Die staatlich geförderte private Altersvorsorge verliert in Österreich seit Jahren an Bedeutung. Die Zahl der Verträge in der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge ist seit ihrem Höchststand 2012 von 1,6 Millionen auf weniger als die Hälfte gesunken. Auch das Prämienvolumen der steuerbegünstigten Lebensversicherung ist seit 2010 deutlich zurückgegangen.
Das Wiener Fintech froots hat nun als erster unabhängiger Vermögensverwalter des Landes ein neues KESt-befreites Pensionssparmodell vorgestellt. Dabei werden Versicherungsmantel und Veranlagung getrennt: Während ein Versicherer die steuerliche Hülle bereitstellt, investiert froots das Kapital unabhängig davon in kostengünstige ETFs.
Nach Angaben des Unternehmens sollen dadurch Abschlussprovisionen, Kickbacks und hohe Verwaltungskosten entfallen. Laut Berechnungen der Vergleichsplattform fynup kann ein Anleger, der 30 Jahre lang monatlich 300 Euro spart, dadurch rund 50.000 Euro mehr Kapital aufbauen als mit einer durchschnittlichen fondsgebundenen Lebensversicherung.
Andreas Treichl, Investor und Advisor bei froots, sieht Reformbedarf bei der privaten Vorsorge: „Das Ergebnis ist eine Fehlallokation von Steuerbegünstigungen für Vorsorgeprodukte, die heute vor allem verkauft, aber kaum gekauft werden. Wir müssen die dritte Säule neu beleben.“
Das neue Produkt ist ab 100 Euro monatlich beziehungsweise ab einer Einmalanlage von 5.000 Euro verfügbar. Die Mindestlaufzeit beträgt 15 Jahre.


