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Rekord! 1.646 neue Einträge in Sanktionslisten

von Andreas Dolezal Certified Sustainability Management Expert

Finanzdienstleister wie Banken, Krypto- und Wertpapierdienstleister haben zusätzlich zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung auch das Risiko der Nichtumsetzung und Umgehung gezielter finanzieller Sanktionen zu berücksichtigen. Dazu müssen unter anderem alle neuen und bestehenden Kunden (Personen und Unternehmen) daraufhin überprüft werden, ob sie auf Sanktionslisten der EU, der Vereinten Nationen UN und/oder Österreichs stehen.

Checks, Checks, noch mehr Checks

Neben initialen und routinemäßigen Checks aller Kunden (bei Banken bis zu mehrmals täglich) haben alle Finanzdienstleister immer dann eine anlassbezogene Überprüfung des gesamten Kundenbestands durchzuführen, wenn neue Sanktionslisten von der EU, den UN oder Österreich veröffentlicht werden. Alleine die EU hat 2026 (bis 26. Oktober) über 70 (!) Sanktions-Verordnungen im Amtsblatt veröffentlicht.

Positive Treffer müssen (manuell) als echt oder falsch verifiziert werden. Sind sie echt-positiv führen sie bei Wertpapierdienstleistern in der Regel dazu, dass keine Geschäftsbeziehung begründet bzw. eine bestehende Geschäftsbeziehung beendet wird.

Zeitlich unvorhersehbar

Veröffentlichungen neuer Einträge in Sanktionslisten sind zeitlich unvorhersehbar. Manchmal ist tagelang Ruhe, manchmal kommen mehrere am Tag. Reagieren müssen Finanzdienstleister jedenfalls prompt, denn neue Sanktions-Verordnungen der EU treten am Tag ihrer Veröffentlichung in Kraft, nationale Sanktionslisten treten mit dem Zeitpunkt ihrer Kundmachung in Kraft. Der oftmalige Abgleich der Kunden gegen kostenpflichtige Datenbanken beansprucht bei Finanzdienstleistern viel Zeit und Geld.

1.646 neue Einträge an einem Tag

Schon bisher waren rund 6.000 Personen und Organisationen von der EU sanktioniert – und alleine am 12. Oktober 2026 kamen mit dem 22. Russland-Sanktionspaket 1.646 Einträge dazu: 820 Personen und 826 Organisationen.

Schön, dass „die EU heute auch mit dem nächsten Sanktionenpaket Meter macht“ (Zitat Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in der ORF ZIB1). Weniger schön ist hingegen, dass EU-Sanktionen in der Finanzwelt hohen (sowie mehrfachen) Aufwand erzeugen, aber vielfach zu wirkungslos bleiben, wenn sie nicht weltweit mitgetragen werden (siehe US-Präsident Trump und seinen Diesel-Deal mit Russland).

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