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	<title>Kommentar &#8211; risControl</title>
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	<description>Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation</description>
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	<title>Kommentar &#8211; risControl</title>
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	<item>
		<title>EU-Geldwäsche-Behörde befragt Versicherungsvermittler</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/06/kommentar/eu-geldwaesche-behoerde-befragt-versicherungsvermittler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 12:50:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Mitte April 2026 wurden österreichweit etwa 100 vom Wirtschaftsministerium zufällig ausgewählte Versicherungsvermittler eingeladen, sich an einer vorbereitenden Maßnahme der EU-Geldwäsche-Behörde (Anti-Money Laundering Authority AMLA) zu beteiligen. Die Einladung dürfte bei den betroffenen Vermittlern – darunter auch Ein-Personen-Unternehmen – für große Überraschung gesorgt haben, denn die höchst komplexen und noch dazu englischsprachigen Excel-Fragebögen europäischer Aufsichtsbehörden sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitte April 2026 wurden österreichweit etwa 100 vom Wirtschaftsministerium zufällig ausgewählte Versicherungsvermittler eingeladen, sich an einer vorbereitenden Maßnahme der EU-Geldwäsche-Behörde (<em>Anti-Money Laundering Authority AMLA</em>) zu beteiligen. Die Einladung dürfte bei den betroffenen Vermittlern – darunter auch Ein-Personen-Unternehmen – für große Überraschung gesorgt haben, denn die höchst komplexen und noch dazu englischsprachigen Excel-Fragebögen europäischer Aufsichtsbehörden sind für kleine Gewerbetreibende absolutes Neuland.</p>
<p><strong>Grundlage für risikobasierte Aufsicht</strong></p>
<p>Die AMLA mit Sitz in Frankfurt am Main bereitet sich auf ihre im Jahr 2027 startende Aufsichtstätigkeit vor. Dazu erhebt sie testweise sowie im Zuge der Erstellung von technischen Regulierungsstandards jene Datenpunkte, die in den ab 10. Juli 2027 anzuwendenden Geldwäsche-Bestimmungen festgelegt sind. Dass die AMLA dazu Marktteilnehmer aus der Praxis befragt, macht durchaus Sinn – und ist auch dringend notwendig, denn die Fragestellungen lassen erkennen, dass die Behörde noch viel über die alltägliche Geschäftstätigkeit kleiner Versicherungsvermittler lernen sollte.</p>
<p><strong>Verständlicher Unmut</strong></p>
<p>Die zur Beantwortung eingeladenen Versicherungsvermittler zeigten sich in einer Online-Besprechung wenig begeistert. Zwar gibt es zum auszufüllenden englischsprachigen Excel-Fragebogen eine deutsche Übersetzung, doch auch nach eingehendem Studium des 116-seitigen (!) Leitfadens dürfte das Beantworten einige Stunden in Anspruch nehmen. Nicht zuletzt deshalb, weil u.a. detaillierte Angaben zu geografischen Wohnsitzen von Kunden und wirtschaftlichen Eigentümern zu machen sind. Die äußerst knappe Frist zur Abgabe bis 8. Mai 2026 sorgt zusätzlich für Frust.</p>
<p><strong>Heuer freiwillig, ab 2027 Pflicht</strong></p>
<p>Die Teilnahme an der Befragung ist grundsätzlich noch freiwillig, trotzdem ersuchten Vertreter des Wirtschaftsministeriums in der Online-Besprechung darum, sich möglichst zahlreich zu beteiligen. Je mehr Rückmeldungen, auch kritische, bei der AMLA einlangen, desto größer sei die Chance, dass die Fragebögen verbessert und praxisnaher gestaltet werden. Denn ab 2027 wird das Beantworten von AMLA-Fragebögen für alle Verpflichteten zur gesetzlichen Pflicht werden.</p>
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		<title>Wenn Öl und Zinsen gleichzeitig beißen</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/05/kommentar/wenn-oel-und-zinsen-gleichzeitig-beissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 15:37:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[An den Märkten wird es nicht dann gefährlich, wenn Schlagzeilen laut werden, sondern wenn Liquidität knapper wird, Risikoaufschläge steigen und Öl die Inflation antreibt. Kritisch wird es meist dann, wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig auftreten: hohe Bewertungen, straffe Geldpolitik, steigende Risikoaufschläge, eine flache bis inverse Zinskurve sowie anziehende Volatilität. In den USA schrumpfte von März 2022 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><span style="font-size: 11.0pt;font-family: 'Arial',sans-serif;color: black">An den Märkten wird es nicht dann gefährlich, wenn Schlagzeilen laut werden, sondern wenn Liquidität knapper wird, Risikoaufschläge steigen und Öl die Inflation antreibt.</span></b></p>
