Onnen Siems
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Solvenzbedeckung steigt

MSK

Die Eigenmittel der österreichischen Kompositversicherer legten 2025 zu, eine mögliche Ausweitung der Naturgefahrendeckung könnte den Kapitalbedarf künftig erhöhen.

Die Eigenmittel der österreichischen Kompositversicherer stiegen 2025 auf 50 Milliarden Euro. Die maßgebliche Solvenzbedeckungsquote erhöhte sich um 14 Prozentpunkte auf 310 Prozent. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die im Vergleich zum Vorjahr geringere Schadenbelastung.

Grundlage der Untersuchung von Meyerthole Siems Kohlruss sind die SFCR-Berichte von 29 österreichischen Kompositversicherern. Die Analyse zeigt, dass die Eigenmittel gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent auf 50 Milliarden Euro stiegen. Der Kapitalbedarf nahm im gleichen Zeitraum um sechs Prozent auf 16 Milliarden Euro zu. Insgesamt erhöhte sich die relevante Solvenzbedeckung im Markt von 296 Prozent auf 310 Prozent.

„Die Solvabilitätslage der österreichischen Kompositversicherer hat sich 2025 nochmals verbessert. Der Markt baut seine Bedeckung weiter aus und bestätigt damit seine insgesamt robuste Kapitalisierung. Maßgeblich dafür sind die gestiegenen Eigenmittel, aber auch die im Vergleich zum Vorjahr geringere Schadenbelastung“, sagt Carina Götzen, Geschäftsführerin von MSK und Expertin für den österreichischen Markt.

Die relevante Solvenzbedeckung liegt im österreichischen Markt erneut etwas über jener in Deutschland, wo die Bedeckung 275 Prozent beträgt. Ein Treiber dieser Entwicklung ist die Struktur des österreichischen Marktes, in dem Schaden-/Unfall- und Lebensversicherungsgeschäft in einem Risikoträger gebündelt werden können. Der Anstieg der Zinsstrukturkurve Ende 2025 führte zudem zu höheren stillen Reserven in den versicherungstechnischen Rückstellungen und stärkte damit die Eigenmittelbasis.

Auch die Schadenentwicklung wirkte stützend. Nach den hohen Naturkatastrophenbelastungen des Jahres 2024 fiel das Schadenjahr 2025 deutlich günstiger aus. Die geringere Unwetterbelastung verbesserte die Ergebnisse in der Schaden-/Unfallversicherung und begünstigte damit den Anstieg der Solvenzquoten.

Mit Blick nach vorn könnte die aktuelle Solvenzüberdeckung unter Druck geraten, falls eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden eingeführt wird. Eine solche Regelung würde den versicherten Deckungsumfang bei Naturgefahren deutlich ausweiten und damit auch die Anforderungen an Kapitalausstattung und Risikotragfähigkeit erhöhen.

„Eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden würde den Markt substanziell verändern. Wenn sich der versicherte Deckungsumfang bei Naturgefahren deutlich ausweitet, steigen auch die Anforderungen an Kapitalausstattung und Risikotragfähigkeit“, sagt Onnen Siems, Geschäftsführer von Meyerthole Siems Kohlruss.

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