigen Excel-Fragebogen eine deutsche Übersetzung, doch auch nach eingehendem Studium des 116-seitigen (!) Leitfadens dürfte das Beantworten einige Stunden in Anspruch nehmen. Nicht zuletzt deshalb, weil u.a. detaillierte Angaben zu geografischen Wohnsitzen von Kunden und wirtschaftlichen Eigentümern zu machen sind. Die äußerst knappe Frist zur Abgabe bis 8. Mai 2026 sorgt zusätzlich für Frust.</p>
<p><strong>Heuer freiwillig, ab 2027 Pflicht</strong></p>
<p>Die Teilnahme an der Befragung ist grundsätzlich noch freiwillig, trotzdem ersuchten Vertreter des Wirtschaftsministeriums in der Online-Besprechung darum, sich möglichst zahlreich zu beteiligen. Je mehr Rückmeldungen, auch kritische, bei der AMLA einlangen, desto größer sei die Chance, dass die Fragebögen verbessert und praxisnaher gestaltet werden. Denn ab 2027 wird das Beantworten von AMLA-Fragebögen für alle Verpflichteten zur gesetzlichen Pflicht werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn Öl und Zinsen gleichzeitig beißen</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/05/kommentar/wenn-oel-und-zinsen-gleichzeitig-beissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 15:37:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[An den Märkten wird es nicht dann gefährlich, wenn Schlagzeilen laut werden, sondern wenn Liquidität knapper wird, Risikoaufschläge steigen und Öl die Inflation antreibt. Kritisch wird es meist dann, wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig auftreten: hohe Bewertungen, straffe Geldpolitik, steigende Risikoaufschläge, eine flache bis inverse Zinskurve sowie anziehende Volatilität. In den USA schrumpfte von März 2022 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><span style="font-size: 11.0pt;font-family: 'Arial',sans-serif;color: black">An den Märkten wird es nicht dann gefährlich, wenn Schlagzeilen laut werden, sondern wenn Liquidität knapper wird, Risikoaufschläge steigen und Öl die Inflation antreibt.</span></b></p>
<p>Kritisch wird es meist dann, wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig auftreten: hohe Bewertungen, straffe Geldpolitik, steigende Risikoaufschläge, eine flache bis inverse Zinskurve sowie anziehende Volatilität. In den USA schrumpfte von März 2022 bis Oktober 2023 die Geldmenge M2 um 4,8 %, während die Fed die Zinsen von 0,00 bis 0,25 % auf 5,25 bis 5,50 % anhob. Der S&amp;P 500 gab vom 4. März 2022 bis 27. Oktober 2023 um 4,9 % nach.</p>
<p>Ein Gradmesser für Risikofreude sind <strong>High Yield Spreads</strong>. Der US-High-Yield-Spread lag per 23. April 2026 bei niedrigen 2,86 Prozentpunkten. Springt ein solches Niveau binnen Tagen oder Wochen um ein Viertel nach oben, wäre das ein klares Alarmzeichen. Ergänzend lohnt der Blick auf die <strong>Volatilität:</strong> Der VIX lag am 24. April bei 18,71 Punkten und signalisiert noch keinen Panikmodus. Mehren sich Vola-Spitzen und fließt Geld aus Aktienfonds, EM-Bond- und HY-Bond-Funds ab, deutet dies auf Nervosität hin.</p>
<p>Auch eine <strong>Verflachung bis Invertierung der Zinskurve</strong> bleibt kritisch, vor allem wenn 3-Monats-Treasury Bills höher rentieren als zehnjährige US-Treasuries. Zwar lieferte die inverse Zinskurve von Oktober 2022 bis Dezember 2024 ein Fehlsignal, historisch bleibt sie aber wichtig.</p>
<p><strong>Zinsen als Krisenverstärker</strong></p>
<p>Zinsanstiege sind selten alleiniger Auslöser, aber häufig jener Co-Faktor, der Verwundbarkeit in eine Krise dreht. Vor dem Crash vom 19. Oktober 1987, als der Dow Jones an einem Tag 22,6 % verlor, war die Federal Funds Effective Rate von Jahresanfang bis Anfang Oktober von 6,43 auf 7,29 % gestiegen. Vor der Asienkrise 1997/98 hob die Fed am 25. März 1997 ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 5,50 % an. In Asien selbst stiegen laut IWF die realen Zinsen in Korea auf über 20 % und in Thailand auf rund 15 %. Vor der Bankenkrise 2008/09 hatte die Fed den Leitzins von 1,0 % auf 5,25 % angehoben. Nach Pandemie und Ukrainekrieg folgte ab 2022 erneut der härteste Zinszyklus seit Jahrzehnten.</p>
