Die europäische Aufsicht EIOPA hat ihre neue Strategie bis 2030 – „Simpler, bolder, faster“ vorgelegt. In einem Umfeld aus geopolitischen Spannungen, konjunktureller Instabilität sowie wachsenden Umwelt- und Technologierisiken setzt die Behörde auf drei klare Schwerpunkte:
- Stärkerer Binnenmarkt: EIOPA will eine einheitliche Aufsicht in der EU („Supervisory Unity“) erzwingen. Ziel ist es, die Durchsetzung der Regeln zu harmonisieren, um Verbraucherrechte besser zu schützen und das Vertrauen in die Branche zu stärken.
- Mehr Resilienz: Die Behörde rückt Deckungslücken in den Fokus – vor allem bei Pensionen, Naturkatastrophen und Cyber-Gefahren. Durch bessere Daten und mehr Risikobewusstsein soll die Gesellschaft krisenfester werden.
- Moderne Aufsicht: Unter dem Motto „simpler, bolder, faster“ soll die Regulierung schlanker werden. EIOPA setzt verstärkt auf digitale Tools (SupTech) und will Daten als strategisches Asset nutzen, um die Aufsicht effizienter zu machen.
EIOPA-Chefin Petra Hielkema betont: „Aufsicht ist keine Systemfrage, sondern eine Frage von Menschen, Sicherheit und Zukunft.“ Die Strategie soll sicherstellen, dass Versicherer und Pensionskassen auch in Zeiten des Umbruchs ihre zentrale Rolle für Haushalte und Unternehmen erfüllen können.
Dass Wachsamkeit nötig bleibt, zeigt das aktuelle Insurance Risk Dashboard (Januar 2026): Während die Risiken insgesamt stabil auf mittlerem Niveau liegen, mahnt die EIOPA vor allem wegen der geopolitischen Lage und möglicher Marktverwerfungen – etwa durch KI-getriebene Spekulationsblasen – zur Vorsicht.



