Dubiose Geldgeschenke und Erbschaften versprechen schnellen Reichtum, fragwürdige Kreditangebote locken Private und Unternehmer, gefakte Mails von Banken fordern zur Dateneingabe auf, Anlagetipps von selbsternannten Finanzprofis vulgo Finfluencern verführen gutgläubige Anleger. Internet, soziale Medien und Posteingänge sind voll mit Betrug und Abzocke. Betrügerische Maschen werden, auch mithilfe von ChatGPT und ähnlichen KI-Tools, immer zahlreicher und professioneller.
AK Wien fordert mehr Sorgfalt von Banken
Handeln Kunden nicht grob fahrlässig, haften Banken bei nicht autorisierten Zahlungen. In der Praxis wird Betroffenen jedoch oft vorgeworfen, Zahlungen selbst autorisiert oder grob fahrlässig gehandelt zu haben, kritisiert die AK Wien. Sie fordert von Banken mehr Sorgfalt, beispielsweise bei der Transaktionsüberwachung, und höhere bzw. kulantere Entschädigungszahlungen. Bei Online-Banking-Betrug sollen Banken das Geld unverzüglich erstatten und eventuelles grob fahrlässiges Verhalten von Kunden in einem gesonderten Verfahren beweisen müssen.
Zuerst denken, dann klicken!
Eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Maßnahmen, um sich vor Betrug und Abzocke im Internet und Posteingang zu schützen, lautet: Zuerst DENKEN, dann klicken. Warum verschenkt jemand seine Millionen Euro ausgerechnet an mich? Habe ich überhaupt ein Konto bei der Bank, die mir vermeintlich schreibt? Warum sollte mir jemand tausende Euro ohne jede Sicherheit borgen? Selbst wenn Kriminelle immer professioneller und dreister werden, sind viele Nachrichten bereits auf den ersten oder zweiten Blick als Phishing oder potentieller Betrug zu entlarven. Oftmals reicht der schon der eigene Hausverstand – wenn man ihn einschaltet und benutzt.
Eigenverantwortung statt Schuldzuweisung
Die AK Wien sucht die Schuld dafür, dass Menschen auf Betrug und Abzocke hereinfallen, bei den Banken und sogar Behörden. Sie sollen entstandenen Schaden begleichen und besser zusammenarbeiten. Fakt ist, dass Betrug und Abzocke im Internet, in sozialen Medien und via E-Mail nicht zu stoppen ist. Die Täter sitzen irgendwo in fernen Landen und sind weder greifbar noch verantwortlich zu machen. Der beste Schutz ist und bleibt mehr Eigenverantwortung. Und mehr Finanzbildung.



