in

Schadendialog denkt Schaden neu

CarVita DEKRA Austria

Mit den ersten beiden Ausgaben des Schadendialogs hat sich in kurzer Zeit ein neues, relevantes Austauschformat für das Schadenmanagement in Österreich etabliert. Initiiert von Jürgen Henschel (CarVita) und Helmut Geil (DEKRA Austria) gemeinsam mit Jan S. Kralik (CARTV) und Martin Winkler (Schadenmeister), entstand ein Raum für offenen, fachlich fundierten Dialog entlang der gesamten Schadenkette.

Was bewusst ohne vorgefertigte Lösungsversprechen startete, entwickelte sich rasch zu einer Plattform, auf der Versicherungen, Dienstleister, Werkstätten und Sachverständige zentrale Zukunftsfragen gemeinsam praxisnah, kontrovers und auf Augenhöhe diskutieren konnten.

Der Rückblick auf die beiden bisherigen Veranstaltungen zeigt deutlich: Der Bedarf an strukturiertem Austausch ist hoch. Unterschiedliche Perspektiven wurden sichtbar und der Wunsch nach tragfähigen, gemeinsamen Ansätzen klar formuliert. Gerade die Vielfalt der beteiligten Rollen machte deutlich, wie eng technologische, regulatorische und operative Herausforderungen im Schadenmanagement miteinander verknüpft sind.

Ein zentrales Learning: Betrugserkennung ist komplexer als gedacht

Ein wesentliches Ergebnis der bisherigen Schadendialoge betrifft die Betrugserkennung. Ein Thema mit hoher strategischer Relevanz für Versicherungen und zugleich eines der anspruchsvollsten Felder im Schadenmanagement.

Einigkeit bestand darüber, dass effektive Betrugserkennung unverzichtbar ist. Gleichzeitig zeigte der Dialog sehr klar, warum Lösungen in diesem Bereich so schwer umzusetzen sind: Datenschutzrechtliche Anforderungen, fehlende gemeinsame Datenstrukturen, unterschiedliche Verantwortlichkeiten sowie divergierende wirtschaftliche Interessen erschweren einen koordinierten Ansatz erheblich.

Technologische Lösungen – insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz – werden als wichtiger Hebel gesehen. Doch die Diskussionen machten ebenso deutlich: Technik allein reicht nicht aus. Ohne klare Rollen, abgestimmte Prozesse und ein gemeinsames Verständnis entlang der Schadenkette bleibt ihr Nutzen begrenzt.

Das zentrale Fazit: Betrugserkennung ist keine isolierte Aufgabe einzelner Akteure, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe der Branche. Der Mehrwert entsteht dort, wo Technologie und Zusammenarbeit zusammengedacht werden.

Lesen Sie mehr in der Jänner Print Ausgabe von risControl. 

Geschäftsführung

„Top Female Workplaces“