Seit September 2026 ist Josef Brindlinger neuer Präsident der IGV Austria. Für die weitere Entwicklung der Maklergemeinschaft setzt er auf Produktinnovationen, Digitalisierung und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Mitgliedsbetriebe. Im Gespräch erläutert er seine nächsten Vorhaben, kündigt ein „Produktfeuerwerk“ an und erklärt, woran sich künftige Kooperationen messen lassen müssen.
Sie sind seit wenigen Wochen Präsident der IGV Austria. Welches Bild haben Sie sich gemacht, und wo möchten Sie ansetzen?
Ich habe mir zunächst die bestehenden Strukturen und die wirtschaftliche Situation genau angesehen. Unser Geschäftsführer Thomas Litschauer hat hervorragende Arbeit geleistet und wesentlich dazu beigetragen, dass wir die IGV auf einem soliden Fundament weiterentwickeln können. Dabei ist für mich deutlich geworden, welche Stärke in unserer Gemeinschaft liegt: Die IGV zählt 190 Mitgliedsbetriebe, die einen Prämienbestand von rund 700 Millionen Euro betreuen und gemeinsam etwa 120 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. Damit gehören wir zu den größten Gemeinschaften am österreichischen Maklermarkt. Dieses Selbstbewusstsein wollen wir künftig auch stärker nach außen tragen. Wir haben bereits einiges in Bewegung gesetzt und klare Vorstellungen davon, wie wir die IGV weiterentwickeln wollen.
Welche Vorhaben stehen dabei im Mittelpunkt?
Ein wesentlicher Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung unserer IT und der Digitalisierung. Dazu gehört auch, uns intensiv mit den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen. Unser Ziel ist, den Mitgliedsbetrieben eine Plattform zu bieten, die sie im täglichen Geschäft umfassend unterstützt und ihnen die Berufsausübung so unkompliziert wie möglich macht.
Gleichzeitig werden wir bei den Vereinbarungen mit Versicherern ein „Produktfeuerwerk“ zünden. Produktinnovationen sind für uns ein klarer Schwerpunkt. Es gibt bereits konkrete Produkte, über die wir zu einem späteren Zeitpunkt im Detail sprechen werden.
Sie möchten auch neue Mitgliedsbetriebe gewinnen. Wen wollen Sie ansprechen?
Wir sehen am Markt viele interessante Betriebe, die sich bislang keiner Gruppierung angeschlossen haben. Ebenso gibt es Betriebe, die mit ihrer bestehenden Zugehörigkeit nicht zufrieden sind und sich neu orientieren möchten. Diese wollen wir gezielt ansprechen. Entscheidend ist, dass wir ihnen zeigen können, welche Unterstützung und welche Möglichkeiten die IGV bietet. Die Eigenständigkeit der Mitgliedsbetriebe und ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit stehen dabei im Vordergrund. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in mehreren Gruppierungen ist für uns allerdings ausgeschlossen. Hier haben wir eine klare Position.
Welche Rolle können Kooperationen künftig spielen – auch mit Konsolidierern oder anderen Marktteilnehmern?
Weitere Kooperationen schließe ich grundsätzlich nicht aus. Dafür gibt es aber eine klare Voraussetzung: Sie müssen mit den Interessen unserer Mitgliedsbetriebe vereinbar sein und dürfen für die IGV als Ganzes keine Nachteile bringen. An diesem Maßstab werden wir mögliche Partnerschaften beurteilen. Die Größe unserer Gemeinschaft eröffnet uns Möglichkeiten, die wir im Interesse unserer Mitglieder nutzen wollen.
Das komplette Interview lesen Sie in der November Print Ausgabe von risControl.


