Die Veranstaltung Insurance 360° – Nachhaltiges Wachstum durch Innovation der Österreichischen Gesellschaft für Versicherungsfachwissen widmete sich im Mai 2026 zentralen Zukunftsfragen der Versicherungswirtschaft. Eröffnet und moderiert wurde die Veranstaltung von Mag. (FH) Susanne Hofer, Versicherungsverband Österreich (VVO). Im Mittelpunkt standen neue Technologien, künstliche Intelligenz, veränderte Kundenerwartungen, aufsichtsrechtliche Anforderungen und konkrete Use Cases aus der Praxis. Unterstützt wurde die Veranstaltung von Accenture.
Den Auftakt setzte Markus Heyen, Accenture, mit der Keynote „Globale Trends – lokale Konsequenzen“. Er zeigte, wie Technologie und insbesondere KI klassische Versicherungsmodelle verändern und Versicherer zunehmend vom reaktiven Risikoträger zum aktiven Begleiter werden. Unter den Stichworten „Stability Premium“, „Human Journeys“ und „Finding Neo“ wurde deutlich, dass Orientierung, Vertrauen, Prävention und digitale Handlungsfähigkeit künftig zentrale Erfolgsfaktoren sein werden. Zugleich warnte Heyen davor, dass Europa bei Rechenkapazitäten, Datensouveränität und technologischem Verständnis nicht ins Hintertreffen geraten dürfe: Auch Versicherer müssten künftig Algorithmen besser verstehen.
Xaver Wölfl, Inno-vers e.U., stellte unter dem Titel „Erneuern oder ersetzt werden“ die Innovationsfähigkeit der Branche in den Mittelpunkt. Seine zentrale Botschaft: Die Versicherungsindustrie sei nicht zu träge, sondern vielfach zu bequem. Wesentliche Impulse entstünden zunehmend im Ökosystem rund um Versicherer – etwa durch Insurtechs, Vertriebspartner, MGAs, Technologiedienstleister und verändertes Kundenverhalten. Wölfl brachte es pointiert auf den Punkt: Wer selbst nicht innovativ sein wolle, müsse sich Partner suchen, die es können. Innovation brauche daher eigene Budgets, eigene Teams und deutlich mehr Geschwindigkeit.
Die aufsichtsrechtliche Perspektive brachte JUDr. Stanislava Saria, PhD., Finanzmarktaufsicht Österreich, ein. Sie zeigte, dass KI in der Versicherungswirtschaft bereits breit eingesetzt oder kurzfristig geplant wird. Zugleich bestehen Herausforderungen bei Datenschutz, Regulierung, Sicherheit, Know-how und Komplexität. Saria ordnete KI regulatorisch zwischen AI Act, Solvency II, IDD und DORA ein und betonte die Bedeutung einer risikobasierten KI-Governance über den gesamten Lebenszyklus.
In der von Mag. (FH) Susanne Hofer, VVO, moderierten Podiumsdiskussion mit Markus Heyen, Stanislava Saria, Christoph Thiel und Xaver Wölfl wurden Innovationsdruck, Regulierung, Sicherheitsanforderungen und Verantwortung vertieft. Diskutiert wurde, dass KI nicht nur Chancen, sondern auch neue Angriffsflächen schafft. Regulatorik wurde dabei nicht nur als Begrenzung, sondern auch als möglicher Impuls verstanden, Unternehmen auf den Stand der Technik zu bringen. Ein zentrales Thema war der „Human in the Loop“: menschliche Verantwortung bleibt wesentlich, auch wenn Prozesse zunehmend…
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