<p>Kritisch wird es meist dann, wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig auftreten: hohe Bewertungen, straffe Geldpolitik, steigende Risikoaufschläge, eine flache bis inverse Zinskurve sowie anziehende Volatilität. In den USA schrumpfte von März 2022 bis Oktober 2023 die Geldmenge M2 um 4,8 %, während die Fed die Zinsen von 0,00 bis 0,25 % auf 5,25 bis 5,50 % anhob. Der S&amp;P 500 gab vom 4. März 2022 bis 27. Oktober 2023 um 4,9 % nach.</p>
<p>Ein Gradmesser für Risikofreude sind <strong>High Yield Spreads</strong>. Der US-High-Yield-Spread lag per 23. April 2026 bei niedrigen 2,86 Prozentpunkten. Springt ein solches Niveau binnen Tagen oder Wochen um ein Viertel nach oben, wäre das ein klares Alarmzeichen. Ergänzend lohnt der Blick auf die <strong>Volatilität:</strong> Der VIX lag am 24. April bei 18,71 Punkten und signalisiert noch keinen Panikmodus. Mehren sich Vola-Spitzen und fließt Geld aus Aktienfonds, EM-Bond- und HY-Bond-Funds ab, deutet dies auf Nervosität hin.</p>
<p>Auch eine <strong>Verflachung bis Invertierung der Zinskurve</strong> bleibt kritisch, vor allem wenn 3-Monats-Treasury Bills höher rentieren als zehnjährige US-Treasuries. Zwar lieferte die inverse Zinskurve von Oktober 2022 bis Dezember 2024 ein Fehlsignal, historisch bleibt sie aber wichtig.</p>
<p><strong>Zinsen als Krisenverstärker</strong></p>
<p>Zinsanstiege sind selten alleiniger Auslöser, aber häufig jener Co-Faktor, der Verwundbarkeit in eine Krise dreht. Vor dem Crash vom 19. Oktober 1987, als der Dow Jones an einem Tag 22,6 % verlor, war die Federal Funds Effective Rate von Jahresanfang bis Anfang Oktober von 6,43 auf 7,29 % gestiegen. Vor der Asienkrise 1997/98 hob die Fed am 25. März 1997 ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 5,50 % an. In Asien selbst stiegen laut IWF die realen Zinsen in Korea auf über 20 % und in Thailand auf rund 15 %. Vor der Bankenkrise 2008/09 hatte die Fed den Leitzins von 1,0 % auf 5,25 % angehoben. Nach Pandemie und Ukrainekrieg folgte ab 2022 erneut der härteste Zinszyklus seit Jahrzehnten.</p>
<p><strong>Ölschock plus Zinsdruck</strong></p>
<p>Besonders gefährlich wird es, wenn der Zinsdruck mit einem Ölpreisschock zusammenhängt. Die Historie ist ernüchternd: Auf Yom-Kippur-Krieg und OPEC-Embargo 1973/74 folgte eine Rezession von November 1973 bis März 1975. Nach der Iranischen Revolution 1978 bis 1980 kam es zu zwei Rezessionen. Die Kuwaitkrise 1990/91 mündete in eine Rezession von Juli 1990 bis März 1991. Beim Nachfrageboom mit Brent-Peak von 147,40 $ je Barrel am 11. Juli 2008 lief die Rezession von Dezember 2007 bis Juni 2009. Ölschocks waren damit ein wichtiger Co-Faktor.</p>
<p>Die aktuelle Lage zeigt, warum Öl gefährlich bleibt. Die US-Energiebehörde EIA meldete Anfang April, dass die Ölströme durch die Straße von Hormus weiter eingeschränkt sind. Für März schätzt sie Produktionsausfälle von 7,5 Mio. Barrel pro Tag, für April 9,1 Mio. Barrel. Die Brent-Prognose für 2026 wurde von 79 auf 96 $ je Barrel angehoben; im zweiten Quartal erwartet die EIA einen Peak bei 115 $. Gleichzeitig verteuern sich Diesel und LNG, Lieferwege bleiben gestört und ein geopolitischer Risikoaufschlag bleibt im Markt.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Kritisch wird es nicht wegen eines einzelnen Indikators. Gefährlich wird die Lage, wenn straffe Geldpolitik, ausweitende Credit Spreads, Liquiditätsabflüsse und ein Ölpreisschock zusammenfallen. Dann kippt Risikofreude in Risikoaversion.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Reichensteuer auf Immobilien</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/05/04/kommentar/reichensteuer-auf-immobilien-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2026 13:41:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer dann, wenn dem Staat das Geld ausgeht – genauer gesagt: wenn der Staat sehr viel Geld einnimmt, aber noch viel mehr Geld ausgibt – sucht er verzweifelt nach neuen Einnahmequellen. So sicher wie das Amen im Gebet erschallt dann der Ruf nach Vermögenssteuern. Sie gelten jedoch als ineffizient, bringen wenig ein und schaden dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer dann, wenn dem Staat das Geld ausgeht – genauer gesagt: wenn der Staat sehr viel Geld einnimmt, aber noch viel mehr Geld ausgibt – sucht er verzweifelt nach neuen Einnahmequellen. So sicher wie das Amen im Gebet erschallt dann der Ruf nach Vermögenssteuern. Sie gelten jedoch als ineffizient, bringen wenig ein und schaden dem Standort. Nicht umsonst wurden sie in vielen Länder abgeschafft. Neuerdings erteilen sogar Ökonomen Vermögenssteuern eine Absage. Mit einer Ausnahme.</p>