<p><strong>Ölschock plus Zinsdruck</strong></p>
<p>Besonders gefährlich wird es, wenn der Zinsdruck mit einem Ölpreisschock zusammenhängt. Die Historie ist ernüchternd: Auf Yom-Kippur-Krieg und OPEC-Embargo 1973/74 folgte eine Rezession von November 1973 bis März 1975. Nach der Iranischen Revolution 1978 bis 1980 kam es zu zwei Rezessionen. Die Kuwaitkrise 1990/91 mündete in eine Rezession von Juli 1990 bis März 1991. Beim Nachfrageboom mit Brent-Peak von 147,40 $ je Barrel am 11. Juli 2008 lief die Rezession von Dezember 2007 bis Juni 2009. Ölschocks waren damit ein wichtiger Co-Faktor.</p>
<p>Die aktuelle Lage zeigt, warum Öl gefährlich bleibt. Die US-Energiebehörde EIA meldete Anfang April, dass die Ölströme durch die Straße von Hormus weiter eingeschränkt sind. Für März schätzt sie Produktionsausfälle von 7,5 Mio. Barrel pro Tag, für April 9,1 Mio. Barrel. Die Brent-Prognose für 2026 wurde von 79 auf 96 $ je Barrel angehoben; im zweiten Quartal erwartet die EIA einen Peak bei 115 $. Gleichzeitig verteuern sich Diesel und LNG, Lieferwege bleiben gestört und ein geopolitischer Risikoaufschlag bleibt im Markt.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Kritisch wird es nicht wegen eines einzelnen Indikators. Gefährlich wird die Lage, wenn straffe Geldpolitik, ausweitende Credit Spreads, Liquiditätsabflüsse und ein Ölpreisschock zusammenfallen. Dann kippt Risikofreude in Risikoaversion.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Reichensteuer auf Immobilien</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/04/kommentar/reichensteuer-auf-immobilien-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2026 13:41:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer dann, wenn dem Staat das Geld ausgeht – genauer gesagt: wenn der Staat sehr viel Geld einnimmt, aber noch viel mehr Geld ausgibt – sucht er verzweifelt nach neuen Einnahmequellen. So sicher wie das Amen im Gebet erschallt dann der Ruf nach Vermögenssteuern. Sie gelten jedoch als ineffizient, bringen wenig ein und schaden dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer dann, wenn dem Staat das Geld ausgeht – genauer gesagt: wenn der Staat sehr viel Geld einnimmt, aber noch viel mehr Geld ausgibt – sucht er verzweifelt nach neuen Einnahmequellen. So sicher wie das Amen im Gebet erschallt dann der Ruf nach Vermögenssteuern. Sie gelten jedoch als ineffizient, bringen wenig ein und schaden dem Standort. Nicht umsonst wurden sie in vielen Länder abgeschafft. Neuerdings erteilen sogar Ökonomen Vermögenssteuern eine Absage. Mit einer Ausnahme.</p>
<p><strong>Es gibt schon „Reichensteuern“</strong></p>
<p>Die Möglichkeiten, sein Arbeitseinkommen, das Ersparte, seine Immobilien usw. vor den vielarmigen Steuerkrake in Sicherheit zu bringen, wurden mehrheitlich abgeschafft. Einkommensteuer, Kapitalertragsteuer, Körperschaftssteuer, Immobilienertragsteuer usw. sind quasi lückenlose Reichensteuern: Wer mehr hat (Geld, Immobilien, Wertpapiere, Autos usw.), zahlt auch mehr Steuer. Mit der Größe des Lochs im Staatshaushalt wachsen jedoch auch die Begehrlichkeiten der Finanzminister.</p>
<p><strong>„Vermögenssteuer nicht effizient“</strong></p>
<p>Im Auftrag der deutschen Bundestagsfraktion Die Linke hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW Aufkommens- und Verteilungswirkungen von Vermögenssteuern untersucht. Die entscheidende Frage laute nämlich nicht, wie viel eine Vermögensteuer auf dem Papier erzielen könnte, sondern wie viel sie in der Realität einbringt – und zu welchem Preis. Denn nationale Vermögensteuern lösen oft spürbare Ausweichreaktionen aus, von Steuervermeidung bis hin zur Verlagerung von Vermögen und teils auch des Wohnsitzes ins Ausland.</p>
<p><strong>Besteuern, was nicht flüchten kann</strong></p>
