Mehr als 3.000 Teilnehmer aus der Versicherungswirtschaft und dem Partnernetzwerk aus 36 Ländern kommen bei der diesjährigen Guidewire Connections in Las Vegas zusammen. Auch risControl ist vor Ort. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht unter anderem der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz in der Versicherungswirtschaft. Dabei geht es nicht mehr nur um die Analyse von Informationen, sondern um KI-Agenten, die innerhalb definierter Vorgaben auch eigenständig Aufgaben ausführen können.
Verfolgt wird dabei einen Plattformansatz: KI-Agenten sollen direkt in bestehende Geschäftsprozesse und Kernanwendungen der Versicherer eingebunden werden. Sie greifen auf vorhandene Daten und Arbeitsabläufe zu. Einheitliche Sicherheitsregeln und nachvollziehbare Prüfpfade sollen sicherstellen, dass die Systeme innerhalb festgelegter Grenzen arbeiten.
Vom Underwriting bis zur Schadenregulierung
In der Produktentwicklung sollen KI-gestützte Werkzeuge die Erstellung und Anpassung von Versicherungsprodukten beschleunigen. Auch bei der Tarifgestaltung und Risikobewertung sieht Guidewire Einsatzmöglichkeiten. Im Underwriting können KI-Agenten beispielsweise Risikoanfragen zusammenfassen, relevante Informationen aufbereiten und Empfehlungen für weitere Bearbeitungsschritte liefern.
Im Schadenmanagement reichen die vorgestellten Anwendungen von der ersten Schadenmeldung bis zur weiteren Bearbeitung. Versicherungsnehmer können über Sprach- oder Chatfunktionen mit KI-Agenten kommunizieren, die Schadeninformationen erfassen und an das Schadenmanagementsystem weiterleiten. Weitere Funktionen sollen Sachbearbeiter bei der Zusammenfassung von Schadenakten und der Erkennung möglicher Risiken unterstützen.
„Wir haben Agenten in ClaimCenter integriert, dort, wo die Arbeit bereits stattfindet, um den Schaden zu erfassen, die Akte zusammenzufassen und Risiken zu kennzeichnen“, erklärt Amy Mollin, Vice President Product Management bei Guidewire.
Kontrolle und Nachvollziehbarkeit
Neben den Anwendungen für den Versicherungsbetrieb stellt das Unternehmen Werkzeuge für Entwickler und technische Teams vor. Versicherer sollen damit sowohl vorgefertigte KI-Agenten einsetzen als auch eigene Anwendungen entwickeln können. Die Plattform soll es ermöglichen, Regeln festzulegen, das Verhalten der Agenten zu überwachen und die entstehenden Kosten zu kontrollieren.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Verknüpfung von Bestands-, Schaden- und Abrechnungsdaten. KI-Anwendungen sollen dadurch auf eine gemeinsame Informationsgrundlage zugreifen können, ohne dass Versicherer ihre bestehenden Arbeitsabläufe vollständig verändern müssen.
Allerdings sind noch nicht alle vorgestellten Funktionen allgemein verfügbar. Einige befinden sich im Early Access oder sind Teil der weiteren Produktplanung. Zudem kann sich die Verfügbarkeit je nach Region unterscheiden.