<p><strong>Es gibt schon „Reichensteuern“</strong></p>
<p>Die Möglichkeiten, sein Arbeitseinkommen, das Ersparte, seine Immobilien usw. vor den vielarmigen Steuerkrake in Sicherheit zu bringen, wurden mehrheitlich abgeschafft. Einkommensteuer, Kapitalertragsteuer, Körperschaftssteuer, Immobilienertragsteuer usw. sind quasi lückenlose Reichensteuern: Wer mehr hat (Geld, Immobilien, Wertpapiere, Autos usw.), zahlt auch mehr Steuer. Mit der Größe des Lochs im Staatshaushalt wachsen jedoch auch die Begehrlichkeiten der Finanzminister.</p>
<p><strong>„Vermögenssteuer nicht effizient“</strong></p>
<p>Im Auftrag der deutschen Bundestagsfraktion Die Linke hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW Aufkommens- und Verteilungswirkungen von Vermögenssteuern untersucht. Die entscheidende Frage laute nämlich nicht, wie viel eine Vermögensteuer auf dem Papier erzielen könnte, sondern wie viel sie in der Realität einbringt – und zu welchem Preis. Denn nationale Vermögensteuern lösen oft spürbare Ausweichreaktionen aus, von Steuervermeidung bis hin zur Verlagerung von Vermögen und teils auch des Wohnsitzes ins Ausland.</p>
<p><strong>Besteuern, was nicht flüchten kann</strong></p>
<p>Für die linken Ökonomen des DIW stellt das konsequente Besteuern von Immobilien – Stichwort Grundsteuer – sowie von Immobiliengewinnen die Lösung für leere Staatskassen dar. „Immobilien können nicht einfach ins Ausland verlagert werden.“, schreibt Marcel Fratscher, Präsident des DIW, in seinem Blog. Man sollte weniger über neue Steuern reden, die schlecht funktionieren, und mehr über jene, die bislang viel zu zaghaft genutzt werden, fordert er.</p>
<p>Kein Wort verliert der DIW-Präsident jedoch darüber, dass höhere Grundsteuern auf die Betriebskosten umgelegt werden und damit von der Reichensteuer zur Massensteuer werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Diversifikation unter Stress</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/04/27/kommentar/diversifikation-unter-stress/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 17:30:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Diversifikation funktioniert an den Märkten nicht mechanisch. Gerade in Stressphasen zeigt sich, dass viele Anlagen, die in normalen Zeiten unterschiedlich wirken, plötzlich gemeinsam fallen. Aktien, High Yield Bonds, Schwellenländeranleihen, Industriemetalle und zyklische Rohstoffe reagieren dann oft ähnlich auf sinkende Risikobereitschaft, steigende Finanzierungskosten und Liquiditätsdruck. Columbia Threadneedle verweist im März 2022 darauf, dass Aktienmärkte tendenziell gemeinsam [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diversifikation funktioniert an den Märkten nicht mechanisch. Gerade in Stressphasen zeigt sich, dass viele Anlagen, die in normalen Zeiten unterschiedlich wirken, plötzlich gemeinsam fallen. Aktien, High Yield Bonds, Schwellenländeranleihen, Industriemetalle und zyklische Rohstoffe reagieren dann oft ähnlich auf sinkende Risikobereitschaft, steigende Finanzierungskosten und Liquiditätsdruck. Columbia Threadneedle verweist im März 2022 darauf, dass Aktienmärkte tendenziell gemeinsam laufen, während High Yield- und Schwellenländeranleihen oft in dieselbe Richtung wie Aktien tendieren. Auch Rohstoffe bewegen sich nicht selten mit Risikoanlagen, wobei Gold eine Sonderrolle behält (unter Normalbedingungen nahezu unkorreliert zum S&amp;P 500).</p>
<p>Das Finanzkrisenjahr 2008 zeigt den Mechanismus besonders klar. Der S&amp;P 500 verlor inklusive Dividenden 36,55 %, Baa Corporate Bonds 3,44 %. Dagegen erzielten 10-jährige US-Staatsanleihen laut historischer Datenreihe von Aswath Damodaran ein Plus von 20,10 %, Gold legte um 4,32 % zu. Der Schutz kam also weniger aus breiter Aktienmischung, sondern aus Liquidität, Bonität und Duration. Auch der World Gold Council verweist darauf, dass Gold 2008 zwischenzeitlich deutlich nachgab, am Jahresende aber zu den wenigen positiven Anlageklassen neben US-Treasuries zählte. Der World Gold Council beschreibt Gold in dieser Phase ausdrücklich auch als Liquiditätsquelle und Sicherheit.</p>
<p><strong>Nicht jeder Schutz hält immer</strong></p>
<p>Die Pandemie 2020 war etwas anders gelagert. In der ersten Panikphase wurden selbst sichere Anlagen verkauft, um Liquidität zu beschaffen. Genau darin liegt die praktische Lehre: Ein sicherer Hafen kann kurzfristig unter Druck geraten, wenn Investoren verkaufen müssen, was noch handelbar ist. Danach setzte sich Gold wieder als Krisenanlage durch. Am 18. März 2020 lag Gold in Euro bereits leicht im Plus, während europäische Aktien (Euro Stoxx 50) stark verloren.</p>
