Am Nachmittag des 17. Oktober 2026 hat sich die Bundesregierung auf die Umsetzung des steuerfreien Zukunftsdepots geeinigt. Es soll im Juli 2027 kommen. „Ein Meilenstein für die Vorsorge der nächsten Generation!“, postet Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) auf Instagram zu seinem Prestige-Projekt, das es selbst im ORF Sommergespräch angekündigt hat.
500 Euro Startbonus
Jedes ab 1. Januar 2027 geborene Kind erhält einen staatlichen Startbetrag von 500 Euro. Eltern können jährlich bis zu 5.000 Euro am Kapitalmarkt anlegen, auf die Zins- und Kurserträge soll bis zum 18. Lebensjahr keine Kapitalertragsteuer anfallen. Auch gänzlich gebühren- und kostenfrei soll das Zukunftsdepot sein – also eher kein Produkt, das in Genuss fundierter Beratung kommen wird. Ziel ist ein solider finanzieller Grundstock für den Start junger Menschen ins Erwachsenenleben.
Mit Stand Juni 2025 beläuft sich das finanzielle Vermögen der österreichischen Haushalte auf 936,7 Milliarden Euro (Quelle: OeNB). Doch nur ein kleiner Teil davon wird bereits am Kapitalmarkt veranlagt. Fondsanteile besitzen nur 12 Prozent, Aktien lediglich 6 Prozent, Anleihen gar nur 3 Prozent (Krypto-Werte besitzen 4%). Dies soll sich durch das Zukunftsdepot zumindest teilweise ändern.
Gegenfinanzierung offen
Wie die durch die KESt-Befreiung wegfallenden Steuereinnahmen gegenfinanziert werden sollen, ist noch nicht beantwortet. Ebenso nicht, in welche Anlageformen – Fonds, ETFs, Aktien, Anleihen usw. – mit dem Zukunftsdepot investiert werden kann. Und, ob Eltern individuell über die Dynamik des Investments entscheiden können, oder es standardisierte Anlagestrategie geben wird.
Warum nur für Kinder?
Unverständlich ist, warum es das Zukunftsdepot nur für Kinder bis zum 18. Lebensjahr geben wird. Ein ähnliches Vorsorgemodell könnten alle Österreicher als „Pensionsdepot“ zum Sichern des eigenen Lebensstandard im Alter mindestens so gut brauchen wie der Nachwuchs für den Start ins Erwachsenenleben.


