Beinahe euphorisch präsentierte die EU-Kommissionspräsidentin im Dezember 2019 Europas Grünen Deal. Nicht nur die europäische Wirtschaft sollte sich nachhaltig transformieren, die EU wollte zum grünen Vorbild werden und glaubte, dass ihr die ganze Welt begeistert, folgen wird. Heute, gut sechs Jahre später, liegt der Grüne Deal in Scherben. Statt nachhaltiger Erfolgsgeschichte entpuppt er sich als politisches und wirtschaftliches Desaster.
Grüner Irrtum #1
Die grüne Regulatorik nach dem Motto „Mehr bewirkt auch mehr“ – Taxonomie, CSRD, ESRS, CSDDD, CBAM, EUDR, SFDR, GCD usw. – stellte sich für die europäische Wirtschaft wahrlich nicht als Wachstumsmotor heraus, sondern als sündteures Bürokratie-Monster, das die globale Wettbewerbsfähigkeit massiv beeinträchtigt. Die Bürokratie verschlang Unsummen an Geld, das beispielsweise für Forschung und Entwicklung fehlt.
Grüner Irrtum #2
Das viele Papier und die darin enthaltenen Zahlenfriedhöfe (man denke nur an bis zu 1.200 Datenpunkte im europäischen Berichtsstandard ESRS) erzielen viel zu wenig Wirksamkeit für Klima und Umwelt. Mit Produktionsverlagerungen in Drittländer (mit weniger strengen Umweltauflagen) kann sich die EU ihre eigene Klimabilanz zwar schönrechnen, der globale CO2-Ausstoß – und genau um diesen geht es beim Kampf gegen den Klimawandel – reduziert sich damit jedoch kein bisschen.
Grüner Irrtum #3
Die grüne Transformation am Schreibtisch, um nicht zu sagen rein ideologisch, zu denken, führt nicht zum gewünschten Ergebnis. Die Sicherheit der Energieversorgung wurde ebenso zu wenige beachtet wie das unverzichtbare Wohl der europäischen Wirtschaft. Manch theoretische Idee scheitert schlichtweg an den technischen Möglichkeiten, siehe EU-Wasserstoffpläne. Die Liste der grünen Irrtümer ließe sich noch fortführen. Wollen wir für die nahe Zukunft hoffen, dass der Grüne Deal nicht gänzlich als Totengräber Europas in die Geschichte eingeht.




