Wachstum ist bei der VAV Versicherung kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis elebter Authentizität: In nur sieben Jahren konnte das Prämienvolumen von 88 auf knapp 200 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Im risControl-Interview sprechen Sven Rabe (Vorstandsvorsitzender) und Christian Sipöcz (Vorstandsmitglied) über den strategischen Shift zum Gewerbeversicherer, die Rolle von KI und warum Handschlagqualität gerade in Zeiten der Automatisierung das wichtigste Kapital bleibt.
Wenn Sie die VAV in einem Satz auf 2030 vorspulen: Woran erkennt man dann klar Ihre Handschrift?
Sven Rabe: „Ich hoffe ehrlich gesagt, dass wir gar nicht auf 2030 vorspulen müssen. Ich bin überzeugt, diese Handschrift kann man seit 2018 gut erkennen: Die VAV ist Partner des ungebundenen Vertriebs und bietet einen Mehrwert aus Produkt und Service. Relevanz entsteht nicht nur über Produkt und Preis, sondern darüber, dass die VAV als Gesamtpaket wahrgenommen wird – Service gehört zum Produkt. Wir wollen uns nicht über den Preis definieren, sondern über Produkt, Services, Vertrieb – und über die Menschen, die all dies alles tagtäglich sicherstellen. Wenn man im Jahr 2030 zurückblickt, soll man das noch stärker spüren: mehr Relevanz, mehr Marktbreite und vor allem zufriedene Vertriebspartner. Im Kern geht’s weiter mit dem, was die letzten Jahre begonnen hat – wir bleiben unserem Serviceversprechen treu, verbreitern aber das Produktsegment in der Außenwahrnehmung.“
Die aktuelle Strategiephase neigt sich dem Ende zu. Steht nun ein kompletter Kurswechsel an?
Sven Rabe: „Geplant wird in Fünf-Jahres-Zeiträumen, die Strategie wird regelmäßig überarbeitet. Die Strategie 2026-2030 ist also kein kompletter Neustart – sie ist der nächste Evolutionsschritt. Wir kommen sehr stark aus dem Bereich KFZ und haben bereits in der letzten Strategieperiode erfolgreich den Weg in Richtung als marktrelevanter Sachversicherer eingeschlagen. Nun ist die VAV bereit für den nächsten Schritt. Wir wollen im Bereich Bau- und Bauhaftpflicht, weiter wachsen und insbesondere auch deutlicher als Gewerbeversicherer am Markt wahrgenommen werden. Wir werden unsere Standard-Gewerbeprodukte ausbauen – nicht nur über innovative Bausteine, sondern genauso über Prozesse.“
Welche Rolle spielen dabei Innovationen wie die Bestleistungsgarantie im Gewerbebereich?
Christian Sipöcz: „Die Bestleistungsgarantie soll künftig auch in Gewerbe zur Anwendung kommen – weil sie am Markt gut angenommen wird. Und bei den Standard-Gewerbeprodukten geht es darum, prozessual auf eine Schiene zu kommen, die in der Sachversicherung schon da ist – teils mit dunkel verarbeiteten Prozessen, auch im Schaden. Intern verändert das einiges: Standardprodukte werden zukünftig zentraler verarbeitet werden, damit im Firmengeschäft mehr Kapazität Richtung Markt entsteht. Dazu gehört auch: mehr Präsenz bei Maklern um die Produkte stärker nach außen zu tragen.“



