Stefan Troyer, Celine Azur, Alexander Figl, Maria Althuber-Griesmayr, Christoph Berghammer, Ulrich Herzog ©FV Sabine Klimpt
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Transparenz braucht Verständlichkeit

Fachverband Versicherungsmakler Expert:innentreffen

Wie lässt sich die Retail Investment Strategy in Österreich praktikabel umsetzen? Zum Abschluss des Expert:innentreffens in Rust diskutierten Vertretende aus Politik, Assekuranz und Vermittlung über Kundennutzen, Informationspflichten und Regulierungsgrenzen.

Auf dem Podium trafen unterschiedliche Perspektiven aufeinander: Dr. Ulrich Herzog (BMASGPK), MMag. Stefan Trojer (BMWET), Dr. Alexander Figl (Wiener Städtische/DONAU), Mag. Maria Althuber-Griesmayr (VVO) und KommR Christoph Berghammer (Fachverband der Versicherungsmakler).

Politische Einigung, aber offene Detailfragen Die EU-Kleinanlegerstrategie (RIS) sorgt in der Branche weiterhin für Diskussionen. Beim Ziel besteht Einigkeit: Kunden brauchen transparente Kosten, verständliche Produkte und bedarfsgerechte Beratung. Umstritten ist jedoch, ob zusätzliche Vorgaben zu Vergütungen und „Value for Money“ tatsächlich Nutzen stiften – oder Produktvielfalt und Vorsorge gefährden. Trotz der politischen EU-Einigung vom Dezember 2025 – die zwar kein generelles Provisionsverbot, aber strengere Vergütungsregeln vorsieht – stehen wichtige Details noch aus. Fachverbandsobmann Christoph Berghammer warnte in diesem Zusammenhang vor überschießendem nationalem „Gold-Plating“.

Konsens beim Ziel, Uneinigkeit beim Weg Ulrich Herzog rückte aus Sicht des Konsumentenschutzes die Kosten- und Provisionstransparenz in den Mittelpunkt: Kunden dürften beim Abschluss nicht von Kosten überrascht werden. Gleichzeitig warnte er vor Informationsüberflutung – lange Unterlagen führten nicht zu besseren Entscheidungen, entscheidend sei vielmehr die Stärkung der Finanzbildung. Stefan Trojer betont, dass die IDD bereits einen brauchbaren Rahmen biete, und warnte vor bürokratischer Komplexität sowie unklaren Rechtsbegriffen.

Gefahr einer reinen Preisregulierung Für die Versicherungswirtschaft plädierten Alexander Figl und Maria Althuber-Griesmayr für regulatorisches Augenmaß. Zwar sollen künftig EU-Aufsichtsbenchmarks auffällige Kostenstrukturen identifizieren, eine Verengung rein auf den Preis sei aber gefährlich. Neue Vergleichsmaßstäbe müssten auch Garantien, Risikoabsicherung, Laufzeiten und die Beratungsleistung berücksichtigen, um Wettbewerbsverzerrungen und eine indirekte Preisregulierung zu vermeiden.

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