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Unternehmensinsolvenzen

Creditreform

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Österreich 3.443 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das sind 1,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2025. Trotz dieses leichten Rückgangs bleibt das Insolvenzniveau historisch hoch – durchschnittlich mussten rund 29 Unternehmen pro Werktag Insolvenz anmelden.

„Der leichte Rückgang ist zweifellos ein positives Signal. Von einer nachhaltigen Entspannung kann jedoch keine Rede sein“, erklärt Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer von Creditreform. Mit 1.313 Insolvenzen entfiel mehr als ein Drittel aller Firmenpleiten auf Wien. Die Bundeshauptstadt weist mit 15,9 Insolvenzen je 1.000 Unternehmen weiterhin die höchste Insolvenzquote Österreichs auf. Besonders stark stiegen die Insolvenzen in Vorarlberg (+37,5 %), Kärnten (+13,3 %), Niederösterreich (+5,8 %) und Oberösterreich (+3,9 %). Deutliche Rückgänge gab es hingegen in Tirol (-39,9 %) und Salzburg (-17,9 %).

Nach Branchen verzeichnete die Bauwirtschaft mit 458 Insolvenzen erneut die meisten Verfahren und eine hohe Insolvenzquote von 19 Insolvenzen je 1.000 Unternehmen. Auch das Beherbergungs- und Gaststättenwesen entwickelte sich mit einem Plus von 5,7 % negativ. Rückläufig waren die Insolvenzen dagegen in der Industrie (-9,9 %), im Handel (-11,2 %), bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen (-4,7 %) sowie im Kredit- und Versicherungswesen (-23,4 %). Das höchste Insolvenzrisiko weist weiterhin der Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung mit 23,3 Insolvenzen je 1.000 Unternehmen auf. Für das zweite Halbjahr 2026 erwartet Creditreform keine wesentliche Verbesserung. Die Konjunktur dürfte sich zwar langsam stabilisieren, hohe Finanzierungskosten, geringe Investitionsbereitschaft und geopolitische Unsicherheiten werden die Unternehmen jedoch weiterhin belasten.

„Man soll sich selber etwas zutrauen“