In Niederösterreich kommt es jedes Jahr zu rund 800 Bränden auf landwirtschaftlichen Betrieben. Die dabei entstehenden Schäden übersteigen laut Angaben der Brandverhütung teilweise sogar jene durch Hagel. Zusätzliche Risiken entstehen durch neue Energiesysteme wie Photovoltaikanlagen oder Batteriespeicher. Mit der Kampagne „Es tarat brenna“ wollen die Niederösterreichische Versicherung, die Landwirtschaftskammer Niederösterreich und der Landesfeuerwehrverband Niederösterreich daher verstärkt über Brandgefahren informieren und praktische Präventionstipps vermitteln.
„War es früher der klassische Heustockbrand, der zur Katastrophe geführt hat, ist es heute der Brand, den ein Heuballen-Kran auslöst“, sagt Stefan Jauk, Generaldirektor der NV. Moderne Technik wie Photovoltaik, Akkus oder Hochvoltsysteme bringe zwar Vorteile für die Landwirtschaft, stelle Betriebe und Einsatzkräfte aber auch vor neue Herausforderungen.
Obwohl die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit 2005 um etwa ein Viertel zurückgegangen ist, ereignet sich weiterhin rund jeder dritte Brand in diesem Bereich. Für die einzelnen Höfe bedeutet das ein höheres Risiko. Laut der niederösterreichischen Brandverhütung entstanden zwischen 2019 und 2024 Schäden von insgesamt rund 188 Millionen Euro.
Die Informationskampagne richtet sich an mehr als 70.000 Bauern in Niederösterreich und läuft über das ganze Jahr. Fünf Themenschwerpunkte werden jeweils über zwei Monate behandelt, zum Auftakt steht „Strom & Spannung“ im Mittelpunkt. Neben Informationsarbeit bringen sich auch die rund 1.700 Freiwilligen Feuerwehren im Bundesland mit ihrer Erfahrung ein. Experten empfehlen unter anderem, Photovoltaikanlagen ausschließlich von Fachbetrieben planen und installieren zu lassen sowie Batteriesysteme fachgerecht zu lagern und regelmäßig zu warten.




