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Interessenvertretung, die wirkt

Fachverband der Finanzdienstleister

Zum 25-jährigen Bestehen des Fachverbands Finanzdienstleister zieht KommR Mag. Hannes Dolzer, Obmann des Fachverbands Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich, Bilanz. Im Gespräch geht es nicht nur um das, was sichtbar umgesetzt wurde, sondern auch um jene Maßnahmen, die verhindert, entschärft oder praxistauglich gestaltet werden konnten. Gerade darin sieht Dolzer einen wesentlichen Teil erfolgreicher Interessenvertretung: „Man sieht oft erst auf den zweiten Blick, was geleistet wurde, wenn etwas nicht gekommen ist.“

25 Jahre Fachverband Finanzdienstleister – welches Resümee ziehen Sie?

Für mich ist wesentlich, dass es in den vergangenen Jahren keine wirklich disruptiven Eingriffe gegeben hat, die ganze Geschäftsmodelle infrage gestellt hätten. Natürlich gab es Erschwernisse, vor allem im Bereich Organisation, Dokumentation und Regulierung. Aber es ist gelungen, vieles so zu gestalten, dass die Betriebe weiterhin arbeiten können.

Wenn man auf die Entwicklung zurückblickt, waren die Einführung der Weiterbildungsverpflichtung und der Versicherungspflicht einschneidende Schritte. Das war damals auch eine Reaktion auf die Entwicklungen rund um die Finanzkrise. Seither hat sich die Branche stark professionalisiert. Gleichzeitig ist es aber immer gelungen, überzogene oder nicht praxistaugliche Maßnahmen abzuwehren.

Was meinen Sie konkret?

Ein Beispiel ist das Thema Provisionsverbote. Es gab immer wieder politische und regulatorische Überlegungen in diese Richtung. Ein generelles Provisionsverbot hätte viele Betriebe massiv getroffen und auch den Zugang breiter Kundenschichten zu einer Beratung erschwert. Dass es in dieser Form nicht gekommen ist, ist ein wesentlicher Erfolg.

Ähnliches gilt für andere Eingriffe, etwa die Verpflichtung, bestimmte Tätigkeiten nur mehr in einer bestimmten Rechtsform, etwa als Kapitalgesellschaft, ausüben zu müssen. Auch solche Überlegungen konnten wir abwenden. Das ist für die Betriebe unmittelbar relevant, auch wenn es oft nicht so wahrgenommen wird.

Wird diese Arbeit aus Ihrer Sicht zu wenig gesehen?

Ja, das ist sicher ein Punkt. Wenn etwas verhindert oder entschärft wird, merkt man es im Alltag oft nicht. Dann entsteht manchmal der Eindruck, es sei nichts passiert. Dabei stecken hinter vielen Ergebnissen jahrelange Arbeit, viele Gespräche und sehr viel Abstimmung.

Wir müssen künftig noch klarer kommunizieren, was gefordert war und was am Ende tatsächlich gekommen ist. Es reicht nicht zu sagen: „Wir haben etwas erreicht.“ Man muss auch erklären: „Das wäre geplant gewesen, und das konnten wir verhindern oder praxistauglich verändern.“ Genau das wollen wir stärker sichtbar machen.

Wo ist das besonders gut gelungen?

Ein sehr positives Beispiel war das Wertpapierfirmengesetz. In das Gesetz ist vieles eingeflossen, was wir eingebracht haben. Das war ein Fall, bei dem wir sagen können: Die Gestaltung ist wirklich gut gelungen. Besonders wichtig war etwa die Möglichkeit, dass Wertpapierunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen Kundengelder halten dürfen. Das ist für die Praxis ein wesentlicher Punkt. Lesen Sie mehr in der risControl Juli 2026 Ausgabe. 

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