<p>Auf Aktienseite stabilisierten 2020 vor allem Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter. Die Federal Reserve Bank of St. Louis zeigt, dass Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter im März 2020 die geringsten Einbrüche unter den Sektoren verzeichneten. Ihre Tiefststände lagen bei 72 % bzw. 76 % ihres Niveaus vom 19. Februar 2020.</p>
<p>Danach erholten sich Informationstechnologie, zyklische Konsumgüter und Grundstoffe am stärksten; IT profitierte von Geschäftsmodellen rund um Digitalisierung, Cloud und Plattformökonomie. Diese Stärke war aber kein allgemeines Krisengesetz. 2022, als Inflation und Zinsen gleichzeitig stiegen, verlor der S&amp;P 500 18,1 %, der IT-Sektor 28,2 %. Stabiler waren Energieaktien mit plus 65,7 %, Versorger mit plus 1,6 %, Basiskonsumgüter mit minus 0,6 % und Gesundheitswesen mit minus 2,0 %.</p>
<p>Für die Beratungspraxis bedeutet das: Diversifikation braucht mehr als viele Positionen. Entscheidend ist, welche Risiken tatsächlich kombiniert werden. In deflationären Schocks wirken langlaufende hochwertige Staatsanleihen oft stark stabilisierend. In Inflationsschocks geraten Aktien und Anleihen zugleich unter Druck. Dann helfen eher kurze Duration, reale Cashflows, Energie, ausgewählte defensive Aktien, Gold und Währungen wie der Schweizer Franken. Diversifikation bleibt unverzichtbar, aber sie muss nach Krisentyp, Liquidität und Korrelation im Stressfall gedacht werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kirschblüte, Pinsel und Dada</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/04/20/kommentar/kirschbluete-pinsel-und-dada/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2026 09:55:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Über die Qualität verschiedener Pinsel, einen blühenden Kirschbaum und die Aktualität des Dadaismus An einem Wochenende in diesem noch jungen April sind Kurt und ich in seinem Garten und restaurieren vier alte Gartenstühle, die ihm ein Bekannter geschenkt hat, weil sie ihm nicht mehr gefallen. „Jeder wie er glaubt“, meint Kurt und schaltet die Schleifmaschine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über die Qualität verschiedener Pinsel, einen blühenden Kirschbaum und die Aktualität des Dadaismus</strong></p>
<p>An einem Wochenende in diesem noch jungen April sind Kurt und ich in seinem Garten und restaurieren vier alte Gartenstühle, die ihm ein Bekannter geschenkt hat, weil sie ihm nicht mehr gefallen. „Jeder wie er glaubt“, meint Kurt und schaltet die Schleifmaschine ein; die Stühle sind aus massivem Holz und brauchen nur etwas frische Farbe und den einen oder anderen neuen Schrauben.</p>
<p>Nach dem Schleifen machen wir uns mit Holzschutzlasur ans Werk; zu zweit geht es schneller und wir plaudern entspannt über dieses und jenes.</p>
<p>„Diese Pinsel da sind übrigens echt klasse“, stelle ich bald fest. „Liegen gut in der Hand, verlieren keine Haare, tropfen nicht und tragen die Farben schön gleichmäßig auf. Wo hast du sie her? Ich frage, weil die letzten, die ich gekauft habe, echt schlecht waren. Von Anfang an haben sie die Haare verloren, aber nicht eins, sondern drei oder vier bei nur einem Pinselstrich. Also selbst für weniger anspruchsvolle Arbeiten komplett unbrauchbar.“</p>
<p>„Die Pinsel da habe ich über eine bekannte chinesische Oline-Plattform erworben“, erwidert Kurt und flüstert mir den Namen besagter Plattform ins Ohr, als wäre er ein großes Geheimnis.</p>
<p>„Du kaufst bei den <em>Schinesen</em>?“, frage ich erstaunt, wobei ich das Wort <em>Chinesen</em> bewusst (wie in manchen Teilen Deutschlands üblich) als <em>Schinesen</em> ausspreche. „Ich kann mich noch erinnern, dass du in verschiedenen Geschäften warst, um Glühbirnen zu kaufen, die nicht Made in China sind.“</p>
<p>„Ja, ja“, sagt Kurt, „das ist in der Tat noch gar nicht so lange her, aber seitdem hat sich einiges geändert – und auch ich habe mich verändert. Und du wärst erstaunt, wenn nicht sogar erschüttert, zu wie vielen wichtigen Aspekten der Welt, in der wir leben, ich inzwischen diametrale Sichtweisen zu früher einnehme. Aber darüber will ich jetzt nicht reden. Was die <em>Schinesen</em> anbelangt, nur zwei Dinge: Ich lese immer wieder über die angeblich schlechte Qualität des Ramsches aus China, aber wie diese Pinsel hier beweisen, bringen die <em>Schinesen</em> tolle Produkte zu einem fantastisch günstigen Preis auf den Markt. Außerdem: Was verkaufen sie uns denn in den diversen Baumärkten hierzulande? Qualität <em>Made in Germany</em>? Wohl eher nicht! Und der sehr bekannte US-amerikanische Online-Händler, du weißt schon …“</p>
<p>„Ja, ich weiß“, ich nicke.</p>
