©Adobe Stock
in

Verschärfte Regeln für „grün“ und „nachhaltig“

von Andreas Dolezal Certified Sustainability Management Expert

Ab 27. September 2026 sind die neuen, von der EU drastisch verschärften Regeln für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen gegenüber Verbrauchern anzuwenden. Allgemeine Umweltaussagen, wie „grün“, „nachhaltig“ und „umweltfreundlich“, sind verboten, wenn ihnen keine anerkannte hervorragende Umweltleistung zugrunde liegt. Nachhaltigkeitssiegel dürfen nur mehr verwendet werden, wenn sie auf einem unabhängigen Zertifizierungssystem beruhen (wie z.B. das FNG-Siegel) oder von staatlichen Stellen vergeben werden (wie z.B. das Österreichische Umweltzeichen).

Auch Finanzberater betroffen

Umfasst von den neuen Bestimmungen der Empowering Consumers-Richtlinie EmpCo, die im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb UWG national umgesetzt wurden, sind sämtliche Wirtschaftsbereiche – also auch die Finanzdienstleistung. Ziel ist es, Verbraucher vor unzutreffenden Umweltaussagen, sprich Greenwashing, zu schützen, sodass diese verantwortungs- und umweltbewusste Kaufentscheidungen treffen können.

Fremde und eigene Aussagen prüfen!

Für Finanzberater sind einerseits jene Umweltaussagen relevant, die Produktpartner über ihre Versicherungsprodukte, Investmentfonds, ETFs usw. treffen. Werden solche Aussagen z.B. für Beratungsgespräche oder die eigene Werbung übernommen, sollte vorher geprüft werden, ob die Produktinformationen den neuen Bestimmungen entsprechen.

Die neuen Regeln gelten andererseits auch für eigene, selbst formulierte oder von Dritten übernommene Aussagen, die Finanzberatern an ihre Privatkunden kommunizieren. Betroffen sind alle Arten der Kommunikation wie z.B. Internetseiten und Newsletter, Social Media-Beiträge, gedruckte Broschüren und Präsentationen sowie die Beratungsdokumentation.

Aus für fragwürdiges „grünes“ Marketing

Die EmpCo-Bestimmungen werden zahlreiche, rein aus Marketinggründen erfundene grüne und nachhaltige „Gütesiegel“ vom Markt verschwinden lassen, nicht nur in der Finanzdienstleistung, sondern insbesondere auch bei Lebensmitteln und Textilien. Finanzberatern sollten ihre eigene Kommunikation (Internetseite usw.) nach „grünen“ Aussagen durchforsten und sie an die neuen Regeln anpassen – oder entfernen.

Abschied und Neubeginn im Burgenland