KOBAN ordnet seine Eigentümerstruktur neu und holt die tschechische RENOMIA Group als Partner an Bord. RENOMIA und die Familie Koban halten künftig jeweils 50 Prozent an der Dachgesellschaft, die wiederum mit 90 Prozent an der KOBAN Unternehmensgruppe beteiligt ist. Die verbleibenden zehn Prozent hält weiterhin SÜDVERS. Bis 2033 soll das in Österreich betreute Prämienvolumen von derzeit mehr als 150 Millionen auf 500 Millionen Euro steigen.
RENOMIA mit Sitz in Prag beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter in 13 Ländern und vermittelt ein jährliches Prämienvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro. Über die Partnerschaft mit Steinmayr & Co. ist die Gruppe bereits auf dem österreichischen Markt vertreten. KOBAN und Steinmayr sollen weiterhin unabhängig voneinander agieren, mögliche Synergien werden jedoch geprüft.
Klaus Koban begründete die neue Eigentümerstruktur mit den Veränderungen am Maklermarkt und dem Wunsch nach einer langfristigen Absicherung des Unternehmens. Ein Private-Equity-Investor sei bewusst nicht angestrebt worden. Gesucht worden sei vielmehr ein Partner mit vergleichbaren Werten und einem langfristigen unternehmerischen Ansatz. „KOBAN bleibt KOBAN in Österreich, und ich werde mindestens zehn Jahre an der Spitze dieses Unternehmens stehen“, betonte er bei der Präsentation. Auch RENOMIA-Geschäftsführer Pavel Nepala stellte die langfristige, familiär geprägte Ausrichtung in den Vordergrund: „Wenn wir wachsen, wollen wir nicht zu einer Zelle in einer Excel-Tabelle werden. Wir wollen, dass die Menschen individuell wahrgenommen werden und jeder Einzelne wichtig bleibt.“ Das angestrebte Wachstum soll sowohl organisch als auch durch Akquisitionen und Beteiligungen erreicht werden. Geplant sind jährlich rund zehn Prozent organisches und fünf Prozent anorganisches Wachstum. Dabei setzt KOBAN nicht ausschließlich auf vollständige Übernahmen. Vorgesehen sind auch Minderheitsbeteiligungen und individuell gestaltete Nachfolgelösungen. Laut Koban laufen bereits intensive Gespräche mit mehreren Maklerunternehmen. Darüber hinaus seien Kooperationen mit bestehenden Netzwerken geplant. SÜDVERS-Geschäftsführer Florian Karle sieht die neue Aufstellung auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Konsolidierung der Branche: „Wir haben überlegt, wen wir dazunehmen können, um noch mehr Feuerkraft zu bekommen.“ Zusätzliche Möglichkeiten sieht er insbesondere bei internationalen Versicherungsprogrammen, spezialisierten Risikofragen und technologischen Entwicklungen.
Gleichzeitig hob Karle die wachsende Bedeutung persönlicher Beratung in einem zunehmend unsicheren Umfeld hervor. Internationale Verflechtungen, geopolitische Konflikte und Handelsstreitigkeiten machten Risiken komplexer und erforderten immer häufiger grenzüberschreitende Lösungen. „Jede Krise auf der Welt sichert unseren Berufsstand und macht uns notwendiger denn je, weil die Beratung die KI nicht übernehmen kann“, erklärte Karle. Sichtbar wird die neue Aufstellung auch durch ein Rebranding: Aus KOBAN SÜDVERS wird künftig KOBAN.



