MMag. Barbara Eibinger-Miedl ©BKA Andy Wenzel
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Weg mit der europäischen Fragmentierung

von Mag. Christian Sec

Sowohl vonseiten der Finanzwirtschaft als auch vonseiten der Politik mehren sich die Stimmen, die einen schnelleren Prozess der Harmonisierung des fragmentierten europäischen Finanzsystems fordern. Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl fordert auf der FMA-Aufsichtskonferenz in Wien eine stärkere Integration und Harmonisierung der Finanz- und Kapitalmärkte, um diese effizienter zu machen. Gleichzeitig müssten bürokratische Hürden und Berichtspflichten reduziert werden, ohne die Finanzmarktstabilität zu gefährden. Dabei ist sie überzeugt, „dass es möglich ist, diese Balance zu halten“. François-Louis Michaud, Chef der Europäischen Bankenaufsicht (EBA), erklärt, die Fragmentierung Europas verhindere häufig, dass Banken im Privatkunden- und KMU-Geschäft die notwendige Größe erreichten. Der Binnenmarkt funktioniere noch nicht ausreichend. Die Institute müssten effizienter und wettbewerbsfähiger werden und auch an Größe gewinnen.

Mobilisierung privater Ersparnisse

Auch OeNB-Gouverneur Martin Kocher wünscht sich eine stärkere Integration der Kapitalmärkte. „Die Vollendung des europäischen Binnenmarktes muss gemeinsam vorangetrieben werden.“ Das soll auch mithilfe des Pakets zur Marktintegration als Teil der Savings- und Investmentunion der EU umgesetzt werden. Damit sollen die Hindernisse für grenzüberschreitende Kapitalmarktgeschäfte abgebaut werden. Kocher sieht darin auch die Chance, europäische Ersparnisse stärker in den Kapitalmarkt zu lenken. Europa fehle es nicht an Kapital, sondern vor allem an einer besseren Allokation. Die Mobilisierung privater Ersparnisse über kapitalgedeckte Pensionen, Fonds oder ETFs sei, so Kocher, „ein zentraler Hebel, um höhere Renditen für die Haushalte und gleichzeitig mehr Kapital für Innovation, Investitionen und Wachstum zu generieren“.

Ein weiterer Aspekt kam aus Montenegro. Für kleinere und nicht zur EU gehörende Volkswirtschaften seien Integration und Vernetzung besonders wichtig, weil ihnen in Krisen häufig fiskalische und andere politische Handlungsspielräume fehlten, erklärt die Zentralbankchefin Montenegros, Irena Radovic. Montenegro sei bereits stark in das europäische Finanzsystem integriert, gleichzeitig aber institutionell noch nicht vollständig eingebunden. Gerade deshalb seien einheitliche Regeln, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und der Zugang zu einem größeren europäischen Kapitalmarkt von großer Bedeutung.

„Vertrauen entsteht nur durch permanente Leistung“