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Nahostkrieg trifft Versicherer – Katastrophenanleihen bleiben stabil

von Dirk Schmelzer Senior Portfoliomanager Plenum Investment

Der Krieg im Nahen Osten dürfte keine Auswirkungen auf den Markt für Katastrophenanleihen haben: Der aktuelle Konflikt ist ein bedeutendes geopolitisches Ereignis, das sich auf den Finanz- und Versicherungssektor auswirkt. Die Dauer des Konflikts ist zwar noch ungewiss, doch sind bereits gewisse Auswirkungen zu spüren, insbesondere steigende Energiepreise und Unterbrechungen der Lieferketten sowie erhebliche Auswirkungen auf den regionalen Luftverkehr und Tourismus. In der Regel führt ein Anstieg der Ölpreise um 10 Prozent innerhalb von drei Monaten zu einem Anstieg der Inflation in den USA um 0.35 Prozent, was zu höheren Zinssätzen führen könnte. Die Versicherungs- und Rückversicherungsmärkte dürften davon betroffen sein, insbesondere in den Bereichen See- und Luftfahrt, da bestimmte Verträge Kriegsklauseln enthalten. Der Markt für Katastrophenanleihen hingegen wird von dem Konflikt nicht beeinflusst werden. CAT-Bonds decken in erster Linie Sachwerte gegen Naturgefahren wie Hurrikane oder Erdbeben ab, nicht jedoch Schäden, die durch bewaffnete Konflikte entstehen. Selbst das neue Cybersegment des CAT-Bonds dürfte aufgrund der üblichen „Kriegsklauseln” nicht betroffen sein. Darüber hinaus ist die Inflation für den Markt für Katastrophenanleihen kein Problem, da es sich um variabel verzinsliche Instrumente handelt, deren Kupons vierteljährlich an die aktuellen Zinssätze angepasst werden. Obwohl die Anlageklasse der Katastrophenanleihen im Allgemeinen eine geringe Volatilität aufweist, kann es in Zeiten allgemeiner Finanzmarktbelastungen zu einem leichten Anstieg der Preisvolatilität kommen. Insgesamt bietet die Anlageklasse der Katastrophenanleihen eine hervorragende Absicherung gegen größere geopolitische Ereignisse wie den aktuellen Konflikt im Nahen Osten.“

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