<p>„Also dieser sehr bekannte US-amerikanische Online-Händler verkauft auf seiner Plattform zu 70% Produkte <em>Made in China – </em>sagt zumindest die ebenfalls sehr bekannte US-amerikanische Suchmaschine mit KI-Unterstützung, du weißt schon …“</p>
<p>Wiederum sage ich: „Ja, ich weiß“, und nicke.</p>
<p>„Und da ist noch etwas“, fährt Kurt fort. „Auch höre und lese ich andauernd von der Bedrohung, die angeblich von China ausgeht. Nun, wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, aber wir können einiges aus der Geschichte lernen: China war in den letzten 50 Jahren exakt in einen einzigen Krieg involviert, damals 1979 mit Vietnam, der aber nur wenige Wochen dauerte und inzwischen 47 Jahre her ist. Hingegen waren und sind unsere guten transatlantischen <em>Freunde</em> mit den Westernstiefeln fast an jedem einzelnen verdammten Krieg beteiligt, an den ich mich erinnern kann – und über den jüngsten, aktuellen will ich gar nicht erst reden.“ Kurt atmet tief durch. „In gewisser Weise sind also meine Einkäufe bei den <em>Schinesen </em>nicht nur ökonomisch sinnvoll für mich, sondern auch ein politischer Protest. Ja, wo ich es sage: In gewisser Weise bin ich ein <em>politischer Aktivist!</em>“</p>
<p>Wir streichen weiter die Gartenstühle mit unseren <em>schinesischen</em> Pinseln, die wirklich gut in der Hand liegen und immer noch keine Haare verlieren.</p>
<p>Nach einiger Zeit, als wir die Arbeit für diesen Tag beenden (wir sind sehr zufrieden mit unserem Werk) setzen wir uns auf Kurts Terrasse und gönnen uns ein Bier <em>Made im Waldviertel</em>.</p>
<p>Kurt lenkt meine Aufmerksamkeit auf seinen Kirschbaum, der an diesem Tag in voller Blüte steht. „Herrlich, nicht wahr?“, sagt er und ich stimme aus tiefster Überzeugung zu: „Wunderschön, wirklich wunderschön!“</p>
<p>Wir genießen die Ruhe auf der Terrasse, die Sonne scheint warm und kein Lüftchen regt sich. Nach einer Weile frage ich Kurt, wie es ihm mit seinem Studium der asiatischen Philosophie geht.</p>
<p>„Gut“, sagt er, nickt und schweigt, offenbar für einige Momente völlig mit sich eins und im Reinen.</p>
<p>Schließlich fragt er mich unvermutet: „Was sagt dir der Begriff <em>Dada</em>?“</p>
<p>„Dada? Äh … meinst du den <em>Dadaismus, </em>also die revolutionäre Kunstrichtung, die rund um den ersten Weltkrieg als Protest gegen die Sinnlosigkeit und Absurdität des Krieges entstanden ist?“</p>
<p>„Ganz recht! Diese Künstler haben mit allen möglichen provokativen Mitteln gearbeitet und heute noch gilt <em>dadaistisch</em> als Synonym für <em>abenteuerlich, abwegig, aberwitzig, absurd, abstrus, bizarr, fantastisch, fragwürdig, grotesk, haltlos, nicht nachvollziehbar, unbegründet</em> u.s.w. − sagt zumindest die Suchmaschine, vor der wir heute schon mal gesprochen haben.“</p>
<p>„Interessant“, stimme ich zu und warte auf die Pointe.</p>
<p>Dann Kurt: „Es gibt inzwischen ja etliche Leute, die um die geistige Gesundheit des alten Mannes fürchten, der gerade einen Ballsaal an das Weiße Haus anbauen lässt. Ich vermute, er ist gar nicht wahnsinnig, er ist bloß ein ebenso unverstandener wie genialer Dadaist, dem durch einen gröberen Kurzschluss im Hirn die zentrale pazifistische Komponente von Dada verloren ging.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>20 Jahresjubiläum</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/04/14/kommentar/20-jahresjubilaeum-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 09:11:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf: 20 Jahre BIPRO in Deutschland. Ein Rückblick auf die wichtigsten Meilensteine und der Versuch, aus diesen Entwicklungen zu lernen, um in Österreich die digitale Kooperation zwischen Versicherungsmaklern und Versicherungsunternehmen zu beschleunigen und den künftigen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Von Philip Steiner, Sprecher BIPRO [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf: 20 Jahre BIPRO in Deutschland. Ein Rückblick auf die wichtigsten Meilensteine und der Versuch, aus diesen Entwicklungen zu lernen, um in Österreich die digitale Kooperation zwischen Versicherungsmaklern und Versicherungsunternehmen zu beschleunigen und den künftigen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.</p>
<p><em>Von Philip Steiner, Sprecher BIPRO Österreich</em></p>
<p>Vor 20 Jahren glich die Kommunikation in der Versicherungswirtschaft in Deutschland &#8211; und natürlich auch in Österreich &#8211; einem analogen Hürdenlauf: Antragsformulare verschiedenster Sparten und Anbieter füllten die Kofferräume gut sortierter Versicherungsmakler. Daten wurden auf Disketten oder USB-Sticks zwischen Maklerbüros und Versicherern hin- und hergereicht. Heute, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von BIPRO, blickt die Branche nicht nur auf eine technische Revolution zurück, sondern steht bereits vor der nächsten Entwicklungsstufe: Die Lehren aus zwei Jahrzehnten Standardisierung bilden das Fundament für die bevorstehende KI-Transformation.</p>
