Rund 250 Teilnehmer kamen zum Expert:innentreffen der Versicherungsmakler nach Rust. Im Mittelpunkt standen Cyberkriminalität, künstliche Intelligenz und die Auswirkungen der europäischen Regulierung auf den Berufsstand. Einen eindrucksvollen Auftakt setzte Daniel Rossgatterer mit seinem Blick hinter die Kulissen der Cyberkriminalität.
Unter dem Leitthema „Digitalisierung trifft Regulierung – Zukunft trifft Versicherungsmakler: Wohin führt die Reise?“ fand am 10. September 2026 im Seehotel Rust das Expert:innentreffen der Versicherungsmakler statt. Fachverbandsobmann Christoph Berghammer, Fachgruppenobfrau Katharina Freingruber und Mag. Mathis Szöke, Magistratsdirektor der Freistadt Rust, begrüßten die rund 250 Teilnehmer. Durch das Programm führte Celine Anzur.
Wie professionell und arbeitsteilig Cyberkriminalität mittlerweile organisiert ist, zeigte Daniel Rossgatterer, MBA, von der Secutec GmbH in seiner Keynote „Darknet, Hacker & Co – Ein Blick hinter die Kulissen von Cyberkriminellen“. Cyberangriffe würden heute gezielter, schneller und stärker datengetrieben erfolgen. Künstliche Intelligenz erleichtere es den Angreifern zusätzlich, Informationen auszuwerten, Täuschungen glaubwürdiger zu gestalten und Angriffe zu automatisieren.
Eine zentrale Rolle spielen dabei gestohlene Identitäten und Zugangsdaten. Angreifer müssten sich nicht mehr zwingend technisch Zugang zu einem System verschaffen. Immer häufiger verwendeten sie bereits kompromittierte Anmeldedaten und bewegten sich damit zunächst scheinbar wie berechtigte Nutzer innerhalb eines Unternehmens. Rossgatterer vermittelte damit einen ebenso anschaulichen wie beunruhigenden Einblick in eine hochprofessionell organisierte Schattenwirtschaft.
Technische Schutzmaßnahmen allein reichen nach seiner Einschätzung nicht aus. Entscheidend seien auch klare Abläufe, geschulte Mitarbeiter und eine im Unternehmen gelebte Sicherheitskultur. Cyberresilienz beginnt damit nicht erst bei der Reaktion auf einen Angriff, sondern bereits beim bewussten Umgang mit Daten, Identitäten und Zugriffsrechten.
Wie sich dadurch auch die Aufgaben von Versicherungsmaklern verändern, erläuterte Mag. Kerstin Keltner, Managing Director Specialty bei Aon Austria. Bei Cyberrisiken gehe es zunehmend nicht nur um die Auswahl einer Versicherungslösung, sondern auch um Risikoanalyse, Versicherbarkeit und Prävention. Den rechtlichen Herausforderungen beim Einsatz künstlicher Intelligenz im Versicherungsvertrieb widmete sich Priv.-Doz. Dr. Isabelle Vonkilch, LL.M., von der WU Wien. KI könne Recherche, Analyse und Beratung unterstützen, die fachliche Verantwortung bleibe jedoch beim Menschen.
Wie sich die Rolle der Versicherungsmakler im Umgang mit Cyberrisiken verändert und wo die rechtlichen Grenzen beim Einsatz von KI liegen, zeigt der nächste Teil unserer Berichterstattung. Anschließend richtet sich der Blick auf den Nachmittag in Rust – auf die Retail Investment Strategy, das Value-for-Money-Konzept und die Folgen der europäischen Vorgaben für die österreichische Versicherungsvermittlung.