<p>Für die linken Ökonomen des DIW stellt das konsequente Besteuern von Immobilien – Stichwort Grundsteuer – sowie von Immobiliengewinnen die Lösung für leere Staatskassen dar. „Immobilien können nicht einfach ins Ausland verlagert werden.“, schreibt Marcel Fratscher, Präsident des DIW, in seinem Blog. Man sollte weniger über neue Steuern reden, die schlecht funktionieren, und mehr über jene, die bislang viel zu zaghaft genutzt werden, fordert er.</p>
<p>Kein Wort verliert der DIW-Präsident jedoch darüber, dass höhere Grundsteuern auf die Betriebskosten umgelegt werden und damit von der Reichensteuer zur Massensteuer werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Diversifikation unter Stress</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/04/27/kommentar/diversifikation-unter-stress/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 17:30:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Diversifikation funktioniert an den Märkten nicht mechanisch. Gerade in Stressphasen zeigt sich, dass viele Anlagen, die in normalen Zeiten unterschiedlich wirken, plötzlich gemeinsam fallen. Aktien, High Yield Bonds, Schwellenländeranleihen, Industriemetalle und zyklische Rohstoffe reagieren dann oft ähnlich auf sinkende Risikobereitschaft, steigende Finanzierungskosten und Liquiditätsdruck. Columbia Threadneedle verweist im März 2022 darauf, dass Aktienmärkte tendenziell gemeinsam [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diversifikation funktioniert an den Märkten nicht mechanisch. Gerade in Stressphasen zeigt sich, dass viele Anlagen, die in normalen Zeiten unterschiedlich wirken, plötzlich gemeinsam fallen. Aktien, High Yield Bonds, Schwellenländeranleihen, Industriemetalle und zyklische Rohstoffe reagieren dann oft ähnlich auf sinkende Risikobereitschaft, steigende Finanzierungskosten und Liquiditätsdruck. Columbia Threadneedle verweist im März 2022 darauf, dass Aktienmärkte tendenziell gemeinsam laufen, während High Yield- und Schwellenländeranleihen oft in dieselbe Richtung wie Aktien tendieren. Auch Rohstoffe bewegen sich nicht selten mit Risikoanlagen, wobei Gold eine Sonderrolle behält (unter Normalbedingungen nahezu unkorreliert zum S&amp;P 500).</p>
<p>Das Finanzkrisenjahr 2008 zeigt den Mechanismus besonders klar. Der S&amp;P 500 verlor inklusive Dividenden 36,55 %, Baa Corporate Bonds 3,44 %. Dagegen erzielten 10-jährige US-Staatsanleihen laut historischer Datenreihe von Aswath Damodaran ein Plus von 20,10 %, Gold legte um 4,32 % zu. Der Schutz kam also weniger aus breiter Aktienmischung, sondern aus Liquidität, Bonität und Duration. Auch der World Gold Council verweist darauf, dass Gold 2008 zwischenzeitlich deutlich nachgab, am Jahresende aber zu den wenigen positiven Anlageklassen neben US-Treasuries zählte. Der World Gold Council beschreibt Gold in dieser Phase ausdrücklich auch als Liquiditätsquelle und Sicherheit.</p>
<p><strong>Nicht jeder Schutz hält immer</strong></p>
<p>Die Pandemie 2020 war etwas anders gelagert. In der ersten Panikphase wurden selbst sichere Anlagen verkauft, um Liquidität zu beschaffen. Genau darin liegt die praktische Lehre: Ein sicherer Hafen kann kurzfristig unter Druck geraten, wenn Investoren verkaufen müssen, was noch handelbar ist. Danach setzte sich Gold wieder als Krisenanlage durch. Am 18. März 2020 lag Gold in Euro bereits leicht im Plus, während europäische Aktien (Euro Stoxx 50) stark verloren.</p>
<p>Auf Aktienseite stabilisierten 2020 vor allem Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter. Die Federal Reserve Bank of St. Louis zeigt, dass Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter im März 2020 die geringsten Einbrüche unter den Sektoren verzeichneten. Ihre Tiefststände lagen bei 72 % bzw. 76 % ihres Niveaus vom 19. Februar 2020.</p>
