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Inflationsschutz und besser als Aktien

von Michael Kordovsky

Während die Börse Bewertungen verzerren kann und jene Infrastrukturbetreiber, die börsennotiert sind, entweder zu viele Standbeine haben und diese Thematik verwässern und/oder schlichtweg nicht unbedingt sonderlich lukrativ sind, zeigt sich der Wert von Mautstrassen, Stromnetzen, Öl/Gas-Pipelines, Eisenbahnen, Abwasserkanälen und Kläranlagen, Trinkwasserversorgungseinrichtungen, Flughäfen und Kraftwerken vor allem in den Privatbeteiligungen geschlossener Infrastrukturfonds, die primär institutionellen Anlegern Renditen bringen. Laut einer Untersuchung von HQ-Trust über den Zeitraum Dezember 2007 bis September 2021 zeigte sich unter Bezugnahme auf Daten von Preqin und Refinitiv vor allem ein deutlicher Inflationsschutzcharakter, denn in Quartalen mit einer US-Jahresinflation von über 2,5 Prozent lag die durchschnittliche Wertentwicklung bei 17,4 Prozent p.a., hingegen bei Inflationsraten unter 1,5 Prozent bei nur 2,8 Prozent p.a.. Hintergrund: „Steigende inflationsbedingte Kosten und Zinsen können nämlich meist durch vertragliche Vereinbarungen, Regulierung oder Preissetzungsmacht an Kunden weitergegeben werden. Über alle Sektoren hinweg sind dazu zwei Drittel der Unternehmen in der Lage“ – so die Experten von HQ-Trust.

Enormer Nachholbedarf

Weltweit herrscht ein riesiger Erneuerungsbedarf bei den Stromnetzen und in den USA sind zahlreiche Brücken sanierungsbedürftig und vor allem im asiatischen Raum muss die Infrastruktur stark ausgebaut werden. Die beiden Infrastruktur-Experten von HQ Trust, Kristina Chorna und Michel Caspary errechneten bis  zum Jahr 2040 einen jährlichen Infrastruktur-Investitionsbedarf von 3,9  Billionen Dollar. Der Löwenanteil von zwei Billionen Dollar fällt dabei auf Asien, je 1,4 Billionen  und 0,4 Billionen Dollar fallen auf den amerikanischen Doppelkontinent und auf Europa. Von den Sparten her sind Transport (zwei Billionen Dollar) und Energie (1,2 Billionen Dollar) am bedeutendsten gefolgt von Telekom und Wasser. Im Vergleich zu diesem hohen Investitionsbedarf haben Infrastrukturfonds im Jahr 2022 lediglich 178 Milliarden Dollar eingesammelt (4,6 % des jährlichen Bedarfs im Jahr 2040).

Privatbeteiligungen börsennotierten Infrastrukturgesellschaften überlegen

Interessant sind dabei die enormen Performance-Unterschiede zwischen geschlossen Infrastrukturfonds, die zum Beispiel von Macquarie angeboten werden und den börsennotierten Infrastrukturgesellschaften. Letztere schneiden schlechter ab als der durchschnittliche Aktienmarkt. Chorna/Caspary errechneten die durchschnittliche Performance privater Infrastruktur-Investments im Vergleich zum MSCI World und dem 75 Aktien enthaltenden S&P Infrastructure. Im Zeitraum Dezember 2007 bis Dezember 2021 hat sich der MSCI World im Wert mehr als verdoppelt, während man sich bei Listed Infrastructure (S&P Infrastructure) mit ca. 50 Prozent zufriedengeben musste. Hingegen private Infrastruktur-Investments brachten es auf 9,95 Prozent p.a. und haben sich im Untersuchungszeitraum im Wert fast vervierfacht.

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