<p>2006 wurde BIPRO von Versicherungsmaklern und Versicherungsunternehmen gegründet, um Prozesse zu optimieren, die Effizienz der Branche zu steigern und ganz generell die Zusammenarbeit zwischen Versicherungsmaklern und Versicherungsunternehmen als Partner weiterzuentwickeln. Durch das Engagement weniger Akteure entstand eine Initiative, die mit inzwischen mehr als 300 Mitgliedern auch bei der Entwicklung auf europäischer Ebene ein wichtiger Player ist. Einer der wichtigsten Meilensteine war dabei sicherlich das gemeinsame Positionspapier mit dem GDV im Jahr 2014.</p>
<ol>
<li><strong> Kernerkenntnisse: 20 Jahre als Fundament der Unabhängigkeit</strong></li>
</ol>
<p>Die Geschichte von BIPRO ist mehr als eine Chronik von XML-Sätzen. Aus ihr lassen sich drei zentrale Lektionen ableiten:</p>
<ul>
<li><strong>Prozessoptimierung statt reiner Datenübermittlung:</strong> Es reicht nicht, Daten einfach „über den Zaun zu werfen“. Die entscheidende Erkenntnis lautet, dass echte Digitalisierung die gesamte Kette von der Preisberechnung über das Angebot bis hin zum Antrag und schließlich zur Versicherungspolizze umfassen muss. Nur durch diese mehrstufige, dynamische Kommunikation lassen sich die Anforderungen der Endkunden heute zeitgemäß abbilden.</li>
<li><strong>Neutralität als Investitionsschutz:</strong> Für die Entwicklung und Etablierung eines Branchenstandards ist es entscheidend, dass dieser von einer breiten Zahl von Marktteilnehmern getragen wird. Nur so ist sichergestellt, dass die Norm nicht bloß einzelnen Interessen gerecht wird. Die Heterogenität der Mitglieder – vom kleinen Maklerbetrieb bis zum globalen Versicherungskonzern – stellt bei BIPRO sicher, dass Interessen ausgehandelt werden, statt einseitige proprietäre Lösungen zu schaffen. Das schafft jenes Vertrauen, das für millionenschwere Investitionen in die IT-Infrastruktur notwendig ist.</li>
<li><strong>Wettbewerb durch Kooperation:</strong> Während Versicherer im Produktwettbewerb stehen, ist die digitale Infrastruktur ein „Level Playing Field“. Standardisierung bedeutet keinen Verzicht auf Wettbewerbsvorteile, sondern ist vielmehr die Voraussetzung, um überhaupt am Markt stattzufinden. Wer keinen Standard nutzt, hat es zunehmend schwer, in modernen Vergleichs- und Verwaltungsprogrammen seinen Platz zu finden.</li>
</ul>
<p><a href="https://issuu.com/riscontrol/docs/riscontrol_2026_04">Lesen Sie mehr dazu in der April Print Ausgabe von risControl. </a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was ist ein „Übergewinn“?</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/04/08/kommentar/was-ist-ein-uebergewinn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 08:26:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Kaum steigen die Energiepreise – aktuell im Fokus: die hohen Sprit-Preise infolge des Iran-Konflikts – wird der Ruf nach einer „Übergewinn“-Steuer der Mineralölkonzerne laut. Aber was ist ein Übergewinn eigentlich? Laut Duden eine „von großen Unternehmen zu entrichtende Steuer auf einen vergleichsweise überproportional hohen Gewinn“. Und ab wann ist ein Gewinn überproportional hoch? Sind Gewinne [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum steigen die Energiepreise – aktuell im Fokus: die hohen Sprit-Preise infolge des Iran-Konflikts – wird der Ruf nach einer „Übergewinn“-Steuer der Mineralölkonzerne laut. Aber was ist ein Übergewinn eigentlich? Laut Duden eine „von großen Unternehmen zu entrichtende Steuer auf einen vergleichsweise überproportional hohen Gewinn“. Und ab wann ist ein Gewinn überproportional hoch?</p>
<p><strong>Sind Gewinne per se böse?</strong></p>
<p>Folgt man links-orientierten Politikern wie unserem Finanzminister, dann drängt sich der Eindruck auf, dass die Antwort ja lautet. Dass betriebswirtschaftlicher Erfolg kleiner und großer Unternehmen eine unverzichtbare Säule unseres Sozialstaates ist, wird gerne übersehen. Ganz abgesehen davon, dass wer mehr Gewinne macht, ohnedies auch mehr (Körperschafts-, Kapitalertrags-, Einkommen-)Steuern und Abgaben bezahlt.</p>
<p><strong>Über-Steuereinnahmen</strong></p>
<p>Die österreichischen Steuereinnahmen sprudeln gerade „vergleichsweise überproportional hoch“. Zurecht heißt es, Österreich hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Schöpfen wir bei Unternehmen einen Übergewinn ab, muss die Frage erlaubt sein, ob wir Steuerzahler nicht auch Über-Steuereinnahmen abschöpfen können.</p>