<p>Danach erholten sich Informationstechnologie, zyklische Konsumgüter und Grundstoffe am stärksten; IT profitierte von Geschäftsmodellen rund um Digitalisierung, Cloud und Plattformökonomie. Diese Stärke war aber kein allgemeines Krisengesetz. 2022, als Inflation und Zinsen gleichzeitig stiegen, verlor der S&amp;P 500 18,1 %, der IT-Sektor 28,2 %. Stabiler waren Energieaktien mit plus 65,7 %, Versorger mit plus 1,6 %, Basiskonsumgüter mit minus 0,6 % und Gesundheitswesen mit minus 2,0 %.</p>
<p>Für die Beratungspraxis bedeutet das: Diversifikation braucht mehr als viele Positionen. Entscheidend ist, welche Risiken tatsächlich kombiniert werden. In deflationären Schocks wirken langlaufende hochwertige Staatsanleihen oft stark stabilisierend. In Inflationsschocks geraten Aktien und Anleihen zugleich unter Druck. Dann helfen eher kurze Duration, reale Cashflows, Energie, ausgewählte defensive Aktien, Gold und Währungen wie der Schweizer Franken. Diversifikation bleibt unverzichtbar, aber sie muss nach Krisentyp, Liquidität und Korrelation im Stressfall gedacht werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kirschblüte, Pinsel und Dada</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/04/20/kommentar/kirschbluete-pinsel-und-dada/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2026 09:55:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Über die Qualität verschiedener Pinsel, einen blühenden Kirschbaum und die Aktualität des Dadaismus An einem Wochenende in diesem noch jungen April sind Kurt und ich in seinem Garten und restaurieren vier alte Gartenstühle, die ihm ein Bekannter geschenkt hat, weil sie ihm nicht mehr gefallen. „Jeder wie er glaubt“, meint Kurt und schaltet die Schleifmaschine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über die Qualität verschiedener Pinsel, einen blühenden Kirschbaum und die Aktualität des Dadaismus</strong></p>
<p>An einem Wochenende in diesem noch jungen April sind Kurt und ich in seinem Garten und restaurieren vier alte Gartenstühle, die ihm ein Bekannter geschenkt hat, weil sie ihm nicht mehr gefallen. „Jeder wie er glaubt“, meint Kurt und schaltet die Schleifmaschine ein; die Stühle sind aus massivem Holz und brauchen nur etwas frische Farbe und den einen oder anderen neuen Schrauben.</p>
<p>Nach dem Schleifen machen wir uns mit Holzschutzlasur ans Werk; zu zweit geht es schneller und wir plaudern entspannt über dieses und jenes.</p>
<p>„Diese Pinsel da sind übrigens echt klasse“, stelle ich bald fest. „Liegen gut in der Hand, verlieren keine Haare, tropfen nicht und tragen die Farben schön gleichmäßig auf. Wo hast du sie her? Ich frage, weil die letzten, die ich gekauft habe, echt schlecht waren. Von Anfang an haben sie die Haare verloren, aber nicht eins, sondern drei oder vier bei nur einem Pinselstrich. Also selbst für weniger anspruchsvolle Arbeiten komplett unbrauchbar.“</p>
<p>„Die Pinsel da habe ich über eine bekannte chinesische Oline-Plattform erworben“, erwidert Kurt und flüstert mir den Namen besagter Plattform ins Ohr, als wäre er ein großes Geheimnis.</p>
<p>„Du kaufst bei den <em>Schinesen</em>?“, frage ich erstaunt, wobei ich das Wort <em>Chinesen</em> bewusst (wie in manchen Teilen Deutschlands üblich) als <em>Schinesen</em> ausspreche. „Ich kann mich noch erinnern, dass du in verschiedenen Geschäften warst, um Glühbirnen zu kaufen, die nicht Made in China sind.“</p>
<p>„Ja, ja“, sagt Kurt, „das ist in der Tat noch gar nicht so lange her, aber seitdem hat sich einiges geändert – und auch ich habe mich verändert. Und du wärst erstaunt, wenn nicht sogar erschüttert, zu wie vielen wichtigen Aspekten der Welt, in der wir leben, ich inzwischen diametrale Sichtweisen zu früher einnehme. Aber darüber will ich jetzt nicht reden. Was die <em>Schinesen</em> anbelangt, nur zwei Dinge: Ich lese immer wieder über die angeblich schlechte Qualität des Ramsches aus China, aber wie diese Pinsel hier beweisen, bringen die <em>Schinesen</em> tolle Produkte zu einem fantastisch günstigen Preis auf den Markt. Außerdem: Was verkaufen sie uns denn in den diversen Baumärkten hierzulande? Qualität <em>Made in Germany</em>? Wohl eher nicht! Und der sehr bekannte US-amerikanische Online-Händler, du weißt schon …“</p>
