In Österreich wurden in den ersten neun Monaten 2026 laut Creditreform 7.897 Privatinsolvenzen registriert. Das entspricht einem Anstieg von 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren erhöhte sich um 13,3 Prozent auf 7.326.
Creditreform führt den Zuwachs vor allem auf das Auslaufen der dreijährigen Entschuldungsmöglichkeit für Verbraucher Mitte Juli zurück. Viele Schuldner hätten zuvor noch einen Insolvenzantrag eingebracht. Im Juni lagen die Zahlen um 48 Prozent, im Juli um 69 Prozent über dem jeweiligen Vorjahresmonat. Im September gingen die Anträge hingegen um 24 Prozent zurück.
Den stärksten prozentuellen Anstieg verzeichnete Tirol mit 30,2 Prozent, gefolgt von der Steiermark mit 21,8 Prozent und dem Burgenland mit 20,4 Prozent. Die meisten Fälle entfielen mit 2.584 auf Wien. Die Bundeshauptstadt wies mit 16,2 Privatinsolvenzen je 10.000 Erwachsene auch die höchste Insolvenzquote auf. Österreichweit lag diese bei 10,7.
Neben dem Auslaufen der verkürzten Rückzahlungsphase belasten höhere Preise, steigende laufende Ausgaben und Einkommensunsicherheit die Haushalte. Mag. Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer des Österreichischen Verbandes Creditreform, betont die Bedeutung der Früherkennung: „Sowohl für Unternehmen als auch für private Haushalte gilt: Je früher finanzielle Schwierigkeiten erkannt werden, desto größer ist der Handlungsspielraum.“ Verspätete oder ausbleibende Zahlungen privater Haushalte wirken sich zugleich auf die Liquidität der Unternehmen aus.


