Daniel Matic ©NEXFRAME
in

Wachsender Versicherungsmarkt

Allianz Global

Die Versicherungsbranche ist 2025 weltweit um 7,1 Prozent gewachsen und erreichte laut Allianz Global Insurance Report 2026 ein Prämienvolumen von 6,9 Billionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 456 Milliarden Euro. Damit entwickelte sich die Branche weltweit stärker als der österreichische Versicherungsmarkt, der um 4,5 Prozent auf ein Gesamtprämienvolumen von 24 Milliarden Euro zulegte. Österreich wuchs damit jedoch rund doppelt so stark wie im langfristigen Durchschnitt.

Innerhalb Österreichs verzeichnete die Krankenversicherung mit einem Plus von 8,4 Prozent das stärkste Wachstum. Die Schaden- und Unfallversicherung legte um 4,9 Prozent zu, während die Lebensversicherung mit einem Wachstum von lediglich 0,9 Prozent deutlich hinter vergleichbaren Märkten zurückblieb. Besonders auffällig ist die Entwicklung der Marktdurchdringung: Die Lebensversicherungsquote hat sich innerhalb eines Jahrzehnts auf nur noch ein Prozent halbiert und liegt damit deutlich unter dem westeuropäischen Durchschnitt von 4,3 Prozent.

Daniel Matić, CEO der Allianz Österreich, sieht darin ein klares Signal für die aktuelle Nachfrageentwicklung: „Die aktuellen Zahlen bestätigen, was wir im Markt spüren: Das Bedürfnis nach Sicherheit und Verlässlichkeit bleibt in unserer Gesellschaft hoch. Besonders die Krankenversicherung mit einem Zuwachs von plus 8,4 Prozent zeigt, wie sehr die Menschen bereit sind, in ihre gesundheitliche Absicherung zu investieren. In der Lebensversicherung hingegen haben wir als Branche noch viel Arbeit vor uns, denn da liegen wir deutlich hinter dem westeuropäischen Schnitt zurück.“

Weltweit blieb die Lebensversicherung mit Prämieneinnahmen von 2.861 Milliarden Euro das größte Segment. Die Prämien stiegen um 6,9 Prozent, wobei Asien mit einem Wachstum von 9,9 Prozent und China mit 11,4 Prozent die wichtigsten Wachstumstreiber waren. Die Schaden- und Unfallversicherung wuchs um 3,8 Prozent auf 2.320 Milliarden Euro, während die Krankenversicherung mit einem Plus von 12,3 Prozent auf 1.688 Milliarden Euro die höchste Dynamik aller Sparten verzeichnete. Treiber waren steigende Gesundheitskosten, die Alterung der Bevölkerung und die zunehmende Nachfrage nach privater Gesundheitsvorsorge.

Für die kommenden zehn Jahre rechnet Allianz Research in Österreich mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 3,1 Prozent in der Schaden- und Unfallversicherung, 1,2 Prozent in der Lebensversicherung und 5,0 Prozent in der Krankenversicherung. Weltweit soll der Versicherungsmarkt um durchschnittlich 5,3 Prozent pro Jahr wachsen. Das entspricht einem zusätzlichen Prämienvolumen von 5.260 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte des Wachstums in der Lebensversicherung wird dabei voraussichtlich auf Asien entfallen, während Nordamerika in der Schaden- und Unfallversicherung der wichtigste Wachstumsmarkt bleibt.

Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran verweist auf die Auswirkungen geopolitischer Veränderungen: „Da Handel, Kapitalströme und Regulierung zunehmend fragmentiert werden, ersetzt Resilienz zunehmend Effizienz als dominierendes Ordnungsprinzip.“ Die Versicherungswirtschaft gewinne dadurch als Instrument des Risikotransfers und als Ermöglicher von Investitionen und wirtschaftlicher Stabilität weiter an Bedeutung.

Jahresbilanz 2025

Wechsel in der Leitung der Versicherungsaufsicht