<p>„Ja, ich weiß“, ich nicke.</p>
<p>„Also dieser sehr bekannte US-amerikanische Online-Händler verkauft auf seiner Plattform zu 70% Produkte <em>Made in China – </em>sagt zumindest die ebenfalls sehr bekannte US-amerikanische Suchmaschine mit KI-Unterstützung, du weißt schon …“</p>
<p>Wiederum sage ich: „Ja, ich weiß“, und nicke.</p>
<p>„Und da ist noch etwas“, fährt Kurt fort. „Auch höre und lese ich andauernd von der Bedrohung, die angeblich von China ausgeht. Nun, wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, aber wir können einiges aus der Geschichte lernen: China war in den letzten 50 Jahren exakt in einen einzigen Krieg involviert, damals 1979 mit Vietnam, der aber nur wenige Wochen dauerte und inzwischen 47 Jahre her ist. Hingegen waren und sind unsere guten transatlantischen <em>Freunde</em> mit den Westernstiefeln fast an jedem einzelnen verdammten Krieg beteiligt, an den ich mich erinnern kann – und über den jüngsten, aktuellen will ich gar nicht erst reden.“ Kurt atmet tief durch. „In gewisser Weise sind also meine Einkäufe bei den <em>Schinesen </em>nicht nur ökonomisch sinnvoll für mich, sondern auch ein politischer Protest. Ja, wo ich es sage: In gewisser Weise bin ich ein <em>politischer Aktivist!</em>“</p>
<p>Wir streichen weiter die Gartenstühle mit unseren <em>schinesischen</em> Pinseln, die wirklich gut in der Hand liegen und immer noch keine Haare verlieren.</p>
<p>Nach einiger Zeit, als wir die Arbeit für diesen Tag beenden (wir sind sehr zufrieden mit unserem Werk) setzen wir uns auf Kurts Terrasse und gönnen uns ein Bier <em>Made im Waldviertel</em>.</p>
<p>Kurt lenkt meine Aufmerksamkeit auf seinen Kirschbaum, der an diesem Tag in voller Blüte steht. „Herrlich, nicht wahr?“, sagt er und ich stimme aus tiefster Überzeugung zu: „Wunderschön, wirklich wunderschön!“</p>
<p>Wir genießen die Ruhe auf der Terrasse, die Sonne scheint warm und kein Lüftchen regt sich. Nach einer Weile frage ich Kurt, wie es ihm mit seinem Studium der asiatischen Philosophie geht.</p>
<p>„Gut“, sagt er, nickt und schweigt, offenbar für einige Momente völlig mit sich eins und im Reinen.</p>
<p>Schließlich fragt er mich unvermutet: „Was sagt dir der Begriff <em>Dada</em>?“</p>
<p>„Dada? Äh … meinst du den <em>Dadaismus, </em>also die revolutionäre Kunstrichtung, die rund um den ersten Weltkrieg als Protest gegen die Sinnlosigkeit und Absurdität des Krieges entstanden ist?“</p>
<p>„Ganz recht! Diese Künstler haben mit allen möglichen provokativen Mitteln gearbeitet und heute noch gilt <em>dadaistisch</em> als Synonym für <em>abenteuerlich, abwegig, aberwitzig, absurd, abstrus, bizarr, fantastisch, fragwürdig, grotesk, haltlos, nicht nachvollziehbar, unbegründet</em> u.s.w. − sagt zumindest die Suchmaschine, vor der wir heute schon mal gesprochen haben.“</p>
<p>„Interessant“, stimme ich zu und warte auf die Pointe.</p>
<p>Dann Kurt: „Es gibt inzwischen ja etliche Leute, die um die geistige Gesundheit des alten Mannes fürchten, der gerade einen Ballsaal an das Weiße Haus anbauen lässt. Ich vermute, er ist gar nicht wahnsinnig, er ist bloß ein ebenso unverstandener wie genialer Dadaist, dem durch einen gröberen Kurzschluss im Hirn die zentrale pazifistische Komponente von Dada verloren ging.“</p>
