Die Österreicher bleiben „Sparefrohs“: 2024 legten sie im Schnitt 11,7 Prozent ihres Einkommens zurück – mehr als die Deutschen. Ein Viertel der Ersparnisse steckt in Tages- und Festgeldkonten. Laut OeNB summieren sich diese Einlagen inzwischen auf 202,9 Milliarden Euro und bilden damit den größten Teil des Geldvermögens.
Für Banken sind sie ein attraktives Geschäftsfeld. Direktbanken und neue Player wie Trade Republic locken mit hohen Aktionszinsen, während klassische Institute stärker auf Beratung und Nähe setzen. Denn: Für Kunden zählen nicht nur die Zinsen.
Laut zeb-Studie sind Zinshöhe und -garantie zwar mit 44 Prozent das wichtigste Motiv, doch auch Sicherheit (15 %), einfache Abwicklung (14 %) und persönliche Betreuung (14 %) spielen eine zentrale Rolle. „Im Kampf um die Einlagengelder ihrer Kunden können klassische Full-Service-Banken mit Kundennähe punkten. Die persönliche Erreichbarkeit und der gute Kontakt zum Kundenberater wiegt oft mehr als ein paar Zehntel Prozentpunkte bei den Zinsen“, erklärt Julian Zikmund, Senior Manager bei zeb.
Überraschend: Gerade junge Kunden (18–30 Jahre) und Best Ager (60+) nennen den persönlichen Kontakt fast ebenso häufig wie Zinsen als entscheidendes Kriterium. Beratung bleibt also auch in digitalen Zeiten ein starkes Argument.
Neben Alter spielen digitale Affinität und Vermögenshöhe eine große Rolle. Mit wachsendem Vermögen steigt die Bereitschaft, Geld auf mehrere Banken zu verteilen. Erwartet werden dann nicht nur attraktive Zinsen, sondern auch maßgeschneiderte Angebote – insbesondere bei Festgeld. Zudem zeigt sich ein Stadt-Land-Gefälle: Großstädter reagieren besonders sensibel auf Zinsunterschiede, während Kunden in kleineren Orten weniger wechselbereit sind.



