Franziska Geier ist Managing Director bei Stoïk für Deutschland und Österreich und arbeitet dabei international. Ihr Weg führte sie über Public Policy, operative Basisarbeit, Vertrieb und Führung nach London und Paris. Im Gespräch erzählt sie, warum sie eher „hineingerutscht“ ist, was sie jungen Frauen rät – und was die Branche ändern muss.
Wie sind Sie in die Versicherungsbranche gekommen – eher geplant oder zufällig?
Wie viele andere hatte ich keinen festen Plan, in die Versicherungsbranche zu gehen – ich bin eher hineingerutscht. In meiner Masterarbeit beschäftigte ich mich mit den Folgen des Klimawandels und fragte mich: Welche Branchen sind besonders betroffen, und welche können aktiv Lösungen gestalten? Die Antwort überraschte mich: Versicherungen und Finanzmärkte. Ihre Kraft, Wandel zu steuern und gleichzeitig Stabilität zu sichern, hat mich fasziniert – und dazu gebracht, tiefer einzutauchen.
Da in meinem Umfeld kaum jemand in der Branche tätig war, betrat ich Neuland. Mein Einstieg bei der Allianz im Bereich Global Public Policy war spannend – aber weit weg vom echten Geschäft. Den direkten Einblick bekam ich erst bei Markel. Dort war ich zunächst im Backoffice und administrierte Verträge. Dadurch habe ich verstanden, wie Versicherung von Grund auf funktioniert – und worauf es im Alltag wirklich ankommt.
Was hat Sie auf Ihrem Weg am stärksten geprägt?
Der erste Arbeitgeber ist prägend. Markel war für mich besonders – nicht nur wegen der Inhalte, sondern auch wegen der Menschen. Ich hatte das Glück, gefördert und gefordert zu werden, was entscheidend für meinen weiteren Weg war. Nach dem Backoffice war ich im Sales und Customer Service tätig – später auch als Teamleiterin.
Ich wollte mich weiterentwickeln und bat meinen damaligen Chef, mich ins Ausland zu entsenden. Es folgten eine Station in London für knapp zwei Jahre und ein Umzug nach Paris. Dorthin zog ich 2021, mitten in Corona, und startete das französische Büro als Country Managerin. Frankreich ist seitdem mein Lebensmittelpunkt.
Nach 8 Jahren bei Markel war für mich klar: Ich will in ein dynamisches, digitales Unternehmen, das Dinge neu denkt – kurz: in ein Tech-Unternehmen. Die Bekanntschaft mit den Gründern von Stoïk bestand bereits aus dem französischen Markt. So bin ich zu Stoïk gekommen und habe damit einen Arbeitsplatz gefunden, der mich fordert, inspiriert und begeistert. Heute verantworte ich dort als Managing Director die Märkte Deutschland und Österreich.
Welche Hürden haben Sie als junge Frau erlebt – und was würden Sie heute anders machen?
Natürlich war dieser Weg nicht ohne Stolpersteine, vor allem zu Beginn meiner Karriere. Junge Frauen haben es tendenziell schwerer ernst genommen zu werden, das war bei mir nicht anders. Im Vertrieb habe ich erlebt, dass manche Geschäftspartner Grenzen zwischen Beruf und Privatleben nicht klar ziehen. Mit zunehmender Erfahrung und Position hat sich das verändert – heute passiert mir das selten. Aber ich weiß, wie herausfordernd diese Situationen sein können, wenn man noch am Anfang steht.