<p><strong>Über-Performance</strong></p>
<p>Müssen Anleger fürchten, dass auch „vergleichsweise überproportional hohe“ Wertentwicklungen ihrer Investments abgeschöpft, sprich mit einer Extra-Steuer belegt werden? Denn wer (nach dem Begleichen aller Steuern und Abgaben) immer noch so viel Geld übrighat, dass er oder sie zum Beispiel in Wertpapiere investieren kann, muss doch nicht auch noch mit Über-Performance belohnt werden, oder?</p>
<p>Hoffen wir, dass die Diskussion über eine Übergewinn-Steuer für Energiekonzerne nicht die Büchse der Pandorra öffnet.</p>
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		<title>Tempolimit: Wo bleibt die Eigenverantwortung?</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/04/07/kommentar/tempolimit-wo-bleibt-die-eigenverantwortung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 04:50:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Folge des Iran-Konflikts sind deutlich gestiegene Preise für Benzin und Diesel. Die Kosten für eine Tankfüllung sind sprunghaft um einen zweistelligen Eurobetrag gestiegen. Um Sprit zu sparen, wurde in Österreich über ein gesetzlich verordnetes Tempolimit diskutiert. Denn Tempo 100 statt 130 auf Autobahnen kann zwischen 20 und 30 Prozent Treibstoff sparen, wie der ÖAMTC [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Folge des Iran-Konflikts sind deutlich gestiegene Preise für Benzin und Diesel. Die Kosten für eine Tankfüllung sind sprunghaft um einen zweistelligen Eurobetrag gestiegen. Um Sprit zu sparen, wurde in Österreich über ein gesetzlich verordnetes Tempolimit diskutiert. Denn Tempo 100 statt 130 auf Autobahnen kann zwischen 20 und 30 Prozent Treibstoff sparen, wie der ÖAMTC in Vergleichsfahrten festgestellt hat.</p>
<p><strong>Neue Tempolimits</strong></p>
<p>Die hohen Preise an der Tankstelle sind insbesondere für jene, die auf das Auto angewiesen sind, ein Problem und belasten das Haushaltsbudget. Mit reduziertem Tempo auf Autobahnen und Schnellstraßen lässt sich Sprit sparen und damit die hohen Preise teilweise kompensieren. Die Frage ist nur, ob es dafür ein Gesetz braucht. Minister Peter Hanke (SPÖ) betonte, dass es aktuell seitens des Mobilitätsministeriums keine konkreten Schritte für verordnete Tempolimits gibt.</p>
<p><strong>Wer 100 fahren will, soll das tun</strong></p>
<p>Die Straßenverkehrsordnung zwingt keinen Autofahrer dazu, auf der Autobahn 130 km/h zu fahren (StVO: „… nicht schneller als 130 km/h“). Die Geschwindigkeit freiwillig auf 100 km/h zu reduzieren, um damit teuren Sprit zu sparen, steht jedem frei. Das gesetzliche Verordnen geringerer Tempolimits entledigt autofahrende Bürger jeglicher Eigenverantwortung für den eigenen Geldbeutel.</p>
<p><strong>Adieu Eigenverantwortung</strong></p>
<p>Wie viel Eigenverantwortung will die Politik noch abschaffen? Ab 1. April gibt es – kein Aprilscherz! – ein Anti-Mogelpackungs-Gesetz, das zum Kennzeichnen von „Shrinkflation“ (versteckten Preiserhöhungen) verpflichtet. Als ob am Supermarktregal nicht ohnehin schon genug Informationen stehen, die Konsumenten einfach nur lesen müssten. Wie weit treibt die Politik den bevormundenden Nanny-Staat noch? Was kommt als nächstes? Ein verpflichtender autofreier Tag wie 1974? Auch dafür reicht mündigen Bürgern der Hausverstand.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Aktienbarometer 31 % der Österreicher besitzen Wertpapiere</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/04/01/kommentar/aktienbarometer-31-der-oesterreicher-besitzen-wertpapiere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 15:24:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Aktienforum, die Industriellenvereinigung und die Wiener Börse haben das Anlageverhalten der Österreich untersuchen lassen. Für das „Aktienbarometer 2026“ wurden im Januar 2026 in per Telefon und online 2.000 Österreich ab 16 Jahren befragt. Bereits 31 % der Befragten geben an, aktuell Wertpapiere zu besitzen. Das entspricht rund 2,4 Mio. Menschen. Zum Vergleich: Im Jahr [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Aktienforum, die Industriellenvereinigung und die Wiener Börse haben das Anlageverhalten der Österreich untersuchen lassen. Für das „Aktienbarometer 2026“ wurden im Januar 2026 in per Telefon und online 2.000 Österreich ab 16 Jahren befragt. Bereits 31 % der Befragten geben an, aktuell Wertpapiere zu besitzen. Das entspricht rund 2,4 Mio. Menschen. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 waren es lediglich 25 %.</p>
<p><strong>Pensionskrise</strong></p>
