Im Rahmen des Broker Lunch des Verbands Österreichischer Versicherungsmakler präsentierte Yorck Hillegaart, Präsident der European Federation of Insurance Intermediaries (BIPAR), ein klares Bild der aktuellen Herausforderungen der europäischen Versicherungsbranche. Im Mittelpunkt stehen der demografische Wandel, die zunehmende Häufigkeit von Naturkatastrophen, wachsende Versicherungslücken sowie neue Bedrohungen durch Cyberkriminalität und Terrorismusfinanzierung. Auch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz verändert die Branche grundlegend.
Expertise der European Federation of Insurance Intermediaries
„Seit 2024 verfolgt die Europäische Union einen strategischen Kurs hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und weniger Bürokratie – auch wenn Vereinfachung nicht zwangsläufig weniger Komplexität bedeutet“, erläutert Hillegaart. Gleichzeitig warnte er vor den Risiken einer Überregulierung: „Sie erhöht Kosten und administrativen Aufwand, häufig ausgelöst durch Fehlentwicklungen einzelner Marktteilnehmer. Umso wichtiger sind praxisnahe und verhältnismäßige Regelungen.“
Positiv bewertet der Versicherungsexperte, dass die Branche auf europäischer Ebene stärker eingebunden ist und ihre Expertise gezielt in politische Entscheidungsprozesse einbringt. Hillegaart betont: „Versicherungsmakler spielen eine Schlüsselrolle, denn sie sind das Bindeglied zwischen komplexen Produkten und den Bedürfnissen der Kunden. Qualifizierte Beratung und verständliche Aufklärung sind in einer zunehmend digitalen Welt wichtiger denn je.“
Struktureller Wandel und Chancen für unabhängige Vermittler
Auch strukturell befindet sich die Branche im Wandel. Konsolidierungen, steigende Investitionen und ungeklärte Nachfolgeregelungen führen zu einer wachsenden Zahl an Fusionen. Dennoch bestehen Chancen für unabhängige Vermittler – vorausgesetzt, sie investieren aktiv in ihre Zukunftsfähigkeit.


