Christoph Berghammer ©Sabine Klimpt
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Serie: Ausblick und Rückblick

Fachverband der Versicherungsmakler- und Berater

Die Serie geht weiter mit: KommR. Christoph Berghammer, MAS, Fachverbandsobmann der Versicherungsmakler und Berater: „Wenn wir auf 2025 zurückblicken, zeigt sich vor allem eines: Wir Versicherungsmakler stehen als Berufsstand dann am stärksten da, wenn wir geschlossen auftreten. Das war im vergangenen Jahr spürbar – und wird 2026 nicht weniger wichtig sein.

Im Mittelpunkt standen – und werden auch 2026 im Mittelpunkt stehen – europäische Regulierungsprojekte und das damit eng verbundene Thema der Vergütung. Mit der Retail Investment Strategy rücken strengere Vorgaben zu Interessenkonflikten und Anreizen (Inducements) weiter nach vorne. Damit stellt sich für uns ganz praktisch die Frage, wie Wahlfreiheit und leistbare Beratung erhalten bleiben, ohne die wirtschaftliche Basis der Betriebe zu gefährden.

Eng damit verbunden ist die Diskussion rund um die Begriffe „unabhängig“ und „ungebunden“. Entscheidungen deutscher Gerichte zeigen, dass „Unabhängigkeit“ zunehmend eng ausgelegt wird und je nach Interpretation vergütungsrechtliche Folgen haben kann. Um Rechtsunsicherheiten zu vermeiden, wird es daher umso wichtiger, unser Selbstverständnis als „ungebunden“ klar zu schärfen.

National sehen wir beim Bürokratieabbau eine wichtige Chance: Die Weichenstellung zur Erleichterung der elektronischen Kommunikation im Versicherungsvertragsrecht ist grundsätzlich zu begrüßen. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, dass die Rolle der Versicherungsmakler im Dreiecksverhältnis Kunde – Makler – Versicherer rechtssicher und praxistauglich verankert wird, damit Digitalisierung zu echter Entlastung führt. Die Gespräche mit den Verantwortlichen im VVO sind gut gelaufen, und wir sind überzeugt, dass wir die offenen Punkte gemeinsam rechtssicher gestalten können. Auch intern war 2025 ein Jahr der Weiterentwicklung und der Verantwortung: Der geordnete Übergang in der Rechtsservice- und Schlichtungsstelle sowie der Einsatz vieler Funktionäre sind nicht selbstverständlich – dafür danke ich ausdrücklich. Erfreulich ist zudem, dass aktuelle Auswertungen der KMU Forschung Austria unserem Berufsstand eine solide wirtschaftliche Basis attestieren. Das ist Rückenwind – aber kein Grund, bei den zentralen Zukunftsthemen nachzulassen. Für 2026 setzen wir daher Schwerpunkte auf ein klares Berufsbild, eine abgestimmte Interessenvertretung und verlässliche, praxistaugliche Rahmenbedingungen, damit die Beratung unserer Kunden weiterhin effizient und rechtssicher erfolgen kann.“

Vorsorgestudie