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		<title>20 Jahresjubiläum</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/04/14/kommentar/20-jahresjubilaeum-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 09:11:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf: 20 Jahre BIPRO in Deutschland. Ein Rückblick auf die wichtigsten Meilensteine und der Versuch, aus diesen Entwicklungen zu lernen, um in Österreich die digitale Kooperation zwischen Versicherungsmaklern und Versicherungsunternehmen zu beschleunigen und den künftigen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Von Philip Steiner, Sprecher BIPRO [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf: 20 Jahre BIPRO in Deutschland. Ein Rückblick auf die wichtigsten Meilensteine und der Versuch, aus diesen Entwicklungen zu lernen, um in Österreich die digitale Kooperation zwischen Versicherungsmaklern und Versicherungsunternehmen zu beschleunigen und den künftigen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.</p>
<p><em>Von Philip Steiner, Sprecher BIPRO Österreich</em></p>
<p>Vor 20 Jahren glich die Kommunikation in der Versicherungswirtschaft in Deutschland &#8211; und natürlich auch in Österreich &#8211; einem analogen Hürdenlauf: Antragsformulare verschiedenster Sparten und Anbieter füllten die Kofferräume gut sortierter Versicherungsmakler. Daten wurden auf Disketten oder USB-Sticks zwischen Maklerbüros und Versicherern hin- und hergereicht. Heute, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von BIPRO, blickt die Branche nicht nur auf eine technische Revolution zurück, sondern steht bereits vor der nächsten Entwicklungsstufe: Die Lehren aus zwei Jahrzehnten Standardisierung bilden das Fundament für die bevorstehende KI-Transformation.</p>
<p>2006 wurde BIPRO von Versicherungsmaklern und Versicherungsunternehmen gegründet, um Prozesse zu optimieren, die Effizienz der Branche zu steigern und ganz generell die Zusammenarbeit zwischen Versicherungsmaklern und Versicherungsunternehmen als Partner weiterzuentwickeln. Durch das Engagement weniger Akteure entstand eine Initiative, die mit inzwischen mehr als 300 Mitgliedern auch bei der Entwicklung auf europäischer Ebene ein wichtiger Player ist. Einer der wichtigsten Meilensteine war dabei sicherlich das gemeinsame Positionspapier mit dem GDV im Jahr 2014.</p>
<ol>
<li><strong> Kernerkenntnisse: 20 Jahre als Fundament der Unabhängigkeit</strong></li>
</ol>
<p>Die Geschichte von BIPRO ist mehr als eine Chronik von XML-Sätzen. Aus ihr lassen sich drei zentrale Lektionen ableiten:</p>
<ul>
<li><strong>Prozessoptimierung statt reiner Datenübermittlung:</strong> Es reicht nicht, Daten einfach „über den Zaun zu werfen“. Die entscheidende Erkenntnis lautet, dass echte Digitalisierung die gesamte Kette von der Preisberechnung über das Angebot bis hin zum Antrag und schließlich zur Versicherungspolizze umfassen muss. Nur durch diese mehrstufige, dynamische Kommunikation lassen sich die Anforderungen der Endkunden heute zeitgemäß abbilden.</li>
<li><strong>Neutralität als Investitionsschutz:</strong> Für die Entwicklung und Etablierung eines Branchenstandards ist es entscheidend, dass dieser von einer breiten Zahl von Marktteilnehmern getragen wird. Nur so ist sichergestellt, dass die Norm nicht bloß einzelnen Interessen gerecht wird. Die Heterogenität der Mitglieder – vom kleinen Maklerbetrieb bis zum globalen Versicherungskonzern – stellt bei BIPRO sicher, dass Interessen ausgehandelt werden, statt einseitige proprietäre Lösungen zu schaffen. Das schafft jenes Vertrauen, das für millionenschwere Investitionen in die IT-Infrastruktur notwendig ist.</li>
<li><strong>Wettbewerb durch Kooperation:</strong> Während Versicherer im Produktwettbewerb stehen, ist die digitale Infrastruktur ein „Level Playing Field“. Standardisierung bedeutet keinen Verzicht auf Wettbewerbsvorteile, sondern ist vielmehr die Voraussetzung, um überhaupt am Markt stattzufinden. Wer keinen Standard nutzt, hat es zunehmend schwer, in modernen Vergleichs- und Verwaltungsprogrammen seinen Platz zu finden.</li>
</ul>
<p><a href="https://issuu.com/riscontrol/docs/riscontrol_2026_04">Lesen Sie mehr dazu in der April Print Ausgabe von risControl. </a></p>
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