Mag. Martin Sardelic ©David Sailer
in

Betriebliche Vorsorge: Problembewusstsein vorhanden, Wissen gering

Valida Vorsorge Management

Das österreichische Pensionssystem wird als reformbedürftig wahrgenommen, gleichzeitig bestehen weiterhin große Wissenslücken bei der betrieblichen Vorsorge. Das zeigt eine qualitative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Triple M im Auftrag der Valida Vorsorge Management.

Im Rahmen von Fokusgruppen wurden Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Geschäftsführer und Personalverantwortliche aus unterschiedlichen Altersgruppen und Branchen befragt. Als größte Herausforderung für das Pensionssystem nennen die Teilnehmer vor allem den demografischen Wandel und die zunehmende Belastung des Umlagesystems.

Viele Befragte rechnen damit, im Ruhestand nur noch rund die Hälfte ihres bisherigen Nettoeinkommens zur Verfügung zu haben. Gleichzeitig wird die Bedeutung der betrieblichen Vorsorge häufig überschätzt. Bei konkreten Fragen zur zweiten Säule, zu Beitragshöhen oder möglichen späteren Pensionsleistungen fehlt vielfach das Wissen.

Besonders die Abfertigung Neu wird häufig nicht als Bestandteil der Altersvorsorge wahrgenommen. Ein Grund dafür ist, dass das angesparte Kapital bei einem Arbeitgeberwechsel oder beim Pensionsantritt vielfach, als Einmalbetrag ausbezahlt wird.

„Das Problembewusstsein ist grundsätzlich vorhanden, aber das Wissen über die betriebliche Vorsorge ist nach wie vor sehr gering“, sagt Martin Sardelic, CEO der Valida Vorsorge Management. Aus seiner Sicht braucht es neben einer Stärkung der zweiten Säule mehr Transparenz und Information.

Die Befragten wünschen sich eine betriebliche Vorsorge, die einfach, sicher und flexibel ausgestaltet ist. Dazu zählen Wahlmöglichkeiten bei Veranlagung und Auszahlung sowie freiwillige zusätzliche Beiträge. Langfristig erwarten vor allem die befragten Führungskräfte eine stärkere Entwicklung hin zu einem ausgewogenen Mehrsäulenmodell.

Die Ergebnisse ergänzen damit die aktuelle Diskussion über die Zukunft der Altersvorsorge: Strukturelle Reformen allein werden nicht ausreichen. Damit betriebliche Vorsorge einen größeren Beitrag zur Alterssicherung leisten kann, müssen ihre Möglichkeiten auch verständlicher und sichtbarer werden.

Wilms wird wieder CEO