<p>Fast jeder Dritte besitzt somit Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Investmentfonds und ETFs. Langfristiger Vermögensaufbau und private Pensionsvorsorge werden für immer mehr Menschen wichtiger. 81 % nennen Vermögensaufbau und 62 % Pensionsvorsorge als zentrale Motive. Grund dafür ist auch das gesunkene Vertrauen in die staatliche Pension.</p>
<p><strong>Noch großes Potential</strong></p>
<p>Unter den Wertpapierbesitzern sind Investmentfonds und ETFs (24 %) und Aktien (18 %) die verbreitetsten Anlageformen. Anleihen (11 %) spielen eine deutlich geringere Rolle, zeigen jedoch ebenfalls einen signifikanten Anstieg gegenüber den Vorjahren. Neben den aktuellen Investoren gibt es ein erhebliches Potenzial von rund 19 % der Bevölkerung, die sich grundsätzlich vorstellen können, künftig in Wertpapiere zu investieren (ca. 1,4 Mio. Personen).</p>
<p><strong>Finanzwissen erforderlich</strong></p>
<p>Viele Befragte schätzen ihr Wissen über Wertpapiere als eher gering oder mittelmäßig ein. Fehlendes Finanzwissen stellt somit weiterhin eine große Hürde für eine stärkere Beteiligung am Kapitalmarkt dar. Menschen, die nicht an Wertpapieren interessiert sind, sind besonders risikoavers.</p>
<p>„(…) 340 Milliarden Euro parken hierzulande als Cash oder unverzinst auf Sparkonten. Was Österreich fehlt, ist nicht Wissen, sondern Mut zu System-Entscheidungen, die unseren Wohlstand langfristig sichern“ sagt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse. Kapitalmarkt und Sozialsystem sind – entgegen der Meinung einiger Politiker – kein Widerspruch, sondern setzen sich gegenseitig voraus.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>EU-Klimaziel für 2040 endgültig fix</title>
		<link>https://riscontrol.at/2026/03/25/kommentar/eu-klimaziel-fuer-2040-endgueltig-fix/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris Wrumen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 15:01:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://riscontrol.at/?p=26076</guid>

					<description><![CDATA[Monatelang wurde verhandelt und gefeilscht. Verkündet wurde die Einigung bereits Mitte Dezember 2025. Doch erst am 18. März 2026 folgte die notwendige EU-Verordnung 2026/667 „hinsichtlich der Festlegung eines Klimazwischenziels der Union für 2040“. Um die Klimaneutralität zu erreichen, lautet die verbindliche Klimazielvorgabe der EU für 2040 die Senkung der Netto-Treibhausgas-Emissionen um 90 % gegenüber dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Monatelang wurde verhandelt und gefeilscht. Verkündet wurde die Einigung bereits Mitte Dezember 2025. Doch erst am 18. März 2026 folgte die notwendige EU-Verordnung 2026/667 „hinsichtlich der Festlegung eines Klimazwischenziels der Union für 2040“. Um die Klimaneutralität zu erreichen, lautet die verbindliche Klimazielvorgabe der EU für 2040 die Senkung der Netto-Treibhausgas-Emissionen um 90 % gegenüber dem Stand von 1990. Gleichzeitig eröffnet sich die EU ein Hintertürchen.</p>
<p><strong>Wunschtraum: 2030 minus 55 %</strong></p>
<p>Auf dem Weg zur europäischen Klimaneutralität bis 2050 wurde bereits vor geraumer Zeit mit dem Plan „Fit für 55“ das Etappenziel für 2030 fixiert: 55 % weniger Netto-Treibhausgas-Emissionen gegenüber dem Stand von 1990. Bis zum Jahr 2023 sind die Emissionen laut EU-Parlament und Schätzungen zufolge um 37 % niedriger als 1990. Es dauerte also 33 Jahre für einen Rückgang um 37 %. Wie sollen bei diesem Tempo die fehlenden 18 % (auf den Zielwert 55 %) bis 2030 geschafft werden?</p>
<p><strong>Realitätsverweigerung: 2040 minus 90 %</strong></p>
<p>Das Erreichen des 2030er-Ziel von minus 55 % erscheint nicht mehr realistisch. Umso optimistischer, um nicht zu sagen realitätsfern, mutet daher das Ziel an, die Emissionen im kurzen Zeitraum von 2030 bis 2040 um weitere 35 % zu reduzieren. Jene Politiker, die dieses Ziel nun fixiert haben, werden sich mit dessen Verfehlen aber ohnehin nicht mehr auseinandersetzen müssen. Und nicht zuletzt die aktuellen geopolitischen Auseinandersetzungen sowie deren langjährige Folgen machen das Erreichen von Klimazielen mehr als unsicher.</p>
<p><strong>Bittere Realität</strong></p>
<p>„Das vereinbarte Ziel beweist unsere feste Entschlossenheit, die vollständige Umsetzung des Übereinkommens von Paris fortzusetzen“, sagt <em>Teresa Ribera</em>, Exekutiv-Vizepräsidentin für einen sauberen, fairen und wettbewerbsfähigen Wandel. Bleibt zu hoffen, dass die Pariser Klimaziele nicht auch dort verschwinden, wo in den letzten Monaten de facto bereits „Fit für 55“ und viele weitere (zu) optimistische EU-Klimaschutzvorhaben gelandet sind: In der Schublade.</p>
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