Österreichs Unternehmen stehen laut aktuellem Atradius Zahlungsbarometer weiterhin unter erheblichem finanziellen Druck. 84 Prozent der Betriebe berichten von verspäteten Zahlungen ihrer Geschäftskunden und liegen damit über dem westeuropäischen Durchschnitt. Gleichzeitig steigen Finanzierungskosten und das Risiko von Forderungsausfällen.
Knapp die Hälfte aller B2B-Verkäufe (48 Prozent) wird auf Kreditbasis abgewickelt. Trotz meist kurzer Zahlungsziele von 30 Tagen verschlechtert sich das Zahlungsverhalten: Bei jedem zweiten Unternehmen sind bis zu 30 Prozent der Rechnungen überfällig, weitere 24 Prozent melden Verzögerungen bei bis zu 60 Prozent ihrer Forderungen. Hauptursache sind laut 54 Prozent der Befragten Liquiditätsprobleme auf Kundenseite.
Die Folgen zeigen sich zunehmend in der Liquiditätssituation der Unternehmen: 46 Prozent berichten von sinkenden finanziellen Spielräumen, 23 Prozent von einem steigenden Bedarf an externer Finanzierung. Zudem verzeichnen zehn Prozent der Betriebe Forderungsausfälle von mehr als fünf Prozent ihres fakturierten B2B-Umsatzes.
„Viele Unternehmen bewegen sich derzeit in einem Spannungsfeld aus hoher Kostenbelastung, zurückhaltender Nachfrage und zunehmenden Risiken im Zahlungsverhalten“, sagt Franz Maier, General Manager Atradius Österreich, Ungarn und Südosteuropa.
Für die kommenden zwölf Monate erwarten 50 Prozent der Unternehmen anhaltend hohe Insolvenzraten, 31 Prozent rechnen sogar mit einem weiteren Anstieg. Entsprechend gewinnen Kreditversicherungen, Forderungsmanagement und professionelles Liquiditätsmanagement weiter an Bedeutung. Grundlage der Analyse ist eine Befragung von 210 österreichischen Unternehmen im ersten und zweiten Quartal 2026.


